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Soziale Lage beeinflusst die Herzgesundheit

Herzinsuffizienz ist in Deutschland sozial ungleich verteilt. Das zeigt der „Gesundheitsatlas Deutschland Herzinsuffizienz“, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) anlässlich des Weltherztags veröffentlicht hat.

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Das Bild zeigt eine Frau, die ihre Hände auf ihr Herz hält. Es handelt sich um ein Symbolbild für Herzinsuffizienz.
iStock.com/bilja247

Herzinsuffizienz: Wie hoch ist die Prävalenz?

Mehr als drei Millionen Menschen waren 2024 laut dem „Gesundheitsatlas Deutschland“ des WIdO bundesweit von einer Herzinsuffizienz betroffen. Das entspricht einer Prävalenz von 5,5 Prozent bei der Bevölkerung ab 30 Jahren. Die Erkrankung war bei fast vier Prozent aller Todesfälle dokumentiert und verursachte Krankheitskosten von 9,2 Milliarden Euro, vor allem durch Krankenhausaufenthalte.

Dabei ist die Krankheitslast sozial ungleich verteilt. In den sozioökonomisch am stärksten benachteiligten, sogenannten „deprivierten“ Regionen liegt die Prävalenz bei 6,8 Prozent, in den am wenigsten benachteiligten bei 4,4 Prozent. Der Zusammenhang bleibt auch unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsstrukturen weitgehend bestehen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich soziale Ungleichheit auch in der Herzgesundheit widerspiegelt“, sagt WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Einkommen, Bildung und Beschäftigung beeinflussten die Verteilung wichtiger Risikofaktoren und damit auch die Krankheitslast in den Regionen. „Präventionsangebote sollten insbesondere dort gestärkt werden, wo die gesundheitlichen Belastungen besonders hoch sind“, so Schröder.

Deutliche regionale Unterschiede

Die Häufigkeit der Herzinsuffizienz unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern deutlich. Besonders niedrige Krankheitshäufigkeiten weisen Hamburg mit 3,8 Prozent, Bremen mit 4,5 Prozent und Berlin mit 4,6 Prozent auf. Den höchsten Anteil hat Sachsen-Anhalt mit 8,9 Prozent, gefolgt von Thüringen mit 8,5 Prozent und Sachsen mit 7,9 Prozent.

Auf der Ebene der 400 Kreise und kreisfreien Städte zeigen sich noch größere Unterschiede: Der höchste Anteil von Betroffenen findet sich im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt mit 13,9 Prozent, der niedrigste in Frankfurt am Main mit 2,8 Prozent. Sehr niedrige Herzinsuffizienzprävalenzen gibt es in vielen Kreisen rund um Hamburg und München, im Rhein-Main-Gebiet sowie im südlichen Baden-Württemberg. Überdurchschnittlich hohe Prävalenzen finden sich in vielen Kreisen Ostdeutschlands sowie in Nord- und Ostbayern.

Die Zahl der Betroffenen ist in diesen Regionen auch unter Berücksichtigung der jeweiligen Alters- und Geschlechtsstruktur vergleichsweise hoch. „Das zeigt, dass nur ein kleiner Teil der regionalen Unterschiede auf die Alters- und Geschlechtsstrukturen zurückgeführt werden kann“, erläutert Schröder.

Herzinsuffizienz bei Männern häufiger

Während eine Herzinsuffizienz in jungen Lebensjahren selten vorkommt, steigt ihre Häufigkeit mit dem Alter stark an. In der Altersgruppe ab 90 Jahren liegt der Anteil der erkrankten Männer bei 35 Prozent und der der erkrankten Frauen bei 30 Prozent. Der Geschlechtsunterschied ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Männer häufiger von Vorerkrankungen wie Koronarer Herzkrankheit oder Herzinfarkt betroffen sind.

„Mögliche Ursachen für die Geschlechtsunterschiede sind biologische Faktoren und eine unterschiedliche Häufung von Risikofaktoren bei Männern und Frauen“, so Schröder. „Das Rauchen stellt einen wichtigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Krankheiten dar, und in den vergangenen Jahrzehnten war der Raucheranteil unter den Männern stets deutlich höher als unter den Frauen.“ Außerdem trete Bluthochdruck bei Männern häufig schon in mittlerem Lebensalter auf, bei Frauen erst später.

Mehr Herzinsuffizienz bei hohem Raucheranteil

Ein Vergleich auf regionaler Ebene bestätigt die aus der wissenschaftlichen Literatur bekannten Zusammenhänge: In Regionen mit besonders vielen Raucherinnen und Rauchern liegt der Anteil der Betroffenen bei 6,6 Prozent. In Regionen mit wenigen Rauchenden beträgt er dagegen nur 4,7 Prozent.

Werden auch hier die regional unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsstrukturen berücksichtigt, verringert sich dieser Unterschied nur leicht. „Maßnahmen zur Rauchprävention können daher zur Vermeidung zukünftiger Erkrankungen beitragen“, sagt Schröder.

Hypertonie und Typ-2-Diabetes als Risikofaktoren

Auch verschiedene Einzelfaktoren des metabolischen Syndroms wie Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas und Diabetes mellitus erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und in deren Folge für eine Herzinsuffizienz.

Für den Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz wurde der Zusammenhang mit Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes auf regionaler Ebene untersucht. In Regionen mit wenigen Hypertonie-Betroffenen liegt der Anteil der Menschen mit Herzinsuffizienz bei 4,2 Prozent. In Regionen mit besonders vielen Hypertonie-Erkrankten beträgt er dagegen 8,4 Prozent. Der Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes ist ähnlich ausgeprägt. „Dies verdeutlicht das Präventionspotenzial“, so Schröder. Mit einer gesunden Ernährung, ausreichend körperlicher Aktivität und einer guten Behandlung von Bluthochdruck könne das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich gesenkt werden. „Dies würde helfen, die Zahl der zukünftigen Herzinsuffizienzfälle zu reduzieren.“

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Herzinsuffizienz ist in Deutschland sozial ungleich verteilt. Das zeigt der „Gesundheitsatlas Deutschland Herzinsuffizienz“, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) anlässlich des Weltherztags veröffentlicht hat.

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