DIE ROLLE DER BUNDESLÄNDER IN DER KLINIKKRISE
Die dritte Säule der Krankenhausfinanzierung
Seit der Einführung der dualen Finanzierung im Jahr 1972 mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) teilen sich Krankenkassen und Bundesländer die Finanzierung von Investitionen im Krankenhausbereich – theoretisch: Während Betriebskosten von den Krankenkassen getragen werden, sollen die Bundesländer Investitionen finanzieren. Doch die Länder haben ihr Engagement immer weiter zurückgefahren und der Bund hat sich seit einigen Jahren als dritter Geldgeber etabliert. Zudem sind seit Beginn der Coronapandemie Milliarden an Steuermitteln in einen Sektor geflossen, der schon vorher reformbedürftig war. Wie bereits vor Corona prägen auch danach kleinteilige und ineffiziente Strukturen die stationäre Versorgung. Die Fallzahlen bleiben niedrig, der Investitionsstau steigt. Unterdessen drohen die Bundesländer, die Krankenhausreform ins Nichts laufen zu lassen.


Ein neues Zeitalter
Vorhaltekostenfinanzierung: Wie sie die Rolle der Bundesländer verändert

Die Länder bleiben zurück
Ein Blick auf das Bruttoinlandsprodukt, Krankenhauskosten und Investitionsfinanzierung
13%
der in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte (Human- und Zahnmedizin) hatten 2024 keine deutsche Staatsangehörigkeit.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) vom 24. Februar 2026- Die Zahl der Krankenhausinsolvenzen ging 2025 zurück.
- Krebspatienten haben bessere Überlebenschancen.
“Statt in eine leistungsfähige Krankenhausinfrastruktur zu investieren, werden die Kliniken gezwungen, aus den laufenden Betriebsmitteln gegenzufinanzieren.”Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft
Veranstaltungen
12. und 13. März 2026 – GQMG-Jahrestagung, Köln
Motto: Impulse für morgen – Qualitätsmanagement im Wandel
19. und 20. März 2026 – DRG-Forum, Berlin
Der Leitkongress für mehr als 2.300 Entscheider aus Krankenhäusern, Politik, Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft
21. bis 23. April 2026 – DMEA, Berlin
Connecting Digital Health – das führende Event für Akteure der Digitalen Gesundheitswirtschaft
Pressecho
Schutzschirmverfahren aufgehoben
Die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH schließen das Schutzschirmverfahren erfolgreich ab. Wie das Amtsgericht Nördlingen mitteilt, wurde das Verfahren nach rechtskräftiger Bestätigung des Insolvenzplans zum 31. Januar 2026 aufgehoben. Die Klinik kann damit aus rechtlicher Sicht den Neustart vollziehen. Im Dezember 2025 hatten die Gläubiger den Weg dafür freigemacht. Sie stimmten dem Insolvenzplan ohne Gegenstimmen zu. Das Team rund um Sanierungsgeschäftsführer Maximilian Pluta hatte den Insolvenzplan erstellt und im Jahr 2025 wichtige Sanierungsmaßnahmen bei den Kreiskliniken umgesetzt. Pluta ist planmäßig Ende Januar aus der Geschäftsführung ausgeschieden.
Donauwörther Zeitung vom 4. Februar 2026
Zentrum für moderne Herzmedizin
Moderne Diagnostik, schnellere Terminvergaben, enge Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung: Herzpatienten sollen am Klinikum Chemnitz fortan besser medizinisch betreut werden. Dazu ist für rund 70 Millionen Euro ein neues kardiologisches Zentrum eingerichtet worden. Dort finden sich alle Leistungen, von einer Notfalleinheit – der sogenannten Chest Pain Unit – über sechs neue Herzkatheterlabore und MRT bis hin zu einer Intensiv- und vier Normalstationen. Das Klinikum Chemnitz zählt neben den Universitätskliniken Dresden und Leipzig zu den Maximalversorgern in Sachsen. Das Land hat rund 47,3 Millionen Euro beigesteuert.
Lausitzer Rundschau, 31. Januar 2026
Lübeck: Neubau für Sana Kliniken
Der Neubau der Sana Kliniken in Lübeck kann starten. Das Land hat den Weg für die finanzielle Förderung des Großprojekts freigemacht. 180 Millionen Euro sollen aus dem Investitionsprogramm für Krankenhäuser in die Hansestadt fließen. Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) hat dies Ende Januar bekannt gegeben. Mit dem Geld soll in der Kronsforder Allee ein Ersatzneubau für den bisherigen, gänzlich veralteten Klinik-Teil aus den 1980er-Jahren errichtet werden. Das Projekt wird schon seit mehr als fünf Jahren geplant. Die Förderung durch das Land war bislang allerdings unsicher. Jetzt soll das Geld über mehrere Jahre gestreckt ausgezahlt werden.
Lübecker Nachrichten, 28. Januar 2026