Kaiserschnittrate erreicht höchsten Wert seit 1991
Von insgesamt 654.600 stationären Geburten des Jahres 2024 entfielen 215.900 auf einen Kaiserschnitt.

Anteil chirurgischer Geburten hat sich verdoppelt
Die Kaiserschnittrate in deutschen Krankenhäusern hat 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Hebammentags am 5. Mai mitteilt, kam in dem Jahr jedes dritte Kind per Sectio zur Welt. Von insgesamt 654.600 Klinikgeburten entfielen 215.900 auf einen Kaiserschnitt – ein Anteil von 33,0 Prozent. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort: Die Rate hat sich seit 1991 mehr als verdoppelt; damals lag sie noch bei 15,3 Prozent. Dagegen spielen instrumentelle Eingriffe eine deutlich geringere Rolle: In 6,7 Prozent der Geburten wurde eine Saugglocke eingesetzt, Zangengeburten machten lediglich 0,2 Prozent aus. Die Mehrheit der Kinder kommt indes noch immer auf natürlichem Weg zur Welt: Fast zwei Drittel (60,1 Prozent) der Frauen erlebten 2024 eine spontane Geburt.
Hamburg ist Spitzenreiter
Auffällig sind die teils erheblichen regionalen Unterschiede. Während Hamburg mit 36,4 Prozent die höchste Kaiserschnittrate verzeichnete, folgten das Saarland (35,9 Prozent) und Hessen (35,6 Prozent). Deutlich niedrigere Werte meldeten ostdeutsche Bundesländer: Sachsen lag bei 27,4 Prozent, Brandenburg bei 27,6 Prozent. Auch Berlin blieb mit 29,9 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
Betreuung durch Hebammen hat sich verbessert
Ein Zusammenhang mit personellen Engpässen in der Geburtshilfe zurückgeht, ist Destatis zufolge nicht anzunehmen: Die Zahl der in Kliniken tätigen Hebammen und Entbindungspfleger ist gestiegen. Im Jahr 2024 waren rund 12.900 Fachkräfte in der Geburtshilfe tätig – ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil von ihnen (88,9 Prozent) war fest angestellt, während 11,1 Prozent als Belegkräfte arbeiteten.