Fachportal für Leistungserbringer
Alle Berufsfelder
Angebote anzeigen für: Fachportal für Leistungserbringer
Warum wird diese Angabe benötigt?

Die AOK-Gemeinschaft gliedert sich in elf eigenständig agierende AOKs, welche regionale Angebote und Inhalte für Sie bereithalten.

Damit Sie zutreffende regionale Informationen erhalten, müssen Sie eine AOK/Region auswählen.

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig! Ihre Regionalisierungsdaten werden ausschließlich lokal innerhalb Ihres Browsers als Cookie gespeichert, eine Speicherung oder Verarbeitung dieser Daten durch die AOK erfolgt zu keinem Zeitpunkt.

Berufsfeld: Arzt & Praxis Ändern Gewähltes Berufsfeld: Arzt & Praxis Berufsfeld ändern

19.04.2021 Pandemie verändert den Beruf der MFA

News Arzt & Praxis

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich viele Dinge in der Hausarztpraxis geändert – an der einen oder anderen Stelle auch die Tätigkeit der MFA. Das Magazin "info praxisteam" wirft mit dem Verband medizinischer Fachberufe e. V. einen Blick auf die wichtigsten Themen.

Zwei Frauen mit Mundschutz schauen auf ein Papier
© iStock.com/filadendron

MFA häufig von Covid-19 betroffen

Die Infektionswellen gehen auch an den Praxen der niedergelassenen Ärzte nicht spurlos vorüber. MFA werden inzwischen am zweithäufigsten wegen Covid-19 arbeitsunfähig geschrieben, das berichtete die Ärzte Zeitung drei Tage vor Weihnachten 2020 auf Basis von Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Mit 2.469 Betroffenen je 100.000 Versicherten lag der Wert mehr als doppelt so hoch wie beim Durchschnitt aller AOK-Versicherten (1.183 Betroffenen je 100.000 Versicherte). Kein Wunder, denn seit Beginn der Pandemie werden sechs von sieben Patienten mit Corona oder Covid-19-Verdacht in der hausärztlichen Praxis behandelt.

Homeoffice für MFA?

Was die WIdO-Studie auch belegte: Beschäftigte, die weiter am Arbeitsplatz präsent sein mussten und nicht ins Homeoffice wechseln konnten, sind im bisherigen Verlauf der Pandemie stär-ker von Covid19 betroffen. Aus diesem Grund fordert die Politik schon lange, Mitarbeitern die Tätigkeit im Homeoffice zu ermöglichen, um die weitere Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus und seiner Mutationen in Deutschland einzudämmen. Der Bundesarbeitsminister hat sogar eine entsprechende Arbeitsschutzverordnung erlassen.

Doch wie sieht das im MFA-Beruf aus? Dass der medizinische Versorgungsalltag in den Hausarztpraxen vom patientennahen Arbeiten dominiert ist, macht die Sache natürlich schwierig. Schließlich sind Tätigkeiten wie Blutdruck messen oder Blutabnehmen nicht online darstellbar.

Das heißt aber nicht, dass Homeoffice für MFA nicht möglich ist. In einer Umfrage des Verbandes medizinischer Fachberufe (VmF) unter 1.125 MFA sah immerhin jede dritte MFA für ihren Arbeitsbereich die Möglichkeit, bestimmte Aufgaben im Homeoffice zu erledigen. Häufig genannt wurden vor allem Quartalsabrechnung und Privatliquidation, aber auch das Verfassen von Briefen und weiteren Dokumenten, Recall-Tätigkeiten – zum Beispiel für anstehende Impfungen –, die Terminverwaltung sowie das Qualitätsmanagement.

Allerdings ist nicht jede MFA und nicht jede Praxis von dieser Idee begeistert. 32 MFA gaben an, diese Option nicht nutzen zu wollen, auch wenn sie möglich wäre. Noch breiter scheint die Ablehnung auf Arbeitgeberseite auszufallen: 203 MFA stimmten der Aussage zu, sie seien bereit, im Homeoffice zu arbeiten, die Praxisleitung sei aber dagegen.

Natürlich bleibt die Kerntätigkeit der MFA die direkte Interaktion mit den Patienten. Trotzdem sieht der VmF die Homeoffice-Option durchaus auch als eine zumindest teilweise realistische Alternative. Technisch ist es problemlos möglich, Telefongespräche auf das Telefon zu Hause umzuleiten. Übernimmt eine Kollegin diese Aufgabe im Homeoffice, würde das die restlichen Kolleginnen extrem entlasten. Durch eine VPN-Verbindung ist es sogar möglich, sich in das EBV-System einzuwählen und zu arbeiten wie an einem Arbeitsplatz in der Praxis. Das heißt, Formulare wie Rezeptbestellungen, Überweisungen, Verordnungen etc. können somit von der Kollegin im Homeoffice ausgestellt werden. Mitteilungen können dann über die Funktion „persönliche Nachricht“ an die Kolleginnen in der Praxis versendet werden, falls es doch noch Klärungsbedarf zu irgendwelchen Telefonaten oder Bestellungen gibt.

Thema Impfung

MFA haben aufgrund ihrer Ausbildung die erforderliche Qualifikation und können unter ärztlicher Aufsicht im Rahmen der Delegation impfen, die Impfungen dokumentieren und Ärztinnen und Ärzte bei der Überwachung des Impfgeschehens entlasten. Das ist unstrittig. Viel diskutiert wird dagegen über das Drumherum, zum Beispiel beim Einsatz in Impfzentren. Der VmF hat deshalb im Zusammenhang mit dem Einsatz von MFA in Impfzentren einen ganzen Katalog an Forderungen aufgestellt. Zu diesen Forderungen zählen unter anderem:

  • Der angestellte Arzt bzw. die Ärztin muss gegenüber der MFA weisungsbefugt sein. Dies sollte in den Arbeitsverträgen schriftlich fixiert sein.
  • Die Fragen der Versicherung für Haftpflicht und Unfall sowie der Sozialversicherung müssen geklärt sein. Die Nebentätigkeit einer MFA im Impfzentrum zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollte steuerbegünstigt sein.
  • Die gesetzliche Arbeitszeit in der Haupt- und Nebentätigkeit im Impfzentrum darf 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten.
  • Es werden ausreichend Schutzausrüstung und kostenfreie, regelmäßige Antigen-Schnellteste zur Verfügung gestellt. Auf Wunsch wird den MFA die SARS-CoV 2-Impfung angeboten.

Patientenfragen zu Covid-19 beantworten

Hausarztteams verbringen derzeit viel Zeit mit der telefonischen Beantwortung von Patientenfragen wie: Verändert der Impfstoff die Gene? Welche Nebenwirkungen hat man? Verträgt sich der Impfstoff mit meinen Medikamenten? Welche Unterlagen muss ich mit zum Impftermin bringen? Bekomme ich ein Attest, damit ich eher geimpft werde? Was ist von den Meldungen zu Todesfällen im Zusammenhang mit einer Impfung zu halten? Wie bekomme ich einen Termin zum Impfen und wann bin ich dran? Zu all diesen Fragen gibt es FAQ-Listen mit qualitätsgeprüften Antworten 

Magazin für MFA

Dieser Beitrag ist in Ausgabe 01/2021 von "info praxisteam" erschienen. Die gesamte Ausgabe können Sie kostenlos als ePaper lesen.

Zur aktuellen Ausgabe

info praxisteam - Ausgabe 01/2021

Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat sich auch die Tätigkeit von MFA in der Hausarztpraxis geändert. Weitere Themen: Fahrplan für die elektronische Patientenakte, Änderungen bei der DMP-Teilnahme.

Mehr erfahren

Newsletter für Medizinische Fachangestellte

Keine Ausgabe von "info praxisteam" verpassen

Melden Sie sich jetzt für den kostenlosen Newsletter an. Wir informieren Sie zu Themen aus Praxisführung, Organisation und Medizin. 

Newsletter info praxisteam (Symbolbild)

Kontakt zur AOK

Ansprechpartner finden

Finden Sie schnell und einfach Ihren Ansprechpartner passend zum Thema.

Zur Ansprechpartnersuche

Kontakt aufnehmen

Sie haben Fragen und Hinweise? Die Experten der AOK helfen Ihnen gern weiter.

Zu den Kontaktangeboten