Krebs: Bessere Versorgung senkt die Sterblichkeit
Krebs bleibt zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Doch Überlebenschancen Betroffener sind in den vergangenen zwanzig Jahren gestiegen.

273,5 von 100.000 Einwohnern starben 2024 an Krebs
Die Überlebenschancen von Krebspatientinnen und -patienten sind in den vergangenen zwanzig Jahren gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2026 mitteilte, steigt zwar infolge des demografischen Wandels die absolute Zahl der krebsbedingten Todesfälle. So sind im Jahr 2024 etwa 230.400 Menschen in Deutschland an Krebs gestorben und damit 10,1 Prozent mehr als zwanzig Jahre zuvor (2004: 209.300). Die Krankheit führt aber gerade bei Menschen im jüngeren und mittleren Alter seltener zum Tod als noch 2004. Während 2024 von 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern 273,5 an Krebs verstarben, waren es 2004 noch 322,4 Menschen. Die altersstandardisierte Sterblichkeit ging in nahezu allen Altersgruppen zurück – mit Ausnahme der Fünf- bis Neunjährigen und der über 90-Jährigen, in denen die Sterblichkeit gegenüber 2004 leicht gestiegen ist.
Krebs bleibt zweithäufigste Todesursache
Auch im Rahmen der Todesursachenstatistik bleibt die Bedeutung von Krebs hoch: Der Anteil der an Krebs Verstorbenen an allen Todesfällen sank zwar von 25,6 Prozent im Jahr 2004 auf 22,9 Prozent im Jahr 2024. Krebs blieb damit jedoch die zweithäufigste Todesursache. Nur an Krankheiten des Kreislaufsystems starben mehr Menschen (339.200 oder 33,7 Prozent aller Todesfälle). Die häufigste krebsbedingte Todesursache war Lungen- und Bronchialkrebs mit 45.100 Todesfällen – diese Erkrankung verursachte ein Fünftel (19,6 Prozent) aller krebsbedingten Todesfälle im Jahr 2024. Weitere häufige onkologische Todesursachen waren Darmkrebs (23.600 Todesfälle), Bauchspeicheldrüsenkrebs (19.500), Brustkrebs (18.700) und Prostatakrebs (15.500).
Zahl der Krankenhausbehandlungen sinkt langfristig
Im Krankenhaus fanden zuletzt weniger Krebsbehandlungen statt als vor zwanzig Jahren: Gegenüber 2004 mit 1,54 Millionen Fällen nahm deren Zahl um 5,6 Prozent ab. Krebs war damit 2024 für jeden zwölften Krankenhausaufenthalt (8,1 Prozent) der Grund. Mit Blick auf die verschiedenen Altersgruppen zeigt sich, dass Menschen im Alter von 60 bis 79 Jahren heute besonders häufig wegen Krebs im Krankenhaus behandelt werden. Mehr als die Hälfte (55,5 Prozent) aller Krebspatientinnen und -patienten gehörte 2024 zu dieser Altersgruppe. Auch Hochbetagte wurden im Jahr 2024 häufiger stationär wegen Krebs behandelt als 20 Jahre zuvor: In der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen stieg die Zahl der Fälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner von 5.098,7 auf 5.505,1. Bei den 85- bis 89-Jährigen gab es ein Plus von 4.079,3 Fällen auf 4.680,9 Fälle. Menschen unter 80 Jahren wurden dagegen seltener wegen Krebs in der Klinik behandelt als 2004 zuvor. Nur 5,2 Prozent der Krebspatientinnen und -patienten waren unter 40 Jahre alt. Auffällig dabei: Jüngere Menschen wurden im Jahr 2024 häufiger wegen Darmkrebs aufgenommen: In den Altersgruppen der 15- bis 44-Jährigen stieg die Zahl der Darmkrebsbehandlungen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, während sie in den älteren Altersgruppen zurückging.
Bessere Behandlungen als Ursache
Als Ursachen für den Rückgang der altersstandardisierten Sterblichkeit vermutet Destatis bessere Behandlungsmethoden, Möglichkeiten zur Früherkennung und Prävention. In dem Zeitraum haben sich indes auch die Versorgungsstrukturen verbessert: Mindestmengen für mehrere onkologische Indikationen sorgen bei vielen Krebsoperationen für die Bündelung komplexer Eingriffe an spezialisierten Zentren, so etwa im Bereich der häufigen Brustkrebs- und Lungenkrebserkrankungen. Zudem erhalten qualifizierte Zentren seit 2020 Zuschläge für koordinierende Aufgaben in der Versorgung.
- DestatisSterblichkeit aufgrund von Krebs geht in nahezu allen Altersgruppen zurück
- Qualitätssicherung in der stationären VersorgungMindestmengen für komplexe Operationen
- Vergütung von Leistungen nach dem DRG-EntgeltsystemZentren und Schwerpunkte