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Berufsfeld: Zahnmedizin Ändern Gewähltes Berufsfeld: Zahnmedizin Zurück zur Übersicht

29.04.2022 Unterkieferprotrusionsschiene: Das gilt 2022

News Zahnmedizin

Patientinnen und Patienten können seit Kurzem eine Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS) als Zweitlinientherapie bei obstruktiver Schlafapnoe erhalten. Worauf müssen Ärzte, Zahnärzte und Zahntechniker bei Verordnung und Behandlung achten?

Zahnarzt nimmt Abdruck (Symbolbld)
© iStock.com/shcherbak volodymyr

Unterkieferprotrusionsschiene: Vergütung und Abrechnung

Wann darf eine obstruktive Schlafapnoe mithilfe einer Unterkieferprotrusionsschiene behandelt werden? Voraussetzung ist, dass eine Überdrucktherapie zuvor nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat oder nicht infrage kommt. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im November 2020 beschlossen. Der G-BA hat anschließend auch festgelegt, wie Schlafmediziner, Zahnärzte und Zahntechniker zusammenarbeiten sollen.

Nach dem Beschluss des G-BA galt es, Vergütung und Abrechnung zu klären. Die letzten notwendigen Vereinbarungen sind zum 1. Januar 2022 in Kraft getreten. Seitdem finden sich die entsprechenden Positionen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für die zahnärztlichen Leistungen (BEMA) sowie im Bundeseinheitlichen Verzeichnis der abrechnungsfähigen zahntechnischen Leistungen (BEL). Zahnärzte und Zahntechniker können ihre Aufwände nun also mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen.

Schon zuvor hatte der Bewertungsausschuss Ärzte die ärztlichen Leistungen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Ärzte und Zahnärzte behandeln gemeinsam

Ärzte, Zahnärzte und Zahntechniker arbeiten bei der Therapie der obstruktiven Schlafapnoe durch eine Unterkieferprotrusionsschiene eng zusammen. Verschreiben dürfen eine UKPS jedoch nur Vertragsärzte mit der Zusatzweiterbildung „Schlafmedizin“.

Die gemeinsame Therapie läuft dabei in dieser Reihenfolge ab:

  1. Schlafmediziner stellt fest, dass die Überdrucktherapie mit einer Atemmaske nicht erfolgreich eingesetzt werden kann.
  2. Schlafmediziner verordnet eine Protrusionsschiene und überweist zur Behandlung an die Zahnarztpraxis. Zur schriftlichen Beauftragung eines Vertragszahnarztes gehört die Angabe des anzustrebenden Protrusionsgrades.
  3. Zahnärztin oder Zahnarzt prüft, ob zahnmedizinische Gründe gegen den Einsatz einer UKPS sprechen.
  4. Zahnärztin oder Zahnarzt nimmt für die Anfertigung der Schiene einen Abdruck von Ober- und Unterkiefer.
  5. Zahntechnikerin oder Zahntechniker fertigt die Schiene an.
  6. Zahnärztin oder Zahnarzt passt die Schiene individuell an und stimmt sich dabei dem Schlafmediziner ab.
  7. Schlafmediziner kontrolliert, ob die UKPS bei der Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe wirkt. Bei Bedarf nimmt die Vertragszahnärztin oder der Vertragszahnarzt eine Nachadaption der Einstellung des Protrusionsgrads vor.

Was sind Schlafapnoe und Protusionsschiene?

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) zeichnet sich durch eine wiederkehrende Verengung der oberen Atemwege im Rachenbereich während des Schlafs aus. Das führende klinische Symptom der obstruktiven Schlafapnoe ist die Tagesschläfrigkeit oder Müdigkeit.

Nach Angaben des G-BA ist die obstruktive Schlafapnoe die häufigste Form von Atmungsstörungen beim Schlafen. Fachleuten zufolge existieren verschiedene Ursachen und Risikofaktoren. Dazu zählt unter anderem starkes Übergewicht. Auch anatomische Besonderheiten im Mund- und Rachenraum werden häufig beobachtet. Ab dem 45. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, an einer obstruktiven Schlafapnoe zu erkranken, stetig.

Die Unterkieferprotrusionsschiene besteht aus einer transparenten Schiene für Ober- und Unterkiefer. Das Gerät drückt den Unterkiefer sanft nach vorne. Dadurch wird ein Zurückfallen der Zunge verhindert und die oberen Atemwege werden offen gehalten.

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