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QISA in der Praxis

QISA kann die Arbeit an der Versorgungsqualität in ganz verschiedenen Formen unterstützen: Die Anwendungskontexte für QISA reichen vom einzelnen Arzt über Gruppen von Ärztinnen und Ärzten bis hin zu Projektkooperationen mit der AOK und weiteren Einsatzmöglichkeiten.

Anwendungskontexte für QISA

QISA kann die Arbeit an der Versorgungsqualität in ganz verschiedenen Formen unterstützen:

  • Schon jeder einzelne Arzt kann sich die Versorgungsqualität für die Patienten in seiner Praxis mit QISA-Indikatoren transparent machen. Denn in den allermeisten Fällen liegen die erforderlichen Daten in der Praxis vor. Allerdings macht die Aufbereitung der Informationen für eine einzelne Praxis einen relativ hohen Aufwand. Zudem fehlt es für die Bewertung der Ergebnisse am Vergleich mit anderen Praxen.
  • In einer Gruppe von Ärztinnen und Ärzten ist die Arbeit mit Indikatoren schon um einiges einfacher möglich: Man kann die Datenerfassung und -auswertung gemeinsam organisieren. Auch die Aufbereitung der Ergebnisse ist leichter und zudem aussagekräftiger, weil die Ergebnisse der Praxen nebeneinander gestellt und verglichen werden können.
  • Eine weitere Erleichterung ist möglich, wenn der Einsatz der QISA-Indikatoren im Rahmen einer Projektkooperation mit der AOK erfolgt. Dann kann die Erfassung und Aufbereitung der Informationen in einem automatisierten Verfahren durch die AOK erfolgen, sodass den Ärzten weitgehend fertige Berichte zur Verfügung gestellt werden können.
    Beispielhaft wurde dies in einer Kooperation mit dem Arztnetz QuE in Nürnberg anhand der QISA-Indikatoren zur KHK durchgeführt (siehe ZEFQ-Artikel). Regelhaft findet eine solche Zusammenarbeit inzwischen im Projekt QuATRo statt, an dem 43 Arztnetze und sieben AOKs mitwirken.

Darüber hinaus gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten für die QISA-Indiatoren: Bei der Evaluation von Modellprojekten etwa oder in der Versorgungsforschung können sie als valide Parameter zur (stichpunktweisen) vergleichenden Bewertung der Qualität herangezogen werden.
Beispiele hierfür sind QSR, MQNK-Evaluation und andere mehr.

Besonders geeignet für neue Versorgungsformen

QISA kommt also speziell neuen Versorgungsformen wie Arztnetzen, hausarztzentrierter oder integrierter Versorgung oder Medizinischen Versorgungszentren entgegen. Diese Modelle sind populationsbezogen aufgebaut und wollen die Versorgung auf dieser Ebene verbessern. QISA hilft ihnen, die geleistete Qualität intern für Steuerungszwecke zu messen und sie bei Bedarf auch extern transparent zu machen. Je umfassender die QISA-Indikatoren eingesetzt werden, umso vollständiger wird das Bild und umso deutlicher wird erkennbar, inwieweit sich ein Versorgungsmodell von anderen abhebt.

Wenn solche neuen Formen der Versorgung tatsächlich die Zukunft prägen sollen, dann nur durch den Einsatz von Instrumenten wie QISA, die Ärzten präzises Feedback geben und ihnen damit konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzeigen. Durch diesen Einsatz von Indikatoren wird die Weiterentwicklung und Optimierung der Gesundheitsversorgung substantiell unterstützt.

Datenbasis – ein paar Tipps

Für die Arbeit mit Indikatoren ist es wertvoll, dass die erforderlichen Daten rasch und einfach verfügbar sind. Am ehesten ist dies bei der Nutzung von Routinedaten aus dem normalen Abrechnungsbetrieb gegeben. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Ärzten und Krankenkasse lassen sich solche Daten rasch und sicher bereitstellen. QISA berücksichtigt dies und stützt die Indikatoren auf Routinedaten, soweit dies inhaltlich möglich ist.

Soweit dies nicht der Fall ist, gibt es nur begrenzte Alternativen: DMP-Daten etwa bieten teils mehr Informationen als Routinedaten, können aber nur eingeschränkt genutzt werden und beziehen sich nur auf eingeschriebene Versicherte, also nicht auf die gesamte Patientenpopulation. Eigenorganisierte Datenerhebungen sind grundsätzlich immer möglich, verursachen aber besonderen Aufwand, bis sie implementiert sind und verlässliche Daten liefern.

In jedem Fall ist daher ein stimmiges und realistisches Datenkonzept die Grundlage jeder Arbeit mit Qualitätsindikatoren. Zu hoffen ist, dass diese Arbeit durch Weiterentwicklungen bei Dokumentationsstandards und der Datenverfügbarkeit im Gesundheitswesen künftig leichter wird.

Bewertung der Ergebnisse – der Weg zu Qualitätstransparenz

Indikatorwerte sind zunächst isolierte Messergebnisse und per se noch kein Ausdruck von Qualität. Zu einer Aussage über Qualität werden sie erst durch Interpretation. Hierbei sind zum einen die jeweiligen individuellen Gegebenheiten und Hintergrundeinflüsse zu berücksichtigen. Zum anderen sind Vergleichswerte für jede Interpretation essenziell: Eine singuläre Messung reicht nicht aus, um Qualität bewerten zu können. Erst der Vergleich von Messergebnissen mit Referenzwerten ermöglicht eine Beurteilung der geleisteten Qualität.

QISA schlägt daher nach Möglichkeit für jeden Indikator einen Referenzwert als Zielwert vor. Dieser Wert leitet sich aus der Literatur ab und erscheint damit womöglich als eher theoretisch. Die realen Werte können von einem solchen fachlich gesetzten Zielwert deutlich entfernt liegen, weil er spezifische Gegebenheiten wie zum Beispiel die Risikostruktur einer Population nicht berücksichtigen kann. Er sollte aber zumindest als eine mittelfristig anzustrebende Größe in die Bewertung einfließen und die Zielrichtung der Qualitätsarbeit markieren.

Interessant sind darüber hinaus weitere Vergleichswerte. Wichtige Beispiele sind:

  • Messungen im Zeitverlauf: Vergleich T1 mit T2 mit Tx usw.
  • Vergleich verschiedener Praxen (eines Arztnetzes) untereinander, zum Beispiel in Qualitätszirkeln
  • Vergleiche mit anderen Ärzten oder Arztgruppen auf regionaler oder Landesebene

Letztlich entsteht Qualitätstransparenz erst aus der Zusammenschau solcher unterschiedlicher Parameter. Deshalb empfiehlt es sich, neben der Messung eigener Werte auch aussagekräftige Vergleichswerte bereitzustellen – und natürlich ausreichend Raum für die interne Diskussion und Bewertung.

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