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18.07.2022 Medizinischer Dienst: Anzahl sogenannter Never Events nahm zu

News Krankenhaus

Die Medizinischen Dienste haben im Jahr 2021 insgesamt 13.050 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt, das sind etwa 1.000 Gutachten weniger als im Jahr davor (2020:14.042). In jedem vierten Fall bestätigte das Gutachten den Fehler und einen Schaden (3.222 Fälle), in jedem fünften war der Fehler auch Ursache des Schadens (2.707 Fälle). Das geht aus der aktuellen Jahresstatistik 2021 zur Begutachtung von Behandlungsfehlern hervor, die der Medizinische Dienst Ende Juni vorgestellt hat.

Operation (Symbolbild)
© AOK Mediendienst

13.050 Verdachtsfälle

Trotz der leicht rückläufigen Gutachtertätigkeit stellten die Dienste mehr sogenannte Never Events fest, also schwerwiegende, aber sicher vermeidbare Ereignisse wie Operationen an falschen Gliedmaßen oder Verwechselungen von Medikamenten. Die Anzahl solcher Behandlungsfehler stieg von 120 (2020) auf 130 (2021). Bei knapp zwei Dritteln (65,2 Prozent) aller begutachteten Fälle wurde im Anschluss an die Behandlung eine Intervention oder ein Krankenhausaufenthalt notwendig, die Betroffenen sind jedoch vollständig genesen. Bei knapp einem Drittel der Betroffenen wurde ein dauerhafter Schaden verursacht.

Insgesamt erfasst die aktuelle Statistik 13.050 Verdachtsfälle zu insgesamt 1.006 unterschiedlichen Diagnosen – von fehlerhaften Knie- und Hüftgelenksimplantationen über die Therapie von Knochenbrüchen, Durchblutungsstörungen am Herzen bis hin zu Gallensteinen und Zahnerkrankungen.

Orthopädie und Unfallchirurgie bleiben an der Spitze

Wie in den Jahren zuvor entfielen etwa zwei Drittel aller erhobenen Vorwürfe auf Leistungen in der stationären Versorgung, zumeist in Krankenhäusern (8.690 Fälle). Ein Drittel bezog sich auf Arztpraxen (4.339 Fälle). Auch bei den betroffenen Fachrichtungen gab es nur wenig Veränderung gegenüber der bisherigen Statistik: 30 Prozent aller Vorwürfe (3.909 Fälle) betrafen die Orthopädie und Unfallchirurgie, rund zwölf Prozent die Innere Medizin und Allgemeinmedizin (1.608 Fälle), jeweils knapp neun Prozent die Frauenheilkunde und Geburtshilfe (1.133 Fälle) sowie die Allgemein- und Viszeralchirurgie (1.130 Fälle). Acht Prozent der Vorwürfe betrafen eine zahnmedizinische Versorgung (1.081 Fälle), knapp sechs Prozent entfielen auf die Pflege (750 Fälle). Über 26 Prozent der Vorwürfe bezogen sich auf 29 weitere Fachgebiete.

Hintergrund

Die Medizinischen Dienste begutachten Vorwürfe von Behandlungsfehlern im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen. Auf der Basis des Sachverständigengutachtens können die Betroffenen dann entscheiden, ob sie weitere Schritte unternehmen wollen. Die Begutachtung ist für Versicherte kostenlos.

Behandlungsfehlerstatistik des MD

Der Medizinische Dienst veröffentlicht einmal jährlich für das jeweilige Vorjahr eine Statistik zu den bei den Medizinischen Diensten begutachteten Verdachtsfällen. Über 75 Prozent dieser Fälle betreffen Behandlungen im stationären Bereich und hierbei vor allem Behandlungen in der Orthopädie/Unfallchirurgie, der Inneren Medizin und der Gynäkologie/Geburtshilfe. In zirka 25 Prozent dieser Fälle bestätigt sich der Verdacht auf einen Behandlungs- oder Pflegefehler. Die tatsächliche Anzahl von Behandlungsfehlern schätzte das Bundesministerium für Gesundheit zuletzt auf ungefähr 170.000 pro Jahr. Ein Behandlungsfehlerregister, in dem verpflichtend jeder Fehler aus jedem Versorgungsbereich zu dokumentieren ist, gibt es in Deutschland bislang nicht. 

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