Fachportal für Leistungserbringer
Alle Berufsfelder
Angebote anzeigen für: Fachportal für Leistungserbringer
Warum wird diese Angabe benötigt?

Die AOK-Gemeinschaft gliedert sich in elf eigenständig agierende AOKs, welche regionale Angebote und Inhalte für Sie bereithalten.

Damit Sie zutreffende regionale Informationen erhalten, müssen Sie eine AOK/Region auswählen.

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig! Ihre Regionalisierungsdaten werden ausschließlich lokal innerhalb Ihres Browsers als Cookie gespeichert, eine Speicherung oder Verarbeitung dieser Daten durch die AOK erfolgt zu keinem Zeitpunkt.

Berufsfeld: Arzt & Praxis Ändern Gewähltes Berufsfeld: Arzt & Praxis Berufsfeld ändern

20.11.2020 PRO DIALOG: Regionale Unterschiede bei Asthma

News Arzt & Praxis

Gut vier Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter Asthma. Städter sind eher betroffen als Menschen im ländlichen Raum, Jungen und ältere Frauen mehr als der Rest der Bevölkerung, heißt es in einem Bericht des WIdO.

Ein Asthaminhaler liegt auf dem Schreibtisch neben einem Notebook.
© iStock/Neustockimages

3,5 Millionen Menschen medikamentös behandelt

In Deutschland leben etwa 3,5 Millionen Menschen mit einem medikamentös behandelten Asthma. Das entspricht einem Anteil von 4,2 Prozent, geht aus dem aktuellen „Gesundheitsatlas Asthma“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Im Vergleich der Bundesländer stachen Nordrhein-Westfalen mit 4,7 Prozent, das Saarland mit 4,6 Prozent und Thüringen mit 4,6 Prozent hervor. Deutlich niedrigere Krankheitshäufigkeiten zeigten sich dagegen in Mecklenburg-Vorpommern mit 3,4 Prozent und in Baden-Württemberg mit 3,7 Prozent.

Großstädte weisen dem Bericht zufolge im Vergleich zu ländlichen Regionen insgesamt eine leicht erhöhte Asthma-Häufigkeit auf. So wurde unter den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern in Dortmund mit 5,0 Prozent der höchste Anteil von Asthma-Patienten ermittelt, gefolgt von Essen mit 4,9 Prozent und Nürnberg mit 4,6 Prozent. Am unteren Ende der Liste steht nach dem Bericht Stuttgart mit einem Anteil von 3,7 Prozent. Die höhere Asthma-Prävalenz in vielen Großstädten kann nach Worten des stellvertretenden WIdO-Geschäftsführers Helmut Schröder „möglicherweise mit der Luftverschmutzung erklärt werden, die als Risikofaktor für die Erkrankung gilt“.

Krankheitshäufigkeiten für Kreise und kreisfreie Städte

Der Gesundheitsatlas stellt erstmals Krankheitshäufigkeiten für die 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland auf Basis eines eigens entwickelten Hochrechnungs-Verfahrens dar. Danach sind Heidelberg und der brandenburgische Kreis Dahme-Spreewald mit jeweils 2,9 Prozent die Regionen mit dem geringsten Anteil von Asthma-Patienten. Am stärksten betroffen sind die Landkreise Sonneberg mit 6,5 Prozent sowie Eisenach und Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen mit jeweils 6,2 Prozent. „Zur Vermeidung von Neuerkrankungen und Verbesserung der Asthmasymptomatik sollten Landräte und Bürgermeister in den besonders stark betroffenen Regionen die verschiedenen Risikofaktoren in den Blick nehmen. Dazu zählen eingeatmete Stoffe, die die Lunge schädigen – insbesondere das Rauchen“, betont Schröder.

Mehr Asthma bei Jungen und älteren Frauen

Bei der Krankheitshäufigkeit zeigt der Gesundheitsatlas zudem deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht. In der Altersgruppe bis 14 Jahre sind Jungen mit 5,4 Prozent deutlich häufiger an Asthma erkrankt als Mädchen mit 1,9 Prozent. Im Erwachsenenalter sind Frauen zwischen 70 und 79 Jahren mit 6,8 Prozent am stärksten betroffen. „Gründe für diesen geschlechtsspezifischen Unterschiede wie auch die mögliche geschlechtsspezifische Risikofaktoren sind noch unklar und sollten weiter erforscht werden, so die für DMP zuständige Ärztin im AOK-Bundesverband, Eike Eymers. „Bekannt ist aber, dass sich dieser Geschlechtsunterschied offenbar zu Beginn der frühen Pubertät umdreht und dann mehr Mädchen betroffen sind als Jungen. Mögliche Gründe für die Geschlechtsunterschiede könnten hormonelle Einflüsse sein aber auch genetische Faktoren und Umwelteinflüsse könnten eine Rolle spielen.“

Zusammenhang zwischen Asthma und Adipositas

Der Gesundheitsatlas bestätigt einen aus anderen Studien bekannten Zusammenhang: In Regionen mit einem hohen Anteil von Menschen mit krankhaftem Übergewicht ist auch die Rate der Asthma-Erkrankungen erhöht. So zeigt sich im Fünftel der deutschen Regionen mit dem höchsten Adipositas-Anteil eine Asthma-Häufigkeit von 4,5 Prozent. Das Fünftel mit dem niedrigsten Adipositas-Anteil hat demnach eine Asthma-Häufigkeit von nur 3,8 Prozent. Eymers: „Studien weisen darauf hin, dass eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Asthmapatienten zu einer Verbesserung der Krankheitskontrolle beitragen kann. Das Abnehmen wird diesen Patienten auch in der Nationalen Versorgungsleitlinie empfohlen, um  die Asthma-Symptome zu bessern.“

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Pandemie weist der Bericht zudem auf erste Studienergebnisse hin, nach denen „bei einem gut kontrollierten Asthma nicht von einem erhöhten Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ausgegangen werden kann“.

PRO DIALOG: Newsletter und Archiv

Mit dem Newsletter verpassen Sie keine Ausgabe von PRO DIALOG mehr. Und falls doch: Im Archiv finden Sie eine Übersicht der bisherigen Ausgaben. 

Die aktuelle Ausgabe als PDF

Lesen Sie jetzt die gesamte Ausgabe von PRO DIALOG

PRO DIALOG vom 20.11.2020

Gut vier Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter Asthma. Städter sind eher betroffen als Menschen im ländlichen Raum, Jungen und ältere Frauen mehr als der Rest der Bevölkerung.

PRO DIALOG vom 20.11.2020

Kontakt zur AOK

Ansprechpartner finden

Finden Sie schnell und einfach Ihren Ansprechpartner passend zum Thema.

Zur Ansprechpartnersuche

Kontakt aufnehmen

Sie haben Fragen und Hinweise? Die Experten der AOK helfen Ihnen gern weiter.

Zu den Kontaktangeboten