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28.04.2020 Sozialmedizinische Nachsorgemaßnahmen: Ausnahmeregelung verlängert

News Reha & Vorsorge

Für die sozialmedizinischen Nachsorgemaßnahmen gilt die Ausnahmeregelung bis zum 31. Mai 2020.

Therapeut hilft Frau bei einer Übung mit einem Ball
iStockphoto.com/andresr

Ausnahmeregelung für sozialmedizinische Nachsorgemaßnahme verlängert

Die Corona-Epidemie stellt auch den Bereich der Rehabilitation vor enorme Herausforderungen. Daher wurden Maßnahmen beschlossen, die die jeweiligen Fachkräfte unkompliziert und schnell entlastet, sowie während der Ausbreitung des Coronavirus unterstützt sollen.

Aktuell gilt, für die sozialmedizinischen Nachsorgemaßnahmen nach § 43 Abs. 2 SGB V gilt die befristete Ausnahmeregelung, wonach von der geforderten Erbringung von 2/3 der Maßnahmen im persönlichen Kontakt abgewichen werden kann, jetzt bis zum 31. Mai 2020. Des Weiteren kann der Leistungszeitraum von maximal drei auf fünf Monate verlängert werden.

Eine Übersicht:

(Alle Änderungen, Anpassungen und Neuerungen vom 28. April sind fett markiert)

Für die sozialmedizinischen Nachsorgemaßnahmen nach § 43 Abs. 2 SGB V ist die Regelungen zur aufsuchenden Nachsorge aufgehoben. Das bedeutet, die eigentlich geforderte Regelung, dass 2/3 der sozialmedizinischen Nachsorgemaßnahmen im unmittelbar persönlichen Kontakt mit dem Kind oder dessen Eltern/Erziehungsberechtigten/Angehörigen erbracht werden sollen, momentan ausgesetzt ist.

Diese Regelung ist bis zum 31. Mai 2020 gültig.

Zudem kann der Leistungszeitraum für Nachsorgemaßnahmen von maximal drei auf fünf Monate verlängert werden. Dies soll den betroffenen Familien im Einzelfall die Möglichkeit geben, Nachsorgeeinheiten zu einem späteren Zeitpunkt im persönlichen Umfeld in Anspruch zu nehmen. Davon unberührt bleiben die Regelungen zum Umfang der Nachsorgeeinheiten (sechs bis maximal 20 Einheiten). Diese Regelung bezieht sich auf alle bis zum 31. Mai 2020 gestellten Anträge.

Die Ambulante Rehabilitation Abhängigkeitskranker (ARS) kann im Rahmen von therapeutischen Einzelgesprächen telefonisch erfolgen. Damit schließen sich die gesetzlichen Krankenkassen den Regelungen der Deutsche Rentenversicherung Bund an. Auch können digitale Kontaktmöglichkeiten genutzt werden. Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen sind allerdings zu beachten. Somit wäre auch weiterhin eine Leistungserbringung in Gruppenform möglich.

Die telefonische beziehungsweise digitale Leistungserbringung ist bei der Abrechnung gesondert zu kennzeichnen.

Diese Vereinbarung ist vorläufig bis zum 19. April 2020 gültig.

Der Bewilligungszeitraum beim Rehabilitationssport und Funktionstraining wird unbürokratisch um die Zeit der Aussetzung der Übungsveranstaltungen verlängert. Hierzu bedarf es keiner besonderen Antragstellung durch die Versicherten beziehungsweise die Leistungserbringer.

Rehabilitationssport/Funktionstraining kann ab sofort auch in Form eines Tele-/Online-Angebotes erfolgen. Dies haben die gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam beschlossen. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass sowohl die Teilnehmer als auch die Leistungserbringer die technischen Voraussetzungen haben und nutzen können. Die Regelung ist vorerst bis zur Aufhebung der Kontaktbeschränkungen befristet. Wegen fehlender ärztlicher Betreuung und Überwachung in der Häuslichkeit sind Herz-/Kinderherzgruppen hiervon ausgeschlossen.

Der GKV-Spitzenverband empfiehlt, in Abstimmung mit den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene, das Verfahren zur Anschlussrehabilitation gegenwärtig umzustellen: Danach prüfen die Krankenhäuser die Voraussetzungen für die Teilnahme an einer Anschlussrehabilitation und organisieren die Überleitung in diese, ohne zunächst auf die Genehmigung der Leistung durch die zuständige Krankenkasse zu warten.

Weiterhin unterstützen die Krankenkassen die Sozialdienste der Krankenhäuser bei der Auswahl geeigneter Rehabilitationseinrichtungen oder übernehmen diese Aufgabe.

Das Direkteinweisungsverfahren durch die Krankenhäuser wurde auf die geriatrische Rehabilitation erweitert. Darüber hinaus gilt die Empfehlung auch für die neurologische Rehabilitation in der Phase C und - sofern aufgrund regionaler Strukturen und Vereinbarungen die erforderlichen Behandlungen auch bereits in der Phase B in Rehabilitationseinrichtungen erbracht werden – für Patienten der Phase B.

Voraussetzungen für die empfohlenen „Direkteinweisungen“ durch die Krankenhäuser sind:

  • Die Anschluss-Rehabilitation erfolgt in den Indikationen und unter den Voraussetzungen des AHB-Indikationskataloges der Deutschen Rentenversicherung (Stand 12/2017).
  • Den Krankenkassen werden weiterhin Anträge auf Anschlussrehabilitation zugleitet. Die Krankenkassen werden diese Anträge formal genehmigen, damit die üblichen administrativen Verfahren – insbesondere im elektronischen Datenaustausch - mit den Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt werden können.

Diese Regelung ist bis zum 30. April befristet.

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