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Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU): Einführung und Voraussetzungen

Wann kommt die eAU?

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist zum 1. Oktober 2021 gestartet. Ärzte können die eAU seitdem über ihr Praxisverwaltungssystem erstellen. Die digitale Übermittlung soll das Meldeverfahren im Krankheitsfall für alle Beteiligten vereinfachen. Für Praxen, denen die technischen Voraussetzungen fehlen, gilt bis zum 31. Dezember 2021 eine Übergangsfrist.

AU und eAU: Hintergrund

Mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) bestätigen Ärzte oder Zahnärzte, dass sie bei einem Patienten eine Erkrankung festgestellt haben, die diesen an der Arbeit hindert. Bisher erhielten Versicherte die Bescheinigung in mehrfacher Ausfertigung und übermittelten den „gelben Schein“ dann selbstständig an Arbeitgeber und Krankenkasse.

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) wurde im Mai 2019 die elektronische Weiterleitung der AU vom Arzt an die Krankenkasse geregelt. Mit dem Dritten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG III) folgte im November 2019 die rechtliche Grundlage, um die elektronisch übermittelten AU-Zeiten von der Krankenkasse an den Arbeitgeber zu digitalisieren.

eAU: Schrittweise Einführung

Seit dem 1. Oktober 2021 kann der ausstellende Arzt die neue elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) digital an die zuständige Krankenkasse senden. Dies erfolgt direkt aus der Praxisverwaltungssoftware oder dem Krankenhausinformationssystem. Der postalische Versand des Papierdurchschlags an die Krankenkasse entfällt damit. Das neue Verfahren betrifft auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die im Zuge des Entlassmanagements durch stationär tätige Ärzte ausgestellt werden.

Für Praxen, die zum 1. Oktober 2021 noch nicht über die technischen Voraussetzungen für die eAU verfügen, gilt noch bis 31. Dezember 2021 eine Übergangsregelung. Bis dahin können Ärzte auch im Krankheitsfall weiterhin den „gelben Schein“ (Muster 1) aushändigen.

Auch für Praxen, die zum 1. Oktober 2021 auf die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung umstellen, ist die Arbeit mit Papier noch nicht ganz abgeschafft. Ärzte müssen ihren Patienten weiterhin Ausdrucke aushändigen: eine Ausfertigung für den Arbeitgeber und eine für den Patienten selbst. Damit bleibt zunächst die Aufgabe beim Versicherten, den Ausdruck an den Arbeitgeber zu senden.

Vom 1. Juli 2022 an soll das AU-Meldeverfahren dann vollständig digital erfolgen. Geplant ist, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen die eAU-Daten ab Juli 2022 auf Anforderung direkt an die Arbeitgeber übermitteln - ohne medizinische Inhalte wie etwa Diagnosen. Die Ausfertigungen für den Versicherten und den Arbeitgeber können auf Wunsch des Versicherten auch digital an diesen übermittelt werden. Die Patienten können auf Wunsch einen Ausdruck für ihre Dokumentation erhalten.

Technische Voraussetzungen für die eAU in der Arztpraxis

Welche technischen Voraussetzungen benötigen Arztpraxen für die Ablösung der papiergebundenen AU? Damit Praxen eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen können, müssen sie mittels eines Konnektors an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein. Um Daten sicher innerhalb der TI zu versenden, benötigen Ärzte und Zahnärzte zudem einen Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen). Für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ist ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) 2.0 erforderlich. Zudem muss das Praxisverwaltungssystem (PVS) ein Update erhalten, um die neuen Funktionen anbieten zu können. Gegebenenfalls ist auch noch ein Update des bereits vorhandenen Konnektors erforderlich.

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