DAS KHAG UND DIE FOLGEN
Bessere Klinikstrukturen: Nach der Reform ist vor der Reform
Das Gesetz zur Anpassung der Krankenhausreform (KHAG) ist verabschiedet. Doch der Kompromiss, den Bund und Länder nach zähen Verhandlungen vereinbart haben, ist ein unscharfes Gebilde mit vielen losen Enden. Wichtige Ziele der Reform stehen nun wieder infrage: Qualitative Verbesserungen gibt es nur, wenn die Bundesländer es wollen. Eine Verlagerung stationärer Fälle in ambulante Einrichtungen scheint in weite Ferne gerückt – auch infolge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes. Das Hauptproblem der Vorhaltekostenfinanzierung bleibt ungelöst.


"Die Anreize laufen auseinander"
Wie ein kommunaler Maximalversorger in Chemnitz in die Zukunft schaut

Kostenbremse im Krankenhausbereich
Die Bundesregierung bleibt hinter den Empfehlungen ihrer Kommission zurück.
36%
der kommunalen Klinikmanager sahen in einer Studie zum Krankenhausreform-Anpassungsgesetz (KHAG) eine Verschlechterung der Krankenhausreform; 41 % nehmen keine wesentliche Veränderung wahr.
Quelle: Crunchtime Krankenhaus-Radar 2026 (mit der Universität Hohenheim)- Das BMG will Kurzzeitpauschalen einführen
- Mindestmengen: Kaum längere Wege zur Knie-OP
“Durch die zeitliche Aufweichung droht der Reformprozess an Momentum zu verlieren.”Prof. Dr. Djordje Nikolic, Leiter des Bereichs Health bei Accenture in der DACH-Region und ehemaliger Gründer und CEO von Consus.health (kma Online vom 6. März 2026)
Veranstaltungen
30. Juni bis 2. Juli 2026 – Hospital Leadership and digital Transformation, Düsseldorf
Digitalisierungsstrategien von Kliniken erfolgreich umsetzen
1. und 2. September 2026 – Medcare, Leipzig
Branchentreff für die medizinisch-pflegerische Versorgung im sektorenübergreifenden Kontext
9. und 10. September 2026 – Gesundheitswirtschaftskongress, Hamburg
Perspektivwechsel zu mehr Effektivität und Effizienz
Pressecho
Uniklinik Leipzig bleibt im Plus
Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat 2025 einen Jahresüberschuss von einer halben Million Euro erreicht. Damit seien die wirtschaftlichen Ziele erreicht worden, teilte das Klinikum mit. Trotz wachsender Patientenzahlen und guter Leistungsentwicklung bleibe die Situation angespannt – auch mit Blick auf die derzeit diskutierten Sparmaßnahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes. Die Zahl der stationären und der ambulanten Fälle stieg um durchschnittlich mehr als drei Prozent auf 423.700. Gleichzeitig belasten steigende Personal- und Sachkosten sowie höhere Instandhaltungs- und Wartungsaufwendungen die Bilanz.
Leipziger Volkszeitung, 3. Juni 2026
Montabaur mit positivem Abschluss
Die BBT-Region Koblenz-Saffig hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem stabilen und positiven Jahresergebnis abgeschlossen. Wie die Unternehmensgruppe Barmherzige Brüder Trier (BBT) gGmbH mitteilte, habe das Katholische Klinikum Koblenz Montabaur sogar leicht über dem ambitionierten Wirtschaftsplan gelegen. Auch das Krankenhaus St. Elisabeth in Lahnstein, die jüngste Einrichtung der Region, habe sich deutlich positiv entwickelt. Für das erste Jahr unter Trägerschaft der BBT-Gruppe konnte dort ein positives Jahresergebnis erzielt werden – keineswegs selbstverständlich, da die Klinik erst vor zwei Jahren aus einem Insolvenzverfahren übernommen worden sei. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war das geschäftsfeldübergreifende Wachstum. In allen Bereichen wurden mehr Menschen behandelt und versorgt als im Vorjahr.
Westerwälder Zeitung, 1. Juni 2026
100 Millionen Euro für Esslingen
Das Esslinger Klinikum erhält fast 100 Millionen Euro Fördergelder vom Land Baden-Württemberg. Derzeit läuft der Neubau des Hauses 2, in dem moderne Strukturen für eine zentrale Notaufnahme, eine große Intensivtherapiestation, den OP-Bereich sowie zwei Pflegestationen entstehen. Ziel ist es, das Krankenhaus zukunftsfähig aufzustellen. Das Land unterstützt das größte Einzelbauprojekt in der 170-jährigen Geschichte des Hauses nun mit insgesamt fast 100 Millionen Euro. Im Rahmen des Krankenhausbauprogramms 2026 fließen rund 87 Millionen Euro Fördergelder in den Neubau. Mit weiteren rund 11 Millionen Euro wird die neue Technikzentrale des Klinikums gefördert.
Stuttgarter Zeitung, 19. Mai 2026