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Elektronischer Heilberufsausweis

Zusammenfassung

Der elektronische Heilberufsausweis ist eine personengebundene Chipkarte, mit der sich Angehörige von Gesundheitsberufen ausweisen. Aktuell können Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker den elektronischen Heilberufsausweis nutzen. Für Angehörige von nicht-verkammerten Gesundheitsberufen wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Hörgeräteakustikern steht der Ausweis derzeit nur in Pilotprojekten zur Verfügung.

Was ist ein elektronischer Heilberufsausweis?

Der elektronische Heilberufsausweis – kurz eHBA oder HBA –ist so groß wie eine Kreditkarte. Ein Foto zeigt den Karteninhaber. Deshalb dient der eHBA auch als Sichtausweis, der es ermöglicht, die Identität des Nutzers mit einem Blick zu überprüfen.

Auf einem Mikroprozessorchip sind die Daten des Karteninhabers gespeichert. Zudem ist eine Signier- und Verschlüsselungsfunktion hinterlegt. Damit weist der elektronische Heilberufsausweis seinen Besitzer in der digitalen Welt zweifelsfrei als Angehörigen seines Gesundheitsberufs aus. Der eHBA ist nicht übertragbar und sollte nicht an andere, zum Beispiel an die Praxismitarbeiter, weitergegeben werden.

Für die verschiedenen Nutzergruppen wird der eHBA auch als eArztausweis, elektronischer Zahnarztausweis (eZAA), ePsychotherapeutenausweis (ePtA) und eApothekerausweis bezeichnet.

Wer darf einen elektronischen Heilberufsausweis beantragen?

In einem ersten Schritt können Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker einen elektronischen Heilberufsausweis beantragen. Dies umfasst die verkammerten Berufe im Gesundheitswesen. Hier gilt, dass der elektronische Heilberufsausweis erst nach erfolgreicher Approbation beantragt werden darf. Psychotherapeuten in Ausbildung können demnach beispielsweise keinen eHBA erhalten.

Zudem sieht der Gesetzgeber auch weitere Leistungserbringer als Empfänger des elektronischen Heilberufsausweis vor, nämlich die nicht-verkammerten Berufe. Dazu zählen zum Beispiel Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Hörgeräteakustiker. Allerdings ist noch offen, welche Stelle die Ausgabe der Heilberufs- und Berufsausweise für die nicht-verkammerten Berufe übernehmen könnte.

Wofür brauche ich einen elektronischen Heilberufsausweis?

Mit dem elektronischen Heilberufsausweis weisen sich Angehörige von Gesundheitsberufen zweifelsfrei als Angehörige der jeweiligen Berufsgruppe online aus. Er wird für die Authentifizierung des Inhabers benötigt, um bestimmte Anwendungen der Telematikinfrastruktur nutzen zu können.

Zu den Funktionen der Telematikinfrastruktur, die mit dem eHBA genutzt werden können, gehören zum Beispiel der Zugriff auf Patientendaten wie:

Der Zugriff auf diese Daten setzt jeweils die Zustimmung von Versicherten voraus. Des Weiteren können mit dem eHBA auch Nachrichten entschlüsselt und vor allem rechtssichere elektronische Unterschriften erstellt werden.

Mit dem eHBA rechtssicher unterschreiben

Inhaber eines eHBA erhalten nicht nur Zugriff auf elektronische Dokumente. Sie können diese auch rechtssicher unterschreiben und verschlüsseln. Die Telematikinfrastruktur nutzt dafür die sogenannte „qualifizierte elektronische Signatur“. Diese entspricht juristisch einer eigenhändigen Unterschrift. So können Ärzte beispielsweise elektronische Rezepte, Laboranforderungen und elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) mithilfe des elektronischen Heilberufsausweis unterzeichnen.

Auch für den Zugriff auf den Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) benötigen Leistungserbringer einen elektronischen Heilberufsausweis. Der E-Mail-Fachdienst KIM ermöglicht es, medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur zu versenden und zu empfangen. Dabei können grundsätzlich alle Teilnehmer der Telematikinfrastruktur miteinander in Kontakt treten.

Ist der elektronische Heilberufsausweis Pflicht?

Indirekt ja. Zwar fordert der Gesetzgeber die Ausweispflicht nicht ausdrücklich. Sie ergibt sich aber aus verschiedenen gesetzlichen Regelungen. Dies gilt jeweils dann, wenn Leistungserbringer Verfahren anwenden müssen, für die sie einen elektronischen Heilberufsausweis benötigen. So müssen sich Leistungserbringer beispielsweise digital ausweisen, wenn sie die elektronische Patientenakte befüllen, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder den Notfalldatensatz signieren.

Allgemein gilt, dass alle Arztpraxen, psychotherapeutischen Praxen und Apotheken, die gesetzlich Krankenversicherte versorgen, so ausgestattet sein müssen, dass sie grundsätzlich die Telematikinfrastruktur und ihre Anwendungen nutzen können.

Elektronischer Heilberufsausweis der zweiten Generation

Für einige Gesundheitsberufe existieren verschiedene Generationen von elektronischen Heilberufsausweisen. Ob und in welchem Umfang ältere Versionen den Zugriff auf Anwendungen der Telematikinfrastruktur ermöglichen, ist unterschiedlich geregelt. Gewährleistet ist dieser Zugriff bei neuen elektronischen Heilberufsausweisen ab der zweiten Generation (elektronischer Heilberufsausweis 2. Generation).

Elektronischer Heilberufsausweis: Inbetriebnahme

Jede Praxis benötigt neben dem elektronischen Heilberufsausweis auch einen elektronischen Praxisausweis. Dieser wird auch als Institutionskarte oder SMC-B bezeichnet. Der Praxisausweis hat die Größe einer SIM-Karte. Neben dem Konnektor und dem stationären Kartenlesegerät ist er eine zwingend erforderliche Komponente, um die Telematikinfrastruktur nutzen zu können. Er wird für jede Praxis mit eigener Betriebsstätten-Nummer benötigt, also zum Beispiel auch für jede Zweitpraxis.

Um den eHBA nutzen zu können, ist ein Update des zur Verbindung mit der Telematikinfrastruktur notwendigen Konnektors nötig. Nur durch das Einspielen entsprechender Updates für die TI-Konnektoren sind Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken in der Lage, alle medizinischen Anwendungen zu nutzen, die mit dem eHBA möglich werden.

Elektronischer Heilberufsausweis: Kosten

Der elektronische Arztausweis ist mit Kosten verbunden. Gegebenenfalls verlangen verschiedene Hersteller unterschiedliche Kosten. Deshalb kann es sich lohnen, sich auf den Seiten der Landeskammer über die Anbieter zu informieren. Die Landeskammern bieten in der Regel auch Links zu den Antragsportalen der zugelassenen Anbieter.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen zahlen teilweise eine Betriebskostenpauschale, mit der die Kosten anteilig abgedeckt werden. Für die verschiedenen technischen Komponenten haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) sowie der Deutsche Apothekerverband (DAV) Finanzierungsvereinbarungen mit dem GKV-Spitzenverband getroffen.

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