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Berufsfeld: Krankenhaus Ändern Gewähltes Berufsfeld: Krankenhaus Berufsfeld ändern

Grundlohnrate und Orientierungswert

Der Orientierungswert und die Grundlohnrate bilden den Rahmen für die Entwicklung der Preise für Krankenhausleistungen. Die jährliche Veränderung der Landesbasisfallwerte entspricht dem Orientierungswert, es sei denn, die Grundlohnrate fällt höher aus.

Kennziffer für die Kostensteigerung der Krankenhäuser

Der Orientierungswert 2021 für Krankenhäuser beträgt 2,60 Prozent. Der Wert gibt die durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Krankenhauskosten wieder, die ausschließlich aus Preis- oder Verdienständerungen resultiert.

Demnach sind die Kosten der Krankenhäuser im zweiten Halbjahr 2019 und im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,60 Prozent gestiegen: Personalkosten um 3,40 Prozent und Sachkosten um 1,30 Prozent. Den Orientierungswert gibt das Statistische Bundesamt jedes Jahr bis zum 30. September bekannt.

Klinikpreise folgen dem jeweils höheren Wert

Der aktuelle Orientierungswert liegt erstmals seit Jahren wieder über der Grundlohnrate in Höhe von 2,53 Prozent. Laut Gesetz gilt dann der Orientierungswert automatisch als Veränderungswert. Der Veränderungswert bildet die Grundlage für die Landesbasisfallwertverhandlungen.

Jahr

Grundlohnrate

Orientierungswert

Veränderungswert

2020/2021

2,53%

2,60%

2,60%

2019/2020

3,66 %

2,99 %

3,66 %

2018/2019

2,65 %

1,96 %

2,65 %

2017/2018

2,97 %

2,11 %

2,97 %

2016/2017

2,50 %

1,54 %

2,50 %

2015/2016

2,95 %

1,57 %

2,95 %

2014/2015

2,53 %

1,44 %

2,53 %

2013/2014

2,81 %

2,02 %

2,81 %

2012/2013

2,03 %

2,00 %

2,03 %

Aktuelle Grundlohnrate

Die Grundlohnrate für das Jahr 2021 beträgt 2,53 Prozent. Die Ziffer gibt die Veränderungsrate der beitragspflichtigen Einnahmen aller Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen wieder. Sie ist maßgeblich für die Umsetzung des Grundsatzes der Beitragssatzstabilität in den Krankenhausverhandlungen (Paragraf 71 SGB V). Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) stellt bis zum 15. September eines jeden Jahres die Grundlohnrate fest. Bezugsgröße ist der gesamte Zeitraum der zweiten Hälfte des Vorjahres und der ersten Hälfte des laufenden Jahres gegenüber dem entsprechenden Zeitraum der jeweiligen Vorjahre. 

Veränderungswert ist Preisobergrenze für Klinikleistungen

Die Krankenhauspreise können pro Jahr höchstens um den Veränderungswert steigen. Die Erlösentwicklung bleibt davon aber unberührt. Die Erlöse der Krankenhäuser hängen neben dem Preis auch von der Menge der erbrachten Leistungen ab. Dabei bedeutet mehr Menge höhere Erlöse.

Der Veränderungswert gilt sowohl für die somatischen Krankenhäuser, die nach Fallpauschalen abrechnen als auch für die psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, die bereits auf das neue pauschalierte Entgeltsystem umgestiegen sind.

Je nachdem, wie sich Grundlohnrate und der Orientierungswert zu einander entwickeln, gelten für die Berechnung des Veränderungswerts unterschiedliche Regeln.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht gemäß den Vorgaben des Krankenhausentgeltgesetzes jährlich bis zum 30. September den Orientierungswert für Krankenhäuser. Er gibt die durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Krankenhauskosten wieder, die ausschließlich auf Preis- oder Verdienständerungen zurückzuführen ist. Grundlage der Berechnungen sind die Daten aus dem ersten Halbjahr des jeweiligen Jahres und dem zweiten Halbjahr des Vorjahres. Der Orientierungswert setzt sich aus zwei Teilwerten zusammen: für Personalkosten und für Sachkosten.

Jahr Orientierungswert Teilorientierungswert Personalkosten Teilorientierungswert Sachkosten
2019 2,99 % 3,79 % 1,68 %
2018 1,96 % 2,39 % 1,26 %
2017 2,11 % 2,73 % 1,11 %
2016 1,54 % 2,39 % 0,19 %
2015 1,57 % 2,22 % 0,55 %
2014 1,44 % 1,89 % 0,74 %
2013 2,02 % 2,65 % 1,04 %
2012 2,00 % 1,89 % 2,17%

 Nach Angaben von Destatis fließen in die Berechnung des Orientierungswertes ausschließlich Ergebnisse bereits vorhandener Statistiken ein. Dazu zählen insbesondere die Vierteljährliche Verdiensterhebung, ausgewählte Preisstatistiken und der Kostennachweis der Krankenhäuser. 

1. Liegt der Orientierungswert unter der Grundlohnrate, gilt diese als Veränderungswert.
2. Liegt der Orientierungswert über der Grundlohnrate, vereinbaren die Vertragsparteien auf Bundesebene den Veränderungswert gemäß den Vorgaben des Krankenhausentgeltgesetzes beziehungsweise der Bundespflegesatzverordnung. Entscheidend dabei ist die Differenz zwischen der Grundlohnrate und dem Orientierungswert. So kann der Veränderungswert für somatische Häuser die Grundlohnrate um bis zu einem Drittel dieser Differenz übersteigen. Liegt der Orientierungswert bei 2,6 Prozent und die Grundlohnrate bei 2,3 Prozent, so beträgt die Differenz zwischen den beiden Werten 0,3 Prozentpunkte; davon ein Drittel ist 0,1. Das bedeutet, der Veränderungswert darf in diesem Fall höchstens 2,4 Prozent betragen. Der Veränderungswert muss aber mindestens die Grundlohnrate abdecken.
In der Psychiatrie und Psychosomatik gilt als Untergrenze eine Mindesthöhe von 40 Prozent der Differenz zwischen Grundlohnrate und Orientierungswert.

 

Auskömmliche Finanzierung durch Meistbegünstigungsklausel

Durch die Meistbegünstigungsklausel erhalten die Kliniken jedes Jahr mehr von den Krankenkassen, als sie für den Ausgleich ihrer Betriebsausgaben benötigen. Weil die zusätzliche Vergütung baisiwirksam und damit dauerhaft ist, trägt die Regelung zur auskömmlichen Finanzierung der Krankenhäuser bei. Aufgrund der Meistbegünstigungsklausel konnten die Krankenhäuser 2016 bis zu einer Milliarde Euo zusätzlich erhalten.

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