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Kodierung und Klassifikation in der Somatik

In den Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) werden die Regelungen für eine einheitliche Verschlüsselung von Diagnosen und Prozeduren in der Somatik festgelegt.

Deutsche Kodierrichtlinien

Für eine leistungsgerechte Vergütung der Krankenhäuser müssen vergleichbare Behandlungsfälle im Krankenhaus auf einer einheitlichen Basis kodiert werden. Insbesondere zu schwierigen Fallkonstellationen sollen die Kodierrichtlinien diesen Prozess unterstützen und für eine eindeutige Verschlüsselung sorgen.

Die Deutschen Kodierrichtlinien für die Somatik werden jedes Jahr zwischen den Selbstverwaltungspartnern neu vereinbartund durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) veröffentlicht. Die regelmäßige Überarbeitung soll garantieren, dass medizinischer Fortschritt, Änderungen in den Klassifikationen beziehungsweise im deutschen DRG-System sowie Kodiererfahrungen aus der klinischen Praxis berücksichtigt werden. In Kombination mit der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10-GM) sowie dem Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) bilden die DKR die bundesweit verbindliche Grundlage der Abrechnung von Krankenhausfällen in der Somatik.

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten

Grundlage für die Entgeltsysteme im stationären und ambulanten Bereich sind die Diagnosen- und Prozedurenklassifikationen ICD-10-GM und OPS. Beide werden jedes Jahr vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) aktualisiert und veröffentlicht. Diagnosen müssen im ambulanten wie im stationären Bereich nach der ICD-10-GM verschlüsselt werden. Die neue Version enthält keine Aktualisierungen der WHO mehr, da die WHO für die Diagnosenklassifikation seit 2018 keine regelmäßigen Updates mehr herausgibt.

Wichtige inhaltliche Änderungen in der ICD-10-GM Version 2020:

  • Zytokinfreisetzungs-Syndrom: Aufnahme einer neuen Schlüsselnummer zur spezifischen Abbildung 
  • Makuladegeneration: Aufnahme neuer Schlüsselnummern zur spezifischen Abbildung einer altersbedingten Makuladegeneration differenziert nach feuchter und trockener Form
  • Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS): Angleichung der Schlüsselnummern an die WHO-Fassung unter Berücksichtigung der aktuellen Definition der Sepsis
  • HIV-Präexpositionsprophylaxe: Aufnahme einer neuen Schlüsselnummer zur spezifischen Abbildung

Verschlüsselung von Operationen- und Prozeduren

Der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) dient zur Verschlüsselung von Operationen und medizinischen Prozeduren in der stationären Versorgung und beim ambulanten Operieren. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die endgültige Fassung des OPS 2020 veröffentlicht. 

In die Endfassung gingen laut DIMDI 286 Vorschläge und zusätzliche Anforderungen aus der Weiterentwicklung der Entgeltsysteme für Krankenhausleistungen ein. Einige wichtige inhaltliche Änderungen im OPS 2020 sind folgende:

  • Änderung bestehender Kodes und Einführung neuer Kodes zur Implantation von Bestrahlungsmarkern
  • Einführung neuer Zusatzkodes für die Anzahl entfernter Polypen mit mehr als zwei Zentimetern Durchmesser
  • Überarbeitung der Mindestmerkmale des Zusatzkodes für die modulare Endoprothese
  • Überarbeitung der Hinweise und Mindestmerkmale für die Beatmungsentwöhnung (Weaning)
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