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19.11.2020 IGeL-Monitor bewertet Krebsfrüherkennung für Frauen

News Arzt & Praxis

Ultraschalluntersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs sowie von Eierstockkrebs schaden eher, als das sie nutzen. Zu diesem Schluss kommt das Team des IGeL-Monitors nach der Auswertung von Studien.

Ultraschallscanner für die Patientendiagnostik (Symbolbild)
© iStock.com/Mariakray

Ultraschall zur Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs erstmals bewertet

Die Autoren des IGeL-Monitors bewerteten die Selbstzahlerleistung Ultraschall zur Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs erstmals. Diese Untersuchung erhielt die Einschätzung „tendenziell negativ“. Zudem wurde die bestehende Bewertung des Ultraschalls der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung aktualisiert. Hier bleibt es bei der Bewertung „negativ“. Beide Leistungen müssen als individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, von den Versicherten selbst bezahlt werden.

Was haben die Autoren untersucht?

Das Team des IGeL-Monitors wollte wissen, ob durch eine Ultraschalluntersuchung die verschiedenen Krebserkrankungen des Gebärmutterkörpers oder Eierstockkrebs frühzeitig erkannt werden können und sich dadurch das Leben der Betroffenen verlängern oder ihre Lebensqualität verbessern lässt.

Bezogen auf den Gebärmutterkörperkrebs ließen sich weltweit keine Studien ausmachen, die zeigen, dass die Untersuchung den Betroffenen nützt, heißt es in einer Mittelung des IGeL-Monitors. Zur Krebserkrankung der Eierstöcke fand das Team eine hochwertige aktuelle Übersichtsarbeit sowie Langzeitergebnisse einer der großen Screening-Studien zu diesem Thema, die belegen, dass sich bei der Gruppe der Frauen mit Ultraschall und der ohne Ultraschall die Sterblichkeit kaum unterscheidet.

Falsch positive Ergebnisse möglich

Bei beiden Früherkennungsuntersuchungen kann es zu falsch positiven Ergebnissen kommen. So zeigen Studien, dass von 100 Frauen mit einem positiven Testergebnis nach einer Ultraschall-Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterkörperkrebs weniger als eine tatsächlich an Krebs erkrankt. Nach einer Ultraschall-Früherkennungsuntersuchung auf Eierstockkrebs werden bei 3 von 100 Frauen gesunde, nicht krebserkrankte Eierstöcke entfernt. Diese Folgen eines falsch positiven Untersuchungsergebnisses wertet das Team des IGeL-Monitors als Hinweise darauf, dass die Untersuchung den Frauen schadet.

Die medizinischen Fachgesellschaften Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Deutsche Krebshilfe raten von beiden Untersuchungen bei symptomfreien Frauen ohne familiäre Vorbelastung ab.

Auch Frauen mit geringem Krankheitsrisiko wird Untersuchung angeboten

In den repräsentativen Versicherten-Befragungen für den IGeL-Report 2018 und den IGeL-Report 2020 wurden die Untersuchungen „Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung“ sowie „Ultraschall (transvaginal) des Bauchraums“ unter den Top 5 der häufigsten IGeL genannt. Laut der Befragung von 2020 werden auch jüngeren Frauen Ultraschalluntersuchungen zur Krebsfrüherkennung angeboten, obwohl sie ein nur geringes Krankheitsrisiko haben.

Eine Stichproben-Recherche des IGeL-Monitors im August 2020 ergab, dass 47 von 50 gynäkologischen Praxen auf ihren Webseiten einen transvaginalen Ultraschall als Krebsfrüherkennung anbieten. Wenn Frauen Symptome haben, wie beispielsweise unnormale Blutungen, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Ultraschalluntersuchung, sonst ist sie eine IGeL.

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