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25.07.2022 Ergebnisse der Begleiterhebung Cannabis

News Arzt & Praxis

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vor Kurzem den Abschlussbericht für die Begleiterhebung zur Anwendung von Cannabisarzneimitteln veröffentlicht.

Cannabis und Arzt (Symbolbild)
© iStock.com/Creative-Family

Wofür wurde Cannabis verschrieben?

In die Auswertung sind seit 2017 anonymisierte Daten zu rund 21.000 Behandlungen mit Cannabisblüten und -extrakten sowie mit Dronabinol, Nabilon und Sativex® eingeflossen.

Den Auswertungen zufolge erfolgte die Behandlung vor allem wegen folgender Symptome:

  • chronische Schmerzen (mehr als 75 Prozent)
  • Neubildung (14,5 Prozent
  • Spastik (9,6 Prozent) 
  • Anorexie/Wasting (5,1 Prozent) 

Bezogen auf alle Cannabisarzneimittel sind die behandelten Personen im Durchschnitt 57 Jahre alt und in der Mehrzahl weiblich.

Behandlung mit Cannabisblüten

Eine Besonderheit stellt die Behandlung mit Cannabisblüten dar. Hier lag das Durchschnittsalter nach Angaben des BfArM bei 45,5 Jahren. Mehr als zwei Drittel der Behandelten waren männlich. Bezogen auf den THC-Gehalt werden diese Patientinnen und Patienten mit einer vielfach höheren Dosis therapiert und berichten dreimal häufiger von einer euphorisierenden Wirkung.

Begleiterhebung keine klinische Studie

Die durchgeführte Form der Begleiterhebung, mit der das BfArM vom Gesetzgeber beauftragt wurde, ist keine klinische Studie zur Prüfung der Wirksamkeit und Sicherheit eines Arzneimittels. 

Es handelt sich vielmehr um anonymisierte Behandlungsdaten, die Hinweise auf mögliche Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen und auch Begrenzungen einer Therapie mit Cannabisarzneimitteln liefern. Die Ergebnisse der Begleiterhebung dienen dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als eine Grundlage für die weitere Regelung zur Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Cannabisarzneimitteln sowie zur Erstattungsfähigkeit in der GKV.

Hintergrund

Im März 2017 trat das "Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften" in Kraft. Seither dürfen gesetzliche Krankenkassen für schwerkranken Menschen auch die Kosten für Arzneimittel auf Cannabis-Basis in Form getrockneter Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität übernehmen. Zuvor war dies nur für Fertigarzneimittel erlaubt. 

Damit sollten, so dass BfArM, Patientinnen und Patienten, denen zu ihrer Behandlung keine weiteren Arzneimittel zur Verfügung stehen und bei denen die Behandlung mit Cannabisarzneimitteln Aussicht auf Erfolg hat, nicht der Selbsttherapie oder dem Selbstanbau von Cannabis überlassen werden. Diese Neuregelung sollte die Versorgung sichern und Anreize für die Erforschung von Cannabisarzneimitteln schaffen, um mittelfristig die arzneimittelrechtliche Zulassung von Fertigarzneimitteln zu erreichen, damit Patientinnen und Patienten sichere und wirksame Arzneimittel zur Verfügung stehen.

Die Verordnung erfolgt auf Rezept, d.h. die Abrechnung erfolgt über die Apotheke und die Kosten werden nicht im Nachgang erstattet.

Klare Regeln der Cannabis-Therapie

Auch nach dem Ende der Begleiterhebung gelten für die Cannabis-Therapie klar definierte Regeln. Zwar dürfen alle Haus- und Fachärzte Cannabis auf einem Betäubungsmittelrezept (BTM-Rezept) verordnen. Dies schließt sowohl Cannabisextrakte und -blüten als auch Fertigarzneimittel wie Sativex® und Canemes® sowie das Rezepturarzneimittel Dronabinol ein. Für die Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen muss aber ein begründeter Antrag an die Krankenkasse gestellt werden.

Schwerkranke Patientinnen und Patienten können medizinisches Cannabis demnach erhalten, wenn:

  1. für ihre Erkrankung keine andere Therapie zur Verfügung steht;
  2. andere Behandlungsmethoden nicht eingesetzt werden können;
  3. nach Einschätzung der Ärztin oder des Arztes eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome zu erwarten ist. 

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