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16.07.2020 Corona und die Rolle der MFA

News Arzt & Praxis

Nerven wie Drahtseile, blinde Flecken und Systemrelevanz. Drei Begriffe, um die Rolle der Medizinischen Fachangestellten (MFA) in den letzten Wochen und Monaten zu beschreiben. Was aktuell eine riesige Herausforderung für uns alle ist, muss mittelfristig zu neuen Konzepten der Zusammenarbeit führen. Eine erste Analyse.

Zwei Frauen mit Mundschutz schauen auf ein Papier
© iStock.com/filadendron

Ein Blick aus der Sicht des Verbandes medizinischer Fachberufe

Am 3. März 2020 hat der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (VmF) in einem Post auf Facebook allen Medizinischen Fachangestellten für ihre Arbeit gedankt und ihnen Nerven wie Drahtseile gewünscht. Damals ahnten viele noch nicht, wie sich die Lage entwickelt.

Zu diesem Zeitpunkt waren gerade mal 190 Fälle bestätigt. Das Patientenaufkommen in den Praxen war erhöht, erinnert sich Barbara Kronfeldner, Referatsleiterin MFA im Verband medizinischer Fachberufe e.V. Viele - besonders die Risiko- bzw. Hochrisikopatienten - hatten einen großen Beratungsbedarf, wollten über die Ansteckungsgefahr, Symptome, Folgeschäden und Präventionsmöglichkeiten informiert werden. Nerven wie Drahtseile wurden also schon damals gebraucht. Als wir in der Praxis begannen, mit Mundschutz zu arbeiten, wurden wir noch belächelt und als ängstlich dargestellt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es nicht übertrieben, sondern sehr sinnvoll war.

Wer ist systemrelevant?

Spätestens seit die Kinder aus den Kindergärten und Schulen Mitte März vorzeitig in die Osterferien geschickt wurden, bestimmte Corona den Alltag: Die Notbetreuung der Kinder war den Angehörigen systemrelevanter Berufe vorbehalten. Während aber in Hessen die Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten explizit als Funktionsträgerberufe eingestuft wurden, waren die Bestimmungen in anderen Bundesländern weniger genau. Zudem galt der Anspruch auf Notbetreuung nur, wenn beide Erziehungsberechtigten einen systemrelevanten Beruf ausübten.

Ab Mitte März liefen in der Rechtsabteilung des VmF die Drähte heiß: Zu den anfangs am häufigsten genannten Fragen (FAQ) gehörten:

  • Besteht ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz nicht (pünktlich) erreichen können, da der öffentliche Nahverkehr nur noch eingeschränkt fährt?
  • Darf die Arbeit verweigert oder gar fristlos gekündigt werden, wenn der Arbeitgeber zur Arbeit auffordert, ohne dass für den Patientenkontakt Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt wird?
  • Gelten Besonderheiten für die Beschäftigten, die in die sogenannte Risikogruppe fallen (also Vorerkrankungen oder chronische Erkrankungen haben)?
  • Darf der Arbeitgeber Überstunden anordnen, wenn mehr Arbeit anfällt? Und wenn ja, wie wird diese Mehrarbeit vergütet?

Ganz neu für MFA waren aber auch die Fragen zum Kurzarbeitergeld: Wer beantragt es? Darf Kurzarbeit angeordnet werden? Darf der Arbeitgeber kündigen, wenn die Zustimmung zur Einführung von Kurzarbeit verweigert wird? Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld? Darf der Arbeitgeber Urlaub anordnen? Entstehen Minusstunden, wenn Dienste ausfallen?

Besondere Umstände, besondere Maßnahmen

Um den großen Beratungsbedarf zu bewältigen, wurden diese FAQ für unsere Mitglieder zusammengefasst und im internen Mitgliederbereich zur Verfügung gestellt. Seither werden sie immer wieder an die vielen Gesetzesänderungen angepasst und aktualisiert. Wer das Berufeabonnement bestellt hat, wird automatisch auf die Änderungen hingewiesen.

Besondere Umstände verlangen aber besondere Maßnahmen. Deshalb wurde, als Zeichen der Solidarität, ein Teil der FAQ allen MFA zugänglich gemacht und für unsere Berufsangehörigen auf der Website www.vmf-online.de ein Corona-Newsroom eingerichtet. Dort kann man nicht nur die Forderungen des Verbandes, sondern auch Fachinformationen aus den Bereichen Human-, Dental-, Veterinärmedizin und Zahntechnik zur Pandemie nachlesen. Gedanken zur Krise sind dort ebenso zu finden wie Tipps zur Kommunikation und zum Arbeitsrecht und Arbeitsschutz.

Während für die Bevölkerung Kontaktverbote und Abstandsgebote eingeführt, Restaurants, viele Geschäfte geschlossen und Versammlungen sowie Gottesdienste verboten wurden, blieb der Gang zum Arzt jederzeit möglich.

Magazin für MFA

Dieser Text ist in Ausgabe 02/2020 von "info praxisteam" erschienen. Das kostenlose Magazin für Medizinische Fachangestellte erscheint viermal im Jahr - in Kooperation mit dem AOK-Bundesverband.

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info praxisteam - Ausgabe 02/2020

Corona und die Rolle der MFA: Was aktuell eine riesige Herausforderung für uns alle ist, muss mittelfristig zu neuen Konzepten der Zusammenarbeit führen. Eine erste Analyse. Weitere Themen: Schulungen im DMP - Wichtiger Baustein in der Therapie, Pflegebedürftige Patienten - Erste Hilfe für die Angehörigen

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