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14.04.2022 Begleiterhebung Cannabis beendet

News Arzt & Praxis

Die Begleiterhebung für Cannabis-Arzneimittel wurde zum 31. März 2022 geschlossen. Ärztinnen und Ärzte können jedoch weiterhin Cannabis verordnen. Sie müssen aber keinen Erhebungsbogen mehr ausfüllen und an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) senden.

Cannabis und Arzt (Symbolbild)
© iStock.com/Creative-Family

Was war die Begleiterhebung Cannabis?

Im März 2017 trat das "Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften" in Kraft. Seither dürfen gesetzliche Krankenkassen für schwerkranken Menschen auch die Kosten für Cannabis in Form getrockneter Blüten, Extrakten in standardisierter Qualität und Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon übernehmen. Zuvor war dies nur für Fertigarzneimittel erlaubt. 

Der Gesetzgeber hat zudem festgelegt, dass die Erfahrungen durch eine nicht-interventionelle Begleiterhebung dokumentiert werden müssen. Für die ersten fünf Jahre mussten Ärztinnen und Ärzte deshalb Daten zu Diagnose, Therapie, Dosis und Nebenwirkungen in anonymisierter Form an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) übermitteln.

Die Begleiterhebung lief planmäßig zum 31. März 2022 aus. Über die vom BfArM eingerichtete Website www.begleiterhebung.de ist seitdem keine Eingabe mehr möglich.

Was ändert sich für Ärztinnen und Ärzte?

Nach wie vor gelten für die Cannabis-Therapie klar definierte Regeln. Zwar dürfen alle Haus- und Fachärzte Cannabis auf einem Betäubungsmittelrezept (BTM-Rezept) verordnen. Dies schließt sowohl Cannabisextrakte und -blüten als auch Fertigarzneimittel wie Sativex® und Canemes® sowie das Rezepturarzneimittel Dronabinol ein.

Das "Cannabis-als-Medizin-Gesetz" fordert jedoch, dass Cannabisarzneimittel nur in begründeten Einzelfällen als Therapiealternative eingesetzt werden sollen. Schwerkranke Patientinnen und Patienten können medizinisches Cannabis demnach erhalten, wenn:

  1. für ihre Erkrankung keine andere Therapie zur Verfügung steht;
  2. andere Behandlungsmethoden nicht eingesetzt werden können;
  3. nach Einschätzung der Ärztin oder des Arztes eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome zu erwarten ist.

Für die Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen muss ein begründeter Antrag an die Krankenkasse gestellt werden. In diesem muss die Form, die Dosis und die Art der Einnahme beschrieben und begründet werden. Allerdings ist die Kostenübernahme durch die Krankenkassen keine zwingende Bedingung für die Verschreibung. Patientinnen und Patienten können medizinisches Cannabis also auch auf eigene Kosten erhalten.

Für welche Indikationen bleibt Cannabis erstattungsfähig?

Im Jahr 2021 erschien eine Zwischenauswertung der Begleiterhebung. Zum Zeitpunkt der Zwischenauswertung im Mai 2020 lagen 10.010 vollständige Datensätze vor. Demnach zeigen die bisherigen Erkenntnisse unter anderem, dass die Diagnose Schmerz der häufigster Grund für die Behandlung der jeweiligen Patientinnen und Patienten war.

Wie geh es weiter? Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nutzt die Ergebnisse der Begleiterhebung, um festzulegen, wann eine Therapie mit Cannabis sinnvoll ist. Die Erkenntnisse aus der BfArM-Studie bilden also die Grundlage dafür, für welche Indikationen Cannabis erstattungsfähig bleibt.

Innerhalb von sechs Monaten nach Studienende – also bis Ende September 2022 – soll der G-BA Details für die ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Cannabis-Produkten (Blüten, Extrakte sowie Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dronabinol oder Nabilon) regeln.

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