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18.08.2022 PRO DIALOG: Pillen-Rezept - Warum Praxen noch mehr auf Risikoreduktion achten sollten

News Arzt & Praxis

Immer weniger Mädchen und junge Frauen setzen kombinierte orale Kontrazeptiva zur Verhütung ein. Eine Analyse zeigt, dass trotzdem immer noch zu viele Verhütungspillen mit einem höheren Risiko verschrieben werden.

Pille zur Verhütung, auch als Antibabypille bezeichnet (Symbolbild)
© AOK-Mediendienst

Anteil der oralen Kontrazeptiva hat seit 2010 abgenommen

Während der Verordnungsanteil der kombinierten oralen Kontrazeptiva im Jahr 2010 noch auf einem 20-Jahres-Höchststand von 46 Prozent lag, nahm er in den Folgejahren stetig ab und betrug 2021 nur noch 32 Prozent bei GKV-versicherten Mädchen und jungen Frauen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der GKV-Verordnungsdaten, die dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) vorliegen. Nur im Jahr 2020 war nach einer Anhebung der Altersgrenze für die Verordnung der Pille auf GKV-Kosten von 20 auf 22 Jahre ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Zu viele kombinierte orale Kontrazeptiva mit höheren Risiko

Nach der WIdO-Auswertung werden noch immer zu viele kombinierte orale Kontrazeptiva mit einem höheren Risiko verordnet. So lag der Verordnungsanteil dieser risikoreicheren Präparate im vorigen Jahr bei 48,2 Prozent und damit nur knapp zwei Prozentpunkte unter dem Wert des vorangegangenen Jahres. „Das ist immer noch sehr viel und kritisch zu bewerten. Denn es gibt auch bei den Kombipräparaten durchaus Alternativen, deren niedriges Risiko durch Langzeitstudien belegt ist“, sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im Stab Medizin des AOK-Bundesverbandes.

Eine Alternative biete ein neues Gestagen-Monopräparat, das ein niedrigeres Risiko für Thrombosen und Embolien mit einem guten Empfängnisschutz verbindet. „Eine Erklärung für den insgesamt rückläufigen Trend bei den Pillenverordnungen kann sein, dass immer mehr jungen Frauen bewusst ist, dass es sich bei der Pille nicht um ein Lifestyle-Präparat handelt, sondern dass in den Hormonhaushalt eingegriffen wird. Das wiederum kann Nebenwirkungen nach sich ziehen“, so Eymers. Zudem seien viele der oralen Kombipräparate mit einem erhöhten Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien verbunden. Im vergangenen Jahr ist ein neues Gestagen-Monopräparat auf den Markt gekommen, das die Verordnungspraxis langfristig verändern könnte: „Mono-Präparate, die auch als Minipille bezeichnet werden, enthalten nur das Hormon Gestagen. Das neue Präparat, Drospirenon, „bietet mit einem Pearl-Index von 0.73 einen sehr guten Empfängnisschutz und hat laut Studien zugleich ein niedrigeres Risikopotenzial als die kombinierten oralen Kontrazeptiva“, sagt Eymers.

Neues Gestagen-Monopräparat

Insbesondere bei Mädchen und Frauen mit einem erhöhten Grundrisiko wie beispielsweise Übergewicht oder Rauchen sollten bevorzugt risikoärmere Gestagene wie Levonorgestrel zum Einsatz kommen. Hier gebe es noch deutlich Luft nach oben.

Dies belegt auch eine Detail-Auswertung des WIdO zu den verordneten Wirkstoffen: Demnach blieb der Verordnungsanteil Dienogest auch im Jahr 2021 mit 35 Prozent auf ungefähr dem gleichen Niveau wie im Jahr zuvor mit 36 Prozent. Eymers: „Und das, obwohl das Risiko dieses Wirkstoffes für venöse Thromboembolien in Kombination mit dem Östrogen Ethinylestradiol um das 1,6-fache erhöht ist.“ So rate das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) von der Verordnung bei Risiko-Patientinnen ab.

Gleiches gelte vermutlich auch für den Wirkstoff Chlormadinon, dessen Verordnungsanteil in den vergangenen zwei Jahren bei etwa zehn Prozent stagniert. Insgesamt haben Ärztinnen und Ärzte in den vergangenen zehn Jahren zwar mehr risikoärmere Wirkstoffe verordnet. In den letzten Jahren seien jedoch nur geringfügige Verschiebungen in Richtung der risikoärmeren Pillen zu beobachten gewesen. „Insbesondere junge Frauen, die sich für die Verhütung mit der Pille entscheiden und erstmals ein orales Kontrazeptivum einnehmen, sollten von ihrer Ärztin über die Risiken und Symptome aufgeklärt werden und möglichst auf ein Präparat der zweiten Generation zurückgreifen“, rät Eymers.

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PRO DIALOG vom 18.08.2022

Immer weniger Mädchen und junge Frauen setzen kombinierte orale Kontrazeptiva zur Verhütung ein. Eine Analyse zeigt, dass trotzdem immer noch zu viele Verhütungspillen mit einem höheren Risiko verschrieben werden.

Pro Dialog vom 18. August 2022

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