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01.04.2020 Neue AOK-Rabattverträge in Kraft getreten

News Arzt & Praxis

Am Mittwoch (1. April) sind neue AOK-Arzneimittelrabattverträge in Kraft getreten. Die Tranche AOK XXII umfasst insgesamt 111 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (114 Fachlose). Die Verträge lösen die am 31. März ausgelaufene Tranche XIX ab.

Arzneimittel im Warenkorb (Symbolbild)
© iStock.com/Kwangmoozaa

Umsatzvolumen von rund 2,2 Milliarden Euro

Die neue Tranche deckt ein AOK-Umsatzvolumen von rund 2,2 Milliarden Euro pro Jahr ab (Apothekenverkaufspreis). Insgesamt sind 51 Pharmaunternehmen und Bietergemeinschaften als Partner über die Laufzeit von 22 Monaten beteiligt.

Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarktes ab

21 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen wurden bei dieser Ausschreibung im Drei-Partner-Modell vergeben. 90 Wirkstoffe und -kombinationen werden exklusiv durch einzelne Unternehmen geliefert, was den Vertragspartnern größtmögliche Planungssicherheit ermöglicht.

Besonders umsatzstarke Wirkstoffe und -Kombinationen sind der Magensäurehemmer Pantoprazol sowie die Schmerzmittel Fentanyl und Hydromorphon-Hydrochlorid. Erstmals unter Vertrag genommen wurden mit der neuen Tranche die Wirkstoffe Agomelatin zur Behandlung bei Depression, das HIV-Präparat Darunavir, die Cholesterinsenker Ezetimib und Ezetimib+Simvastatin, der Thrombosehemmer Prasugrel und die Wirkstoffkombination Olmesartan+Amlodipin (Blutdrucksenker).

Die laufenden AOK-Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarktes ab. Sie umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Einschließlich der neuen Tranche AOK XXII laufen aktuell Verträge für 285 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (in 290 Fachlosen) mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von 5,7 Milliarden Euro.

Deutliche finanzielle Entlastung der GKV

Die Arzneimittelrabattverträge haben die gesetzlichen Krankenkassen auch 2019 finanziell deutlich entlastet. Im vergangenen Jahr haben die Kassen nach vorläufigen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums durch Verträge mit Pharmaunternehmen rund 4,88 Milliarden bei den Ausgaben für Medikamente sparen können. Die Minderausgaben der AOK-Gemeinschaft lagen 2019 bei rund 1,96 Milliarden Euro.

Befristete Sonderregelungen während der Coronavirus-Krise

Der GKV-Spitzenverband und der Deutsche Apothekerverband haben gemeinsam eine Vereinbarung geschlossen, um die Arzneimittelversorgung auch während der Corona-Krise sicherzustellen. Danach gelten seit dem 31. März befristete Möglichkeiten zur Abweichung von den Vorgaben des Rahmenvertrags.

Apotheken können zunächst bis zum 30. April bei nicht vorhandenen Rabattarzneimitteln oder beim Fehlen preisgünstiger Importarzneimitteln auch alternative Präparate abgeben. Es gibt dafür auf den Rezepten ein Sonderkennzeichen für die Apotheker.

Der GKV-Spitzenverband hat weist ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch bei den Sonderregelungen sowohl der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit bei der Arzneimittelauswahl als auch die bedarfsorientierte Bevorratung nach der Apothekenbetriebsordnung zu berücksichtigen seien.

Die bundesweite Sonderregelung löst regionale Vereinbarungen ab, die auch viele AOKs bereits mit Landesapothekerverbänden geschlossen hatten, um Versicherten für den Fall des Fehlens von Vertragsprodukten den nochmaligen Weg zur Apotheke zu ersparen.

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