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AOK bleibt leistungsstark

Die Folgen der Corona-Pandemie, vor allem aber auch politische Ursachen sorgen dafür, dass der Zusatzbeitrag der AOK Bremen/Bremerhaven von 1,3 auf 1,6 Prozent steigt.

Engagement der AOK für Schutz der Bevölkerung

Fast zwei Jahre Corona und noch kein Ende in Sicht: Für das Gesundheitswesen gebe es keine Entspannung, obwohl Bremen vergleichsweise gut mit den Herausforderungen zurechtgekommen sei, hieß es in der Sitzung des Verwaltungsrates der AOK Bremen/Bremerhaven am 20. Dezember. Dessen Mitglieder begrüßten ausdrücklich das Engagement der AOK in Kooperation mit verschiedenen Hilfsorganisationen: Die Öffnung einiger Geschäftsstellen für Booster-, Erst- und Zweitimpfungen und die gezielte Einladung von AOK-Versicherten zur Impfung sei der richtige Weg. So erreiche man auch jene Menschen, die solche Angebote bisher nicht angenommen hätten. „Unser Engagement trägt mit dazu bei, die gesamte Bevölkerung vor schweren Erkrankungen durch Corona zu schützen“, betonte der Verwaltungsratsvorsitzende Wolfgang Söller.

Haushalt 2022

Über eine Milliarde Euro umfasst der Haushalt 2022, den der Verwaltungsrat der AOK Bremen/Bremerhaven einstimmig beschlossen hat. Insgesamt 1,004 Milliarden Euro plant die Gesundheitskasse allein für Krankenkassenleistungen im kommenden Jahr ein. Hinzu kommen 230 Millionen Euro für Leistungen der Pflegekasse. Dabei erhöht die AOK Bremen/Bremerhaven den Zusatzbeitrag von 1,3 auf 1,6 Prozent, um die Rücklagen nicht weiter abzuschmelzen. „Es geht mit diesem schmerzhaften Beschluss darum, die Zukunftsfähigkeit der AOK zu sichern und zu stärken“, sagte Söller. „Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei und lässt eine auf Kante genähte Finanzierung von Gesundheitsleistungen nicht zu“, ergänzte die alternierende Verwaltungsratsvorsitzende Annette Düring. Der Beitragssatz setzt sich aus dem bundesweit geltenden Beitrag von 14,6 Prozent und dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag zusammen. Konkret verändert sich der Anteil von Arbeitnehmern und Arbeitgebern damit von 7,95 auf 8,1 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Mitglieder ohne Beitragszuschuss zahlen künftig den Gesamtbeitragssatz von 16,2 Prozent.

Politische Ursachen für höheren Zusatzbeitrag

Auch wenn die Kosten der Corona-Pandemie diese Entscheidung mit beeinflusst haben, gibt es vor allem politische Ursachen für die Anhebung des Zusatzbeitragssatzes. So sei die Gesundheitskasse im laufenden Jahr vom Gesetzgeber gezwungen worden, rund 32 Millionen Euro aus den Rücklagen in den Gesundheitsfonds abzuführen, sagte der Vorstandsvorsitzende Olaf Woggan. Hinzu komme eine deutliche Benachteiligung der AOK und des Landes Bremen durch die neue Regionalkomponente im Risikostrukturausgleich der Kassen. Für die AOK Bremen/Bremerhaven bedeute dies, dass sie 2022 mit rund 16 Millionen Euro weniger auskommen müsse. „Ohne diese bundespolitischen Entscheidungen wäre die Anhebung des Beitragssatzes für die AOK Bremen/Bremerhaven vermeidbar gewesen“, betonte Woggan.

Innovationen und Verbesserung medizinischer Leistungen

Der Verwaltungsratsvorsitzende Wolfgang Söller forderte deshalb von der neuen Bundesregierung, die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung wieder so zu finanzieren, dass die originären Aufgaben der Kasse aus Beiträgen getragen werden könnten. Mit dem Vorhaben, den Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen zu dynamisieren und höhere Beiträge für ALG-II-Bezieher zu zahlen, seien erste Schritte in die richtige Richtung sichtbar. „Dabei müssten zukünftig vor allem jene Versichertengruppen in den Blick genommen werden, die auf solidarische Unterstützung angewiesen sind“, erläuterte Woggan. „Kassen wie die AOK Bremen/Bremerhaven, die sich ohne jede Risikoselektion um Menschen mit gesundheitlichen oder sozialen Risiken kümmern, dürfen nicht länger benachteiligt oder gar bestraft werden“, brachte es Annette Düring auf den Punkt.

Die Gesundheitskasse werde trotz dieser Schwierigkeiten auch in den nächsten Jahren weiter für Innovationen und die Verbesserung medizinischer Leistungen sorgen, versprach Woggan. Im fast abgelaufenen Jahr versichert die AOK etwas über 270.000 Menschen, rund 2500 Versicherte mehr als vor einem Jahr. Die höchsten Ausgaben erwartet die Gesundheitskasse im kommenden Jahr bei der Krankenhausbehandlung mit 332 Millionen Euro, in der ambulanten ärztlichen Behandlung mit 164 Millionen Euro und bei den Ausgaben für Arzneimittel mit 145 Millionen Euro.

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