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Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März

Gemeinsam beim Müggelturmlauf – mit und ohne Handicap

Müggelturmlauf

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher (komm.)
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de

Berlin, 20. März 2018. Morgen, am 21. März, findet der Welt-Down-Syndrom-Tag statt, um auf diese Erkrankung aufmerksam zu machen. Bereits am vergangenen Sonntag hat die AOK beim Lauf „Rund um den Müggelturm“ in Berlin-Köpenick dieses Thema in den Mittelpunkt gerückt. Bei der dritten Auflage des Volkslaufs schickte die AOK Nordost ein ganz besonderes Team ins Rennen: 20 Läufer der AOK-Heldenstaffel haben Handicaps und bewältigten die Fünf-Kilometer-Distanz gemein-sam mit nicht behinderten Läufern als Teamstaffel. Damit bewiesen die Betroffenen, dass auch Menschen mit Einschränkungen begeistert und hochmotiviert Sport treiben können.

Laufen mit einer besonderen Botschaft

Unter den 750 Läufern befand sich auch ein besonderer Botschafter: Thomas Heger. Der 44-Jährige wurde mit der genetischen Besonderheit Trisomie 21 geboren und ist passionierter Läufer. Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am morgigen Mittwoch machte er zusammen mit der AOK Nordost und der Heldenstaffel auf dieses Krankheitsbild aufmerksam, um so die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren und Berührungsängste abzubauen.

„Laufen kennt keine Barrieren“

Für jeden Läufer ist das Überqueren der Ziellinie ein glücklicher Moment. Egal, ob eine kurze Strecke oder eine Marathon-Distanz bewältigt wurde – wenn sich körperliche Erschöpfung und Euphorie miteinander vermischen, sind die Läufer alle gleich. Auch für Thomas Heger sind dies ganz besondere Momente. Er reißt die Arme hoch und lacht, als er am vergangenen Sonntag beim Lauf „Rund um den Müggelturm“ nach fünf Kilometern ins Ziel kommt. Unter den 750 Läufern, die am bekannten Aussichtsturm in Berlin-Köpenick an den Start gingen, war der Mann mit der Startnummer 2129 ein außergewöhnlicher Botschafter. Thomas Heger wurde mit der genetischen Besonderheit Trisomie 21 geboren, dem Down-Syndrom. Um auf diese Krankheit aufmerksam zu machen, starteten 20 Läufer einer AOK-Heldenstaffel. Am 21. März werden dazu alljährlich verschiedene Veranstaltung organisiert – ein Datum mit Symbolcharakter. Denn die Ursache für Trisomie 21 liegt im Erbgut: Bei den Betroffenen ist das 21. Chromosom nicht wie üblich zweifach, sondern dreifach ausgebildet.

Die Symptome bei Menschen mit Down-Syndrom sind sehr vielfältig - sowohl körperlich als auch psychisch. Thomas Heger etwa kann sich schwer artikulieren. Aber er ist sportlich. „Thomas ist einfach immer in Bewegung“, sagt sein Vater Gerhard Heger. Das sei schon immer so gewesen. Er tanzte durch die Wohnung und verlieh so seinem Spaß an Bewegung Ausdruck. Wie kann er das noch besser ausleben? Aufgrund seines schwachen Orientierungs- und Koordinationsvermögens wäre Sport innerhalb einer Mannschaft wie beim Fußball für ihn nur sehr schwer umzusetzen. Als sich in Berlin aber vor zehn Jahren eine Laufgruppe für Menschen mit Down-Syndrom und ihre Angehörigen bildete, war Thomas dabei. Die Gruppe trainiert wegen der organisatorischen Schwierigkeiten zwar nicht mehr regelmäßig zusammen, aber Thomas hat seine Leidenschaft gefunden.

Zweimal in der Woche zieht der 44-Jährige seine Laufschuhe an, dreht seine Run-den und nimmt an zwei bis drei Läufen im Jahr teil, unter anderem bei der Berliner CityNacht, dem Neujahrslauf im Tiergarten oder dem Müggelturmlauf. „Das Wichtigste ist, dass er unglaublichen Spaß daran hat“, sagt Gerhard Heger. Gerade Laufen eigne sich für nahezu jeden. Auch für Menschen mit Down-Syndrom, die es aufgrund ihrer Bindegewebsschwäche und schwächeren Muskulatur beim Sport erst einmal ruhiger angehen lassen sollten. Einer laufe dann eben schneller und der andere ein bisschen langsamer, so Gerhard Heger. Der 79-Jährige war sein Leben lang selber sehr aktiv, paddelte, lief Ski und ist mit seiner Frau viel gewandert. Diesen Bewegungsdrang hat er auch an seinen Sohn weiter gegeben. Kurz vor dem Start beim Müggelturmlauf ist Thomas kaum zu halten. Er wippt aufgeregt auf den Füßen, schaut sich aufmerksam um und kann er scheinbar kaum abwarten, dass es endlich losgeht.

„Sport ist für Menschen mit Einschränkungen extrem wertvoll“, bekräftigt Ricarda Koch. Die Sporttherapeutin der Lichtenberger Werkstätten war zum zweiten Mal mit Bewohnern ihrer Einrichtung beim Müggelturmlauf am Start. „Das ist nicht nur ein guter Ausgleich zu der oft monotonen Arbeit, sondern die Menschen fühlen sich auch als Teil eines Ganzen, wenn sie gemeinsam mit anderen in der Heldenstaffel laufen“, unterstreicht sie den inklusiven Gedanken. In den AOK-Heldenstaffel gehen Menschen gemeinsam an den Start, auf deren Leben sich das Laufen positiv aus-gewirkt hat, wie beispielsweise ehemalige Alkoholiker oder Menschen mit Übergewicht. Oder eben Menschen, die trotz ihrer Einschränkung einfach Spaß am Laufen haben. Die meisten der Bewohner der Lichtenberger Werkstätten haben geistige Handicaps. Beim Laufen seien diese aber nicht relevant. „Hier laufen alle zusammen, egal, was für eine Einschränkung jeder hat. Laufen kennt keine Barrieren“, sagt sie.

Diese Erfahrung hat auch Gerhard Heger gemacht. „Thomas ist sehr offen allen gegenüber und ist begeistert, wenn er Menschen wiedertrifft, die er schon kennt“, erzählt er. Abgelehnt worden sei sein Sohn noch nie. Er ist vielmehr einer von ihnen. Einer aus der Gemeinschaft der Laufenthusiasten.