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Arzneimittelkongress: Management bei Multimedikation

Schwerpunkt der Veranstaltung war die Arbeit an anonymisierten realen Fällen in sieben von Apothekern und Ärzten geleiteten Workshops. In intensiver Diskussion wurden Risiken und Nutzen der Multimedikation betrachtet.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher (komm.)
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de

Medizinische Standards im digitalen Zeitalter

Berlin, 09.03.2018. Unter dem Titel „Management bei Multimedikation – Therapieoptimierung im digitalen Zeitalter“ hat Ende Februar der 3. Arzneimittelkongress der AOK Nordost stattgefunden. Die industrieunabhängige Fortbildungsveranstaltung stieß wie in den Vorjahren auf großes Interesse bei den rund 100 teilnehmenden Ärzten. Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der Ärzte Zeitung, moderierte die Veranstaltung, nachdem Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost, die Gäste begrüßt hatte.

Zu Beginn der Veranstaltung diskutierten auf dem Podium Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vorstandsvorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Rechtsanwalt Rolf-Werner Bock, Prof. Kai Daniel Grandt, Mitglied des Vorstands der Arzneimittelkommission und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Saarbrücken, sowie Thomas Wulle, Unternehmenseinheit Arzneimittelversorgung der AOK Nordost. Multimedikation betreffe vor allem ältere, chronisch kranke Patienten, so Ludwig, wobei hierdurch das Risiko von Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Krankenhausaufenthalten ansteige. Er betonte, dass die Rahmenbedingungen zur Medikationsbewertung und Reduzierung unerwünschter Multimedikation in Deutschland verbessert werden müssten. Bock sprach sich für die Konkretisierung einzuhaltender medizinischer Standards aus. Der Begriff der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus gerückt, so Grandt. Der Begriff erfordere das Überprüfen und Optimieren von Behandlungsprozessen, um Patienten vor vermeidbaren Risiken der Arzneimitteltherapie zu schützen.

Schwerpunkt der Veranstaltung war die Arbeit an anonymisierten realen Fällen in sieben von Apothekern und Ärzten geleiteten Workshops. In intensiver Diskussion wurden Risiken und Nutzen der Multimedikation betrachtet. Oftmals wurde festgestellt, dass Medikation verordnet war, die zu keiner der Diagnosen passte, was als Ausdruck fehlender Zeit zur Dokumentation gewertet wurde. Schwerwiegender als die offensichtliche Dokumentationslücke waren aber die aufgedeckten Risiken durch die Multimedikation und die damit einhergehenden Wechsel- und Nebenwirkungen bei den Patienten. Hier kann der sektorenübergreifende und softwaregestützte AMTS-Ansatz „eLiSa“ (electronic Life Saver) der AOK Nordost künftig unterstützen und nachhaltig dazu beitragen, die Arzneimitteltherapie der Versicherten sicherer zu machen. Mittels „eLiSa“ wird dokumentiert, welche Medikamente ein Patient verordnet bekommen hat und das Programm erkennt drohende Wechselwirkungen, die mit neu verordneten Medikamenten einhergehen können. Im Rahmen des Gesundheitsnetzwerkes steht diese Information in Form des Medikationsplans und des Medikationschecks allen vom Versicherten berechtigten Behandlern in der elektronischen Patientenakte zur Verfügung.