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Ärzte im Nordosten verordnen zu häufig risikoreichere Pillen

Seit dem Jahr 2014 gibt es die Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dass Ärzte insbesondere jungen Frauen, die das erste Mal die Pille einnehmen, Präparate mit einem geringeren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien verschreiben sollen.

Verhütung mit Nebenwirkungen

Seit 2012 ist die Verordnung risikoreicherer Verhütungs-Pillen bei jungen Frauen bis 20 Jahre im Durchschnitt bundesweit auf 55 Prozent gesunken. Der stärkste Rückgang wurde dabei für den Zeitraum 2015 bis 2017 verzeichnet. Dort sank der Anteil um elf Prozentpunkte. Im Nordosten allerdings verordnen Ärzte Kontrazeptiva mit einem höheren Risiko für Thrombosen und Embolien immer noch überdurchschnittlich: Deutschlandweit nimmt Mecklenburg-Vorpommern hier mit 59,3 Prozent einen traurigen Spitzenplatz ein. Auch Brandenburg (58,3 Prozent) und Berlin (56 Prozent) liegen über dem Bundesdurchschnitt von 55 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Analyse von GKV-Verordnungsdaten, die dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) vorliegen.

Bestimmte Wirkstoffkombinationen erhöhen Risiko

Die Wirkstoffkombinationen der risikoreicheren Antibabypillen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel in den Venen, sogenannte Thrombosen. Deren gefährlichste Folge: der Verschluss der Lungengefäße, auch Lungenembolie genannt. Besonders hoch ist die Gefahr, an einer Thrombose zu erkranken, im ersten Jahr der Anwendung der Pille und bei erneuter Anwendung nach einer Pause von mehr als vier Wochen. Auch Rauchen und Übergewicht erhöhen die Gefahr für einen Verschluss der Beinvenen. Zu den risikoreicheren Gelbkörperhormonen (Gestagenen) in der Pille gehören Drospirenon, Desogestrel und Gestoden.

Klare Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte

Seit dem Jahr 2014 gibt es die Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dass Ärzte insbesondere jungen Frauen, die das erste Mal die Pille einnehmen, Präparate mit einem geringeren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien verschreiben sollen. „Diese Information kommt offenbar langsam, aber sicher in der Praxis an und immer weniger Erstanwenderinnen erhalten diese risikoreichen Arzneimittel“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost. „Nach den aktuellen Zahlen bleibt es aber eine wichtige Aufgabe für Arztpraxen gerade in unserer Nordost-Region, junge Frauen umfassend zur Verordnung der Verhütungspillen aufzuklären.“

Aufklärung rund um die Antibabypille

Den Versicherten der AOK Nordost stehen unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 1 265 265 die medizinischen Experten von AOK-Clarimedis zur Seite und informieren bei Bedarf über die Antibabypille. Unter www.aok.de/faktenboxen  klärt die AOK außerdem ihre Versicherten über den Nutzen und die möglichen Schäden der verschiedenen Pille-Varianten auf.

Typische Anzeichen einer Thrombose oder Embolie

Frauen, die die Pille einnehmen, sollten auf typische Merkmale einer Thrombose oder Embolie achten und umgehend einen Arzt konsultieren, wenn sie entsprechende Anzeichen erkennen. Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose sind starke Schmerzen im Bein, Schwellungen des Beines sowie ein Spannungs- oder Schweregefühl im Bein. Auch eine bläulich-rote Verfärbung oder Glänzen der Haut am Bein kann auf eine Thrombose hindeuten. Typische Symptome einer Lungenembolie sind plötzliche Atembeschwerden oder Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz, Herzrasen und unerklärlicher Husten.

Grafik

 

Empfängnisverhütende Medikamente werden in der Regel nur bis zum vollendeten 20. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Daher liegen auch nur für diese Altersgruppe Verordnungsdaten vor. Weitere Informationen und Grafiken unter www.aok-bv.de

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher
Telefon: 0800 265 080 - 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de