InKONTAKT – Nachrichten aus der Selbsthilfe
Nachrichten aus der Selbsthilfe
An dieser Stelle finden Sie – wöchentlich aktualisiert – selbsthilferelevante Neuigkeiten aus Politik und Gesundheitswesen. Kritik ist übrigens – ebenso wie positives Feedback – ausdrücklich erwünscht. Ob Themenauswahl oder -relevanz, Aktualität oder Verständlichkeit: Unter inkontakt(at)bv.aok.de können Sie uns gerne Rückmeldung geben.
Wenn Sie neben den hier präsentierten Selbsthilfe-News per Newsletter automatisch zu diversen Themengebieten regelmäßig informiert werden möchten, melden Sie sich doch einfach beim AOK-Newsletter für Presse und Politik an. Dieser bietet eine Vielzahl an Infos aus dem Gesundheitswesen und lässt sich thematisch individuell zusammenstellen.
Entlastung bei Multipler Sklerose
Für Menschen mit Multipler Sklerose ist eine verlässliche Arzneimittelversorgung im Alltag besonders wichtig. Die AOK-Gemeinschaft übernimmt deshalb vorläufig die Mehrkosten für Fampridin, einen Wirkstoff zur Verbesserung der Gehfähigkeit bei Multipler Sklerose. Für Versicherte entsteht dadurch kein zusätzlicher Aufwand, da Apotheken die Mehrkosten direkt abrechnen können. Die Regelung gilt zunächst bis zum 31. Juli 2026 oder endet bereits früher, wenn Generika wieder verfügbar sind.
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Heilmittelausgaben steigen, Qualität bleibt schwer messbar
Die Heilmittelversorgung wächst – doch wie gut sie Patientinnen und Patienten tatsächlich hilft, ist bislang nur schwer messbar. Der Heilmittel-Report 2026 des WIdO zeigt: Die Ausgaben steigen seit Jahren deutlich, während es noch zu wenig belastbare Informationen zur Versorgungsqualität gibt. Auch für Selbsthilfeaktive ist der Blick auf die Versorgungsqualität relevant: Gute Physio-, Ergo- und andere Heilmitteltherapien können den Alltag chronisch kranker Menschen spürbar unterstützen.
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Medienpreis Depressionshilfe für TV-Reportage
Die Reportage „Suizide verhindern: Wie Katharina es aus der Krise schaffte“ von Lea Thomas hat den Deutschen Medienpreis Depressionshilfe gewonnen. Auf dem „Deutschen Patientenkongress Depression“ am 30. Mai wurde der Preis bereits zum siebten Mal verliehen. Der erste Platz ging in diesem Jahr an einen Beitrag, der die Jury in besonderer Weise durch Sensibilität und Tiefe überzeugte. Die Reportage von Lea Thomas für Sat.1 erzählt mit viel Feingefühl die Geschichte einer jungen Frau, die mit einer Depression und Suizidgedanken zu kämpfen hat. Neben der Medienpreisverleihung bot die Stiftung Depressionshilfe unter dem Motto „Wir sind jeder Sechste“ auf dem Patientenkongress auch ein breites Angebot an Vorträgen, Gesprächsrunden sowie Musik und Lesungen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Depression beschäftigten. Mehr als 1.200 an Depression erkrankte Menschen und Angehörige besuchten den Patientenkongress in der Alten Oper in Frankfurt/Main.
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Eigenheim nicht für Pflegekosten heranziehen
Die Eigenanteile in der Pflege steigen immer weiter. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt angesichts der aktuellen Debatte davor, dass Menschen ihr Wohnumfeld verlieren, um die Pflege bezahlen zu können. Hintergrund ist unter anderem der Vorstoß von Unionsfraktionsvize Albert Stegemann, im Pflegefall stärker als bisher auch auf Wohneigentum zuzugreifen. Stegemann hatte in der Bild-Zeitung verlangt, dass im Pflegefall zuerst das eigene Vermögen aufgebraucht werden müsse, bevor die Allgemeinheit für die Pflegekosten zahle. Ein Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit könne es nicht geben, so Stegemann. Sein Vorstoß sorgte auch in der Regierungskoalition für Debatten.
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Organspende rettet Leben
Mit dem Tag der Organspende wollen am 6. Juni Selbsthilfeverbände, Dialyse- und Transplantationszentren Angst und Vorurteile zum Thema abbauen und über eine Organspende aufklären. Bei der Organspende gilt in Deutschland aktuell die sogenannte Entscheidungslösung. Demnach werden alle Bürgerinnen und Bürger in einem geregelten Verfahren über die Organspende informiert und regelmäßig zu einer persönlichen Erklärung aufgefordert, ob sie einer Organspende zustimmen, nicht zustimmen oder sich nicht erklären möchten. Zurzeit wird im Deutschen Bundestag die sogenannte Widerspruchslösung als Alternative intensiv diskutiert, wie sie bereits in einigen anderen EU-Ländern erfolgreich praktiziert wird. Nach einem Vorstoß des Bundesrates gibt es aktuell zwei fraktionsübergreifende Gruppenanträge, die vorsehen, dass jede Person automatisch als Organspender gilt, wenn sie dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat.
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Betreuung kranker Kinder bleibt Frauensache
Die Betreuung kranker Kinder ist nach wie vor hauptsächlich Frauensache. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) anlässlich des Internationalen Kindertages am 1. Juni. So wurden im Jahr 2025 bundesweit 73 Prozent aller Kinderkrankentage von weiblichen AOK-Mitgliedern beantragt. Der Anteil der Männer lag dementsprechend bei nur 27 Prozent. Am geringsten war die Beteiligung der Väter dabei in Bayern: Hier wurden 23 Prozent der Kinderkrankentage von Männern und 77 Prozent von Frauen in Anspruch genommen. Die ausgewogenste Aufteilung hat Sachsen: Hier entfielen auf die Väter fast 31 Prozent der Kinderkrankentage und auf die Mütter rund 69 Prozent.
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Aktuelle Daten zu 26 verschiedenen Erkrankungen
Von Asthma über Diabetes bis Rückenschmerzen – die Website gesundheitsatlas-deutschland.de stellt Zahlen zu insgesamt 26 Erkrankungen dar, die jetzt aktualisiert und um das Datenjahr 2024 ergänzt worden sind. Die Website des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) unterteilt dabei in die acht Erkrankungsrubriken Atemwege, Infektionen, Herz-Kreislauf-System, Nervensystem, Krebs, Muskel-Skelett, Psyche und Stoffwechsel. Der Gesundheitsatlas schlüsselt die Daten zu jeder einzelnen Krankheit nach regionaler Häufigkeit in den Bundesländern sowie nach Alter und Geschlecht auf. Die epidemiologischen Kennzahlen wurden – ausgehend von den Routinedaten der mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten – mit einem wissenschaftlichen Verfahren auf die gesamte Wohnbevölkerung in den Regionen Deutschlands hochgerechnet.
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Resilienz lässt sich online lernen
Resilienz wird oft als Anpassungsfähigkeit oder auch Widerstandskraft beschrieben. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen, von Konflikten über Krisen bis hin zu Katastrophen, ohne psychische Beeinträchtigung zu bewältigen. Wie das funktioniert und wie man sogar gestärkt aus solchen Situationen hervorgehen kann, lernen die Teilnehmenden eines Resilienztrainings. Die AOK bietet solche Trainings nicht nur in regionalen Präsenzkursen an, sondern auch als Onlinekurs. Interessierte können sich kostenfrei anmelden, unabhängig davon, bei welcher Krankenkasse sie versichert sind.
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Kommission fordert wirksame Klimamaßnahmen
Der Klimawandel birgt große Risiken für die Gesundheit aller Menschen. Vor allem chronisch Kranke, ältere Menschen und Kinder sind von den damit verbundenen Veränderungen unserer Umwelt besonders stark betroffen. Klima- und Umweltschutz sind deshalb immer auch Gesundheitsschutz. Trotzdem ist das Interesse der Regierungen spürbar erlahmt, mit wirkungsvollen Maßnahmen Ergebnisse auf dem Weg zur Klimaneutralität zu erreichen. Vor diesem Hintergrund hat die Paneuropäische Kommission Klima und Gesundheit Mitte Mai unmittelbare Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Der Klimawandel sei keine zukünftige Bedrohung, die es zu bewältigen gelte. Vielmehr handele es sich um eine akute und sich verschärfende Krise, die gleichzeitig die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Wasser, Energie und nationale Sicherheit betreffe. Die derzeitigen Maßnahmen der WHO-Mitgliedsstaaten würden dem Ausmaß der Krise nicht gerecht, so die Kommission.
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Debatte um Organspende macht Mut
Die Debatte um die Widerspruchslösung bei der Organspende nimmt wieder Fahrt auf. Eine fraktionsübergreifende Gruppe im Bundestag möchte noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf voranbringen. Diese schlägt vor, dass volljährige Menschen künftig grundsätzlich als mögliche Organspender gelten, sofern sie dem nicht ausdrücklich widersprechen. Zugleich betonen die Befürworter, dass die persönliche Entscheidung maßgeblich bleibe und niemand zur Organspende verpflichtet werden solle. Für die Selbsthilfe ist das Thema besonders relevant, weil Organspende, Transplantation und schwere Erkrankungen viele Betroffene und Angehörige unmittelbar berühren.
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Seltene Erkrankungen: Betroffene unterstützen Betroffene
Die NAKOS hat ihr Angebot „Betroffene suchen Betroffene“ aktualisiert. Die Themenliste umfasst in alphabetischer Reihenfolge rund 970 Stichworte zu bundesweiten Kontaktsuchen von Einzelpersonen nach Gleichbetroffenen, bei denen es für Betroffene schwierig ist, Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu finden. Gerade bei seltenen Erkrankungen, chronischen Beschwerden oder sehr speziellen Lebenslagen kann bundesweite Vernetzung entscheidend sein. Das Angebot der NAKOS kann helfen, Kontakte herzustellen, Isolation zu verringern und neue Selbsthilfe-Strukturen anzustoßen.
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Inklusive Versorgung bei Krebs
Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai haben die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Lebenshilfe auf bestehende Barrieren in der Krebsversorgung aufmerksam gemacht. Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung erkrankten ähnlich oft an Krebs wie die Allgemeinbevölkerung, doch die Versorgungsstrukturen seien oft nicht ausreichend auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet, monieren beide Organisationen. Mit dem gemeinsamen Projekt „SeiTeil“ setzen sie sich dafür ein, die Versorgung von Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung im Leben mit und nach Krebs zu verbessern.
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Neue Qualitätsindikatoren zur Behandlung chronischer Schmerzen
Mit einem neuen Themenband zur adäquaten Behandlung von chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen haben der AOK-Bundesverband und das Göttinger aQua-Institut ihr System von Qualitätsindikatoren für die ambulante Versorgung (QISA) ergänzt. Die Publikation umfasst insgesamt 13 Indikatoren, die überwiegend auf die Verbesserung der Prozessqualität der Behandlung abzielen. Nach Einschätzung von Expertinnen und Experten liegt bei chronischen Schmerzen oftmals eine Unter- oder Fehlversorgung vor, die eine weitere Chronifizierung fördert und im Ergebnis einen hohen volkswirtschaftlichen Schaden verursacht.
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Junge Depressive nutzen zunehmend KI als Unterstützung
Immer mehr junge Menschen mit Depressionen wenden sich an KI-Sprachmodelle, um über ihre Situation zu sprechen. Laut einer aktuellen Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention nutzt etwa ein Drittel der 16- bis 39-Jährigen solche Angebote – rund 35 Prozent für einen ersten Austausch, etwa jeder Zehnte sogar für längere Gespräche. Die Ergebnisse zeigen, dass KI als leicht zugängliche Form der Unterstützung wahrgenommen wird. Gleichzeitig betonen Fachleute, dass sie zwar entlasten kann, aber keine persönliche oder therapeutische Behandlung ersetzt.
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Männer nehmen zu selten Präventionsangebote wahr
Männer kümmern sich oft später oder seltener um ihre Gesundheit – mit spürbaren Folgen: Ihre Lebenserwartung liegt im Schnitt fünf Jahre unter der von Frauen. Sie gezielt für Vorsorge, Arztbesuche und ein gesünderes Verhalten zu gewinnen, bleibt daher eine wichtige Aufgabe. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen ist das besonders relevant: Eine frühzeitige Diagnose und eine kontinuierliche medizinische Begleitung können den Krankheitsverlauf stabilisieren, Komplikationen vermeiden und die Lebensqualität langfristig sichern. Vier Expertinnen und Experten zeigen, wie das gelingen kann.
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Förderpotenzial voll ausschöpfen
Ein transparenteres und nutzerfreundlicheres Förderverfahren für die krankenkassenindividuelle Projektförderung könnte in den Selbsthilfegruppen die entsprechende Nachfrage deutlich stärken. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der AOK Niedersachsen auf Basis einer Umfrage. Hintergrund der Umfrage ist ein seit Jahren laufender, spürbarer Rückgang der Nachfrage nach dem Förderungszweig der Projektförderung. Die jetzt erschienene AOK-Studie zeigt, dass viele Selbsthilfegruppen in Niedersachsen zwar großes Interesse an der Projektförderung haben, diese jedoch aufgrund von Informationslücken und bürokratischen Hürden zu selten nutzen.
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Überdurchschnittlich hoher Alkoholkonsum
Deutschland gehört innerhalb Europas zu den Ländern mit einer eher freizügigen Alkoholgesetzgebung und einem überdurchschnittlich hohen Alkoholkonsum. Das geht aus dem „DHS Jahrbuch Sucht 2026“ hervor, das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) Mitte. April vorgelegt hat. Den Suchtexperten der DHS zufolge verursacht der hohe Alkoholkonsum erhebliche gesundheitliche und gesellschaftliche Schäden. Rund 1,7 Millionen Menschen gelten bundesweit als missbräuchliche Konsumierende und weitere 2,16 Millionen als abhängig. Jährlich sind laut DHS rund 44.000 Todesfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Das Jahrbuch berichtet über aktuelle Entwicklungen und Trends zum Konsum von Suchtmitteln und liefert wissenschaftsbasierte Zahlen, Daten und Fakten sowie Handlungsempfehlungen für die Politik.
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Primärversorgung im Wandel: Chancen für chronisch Erkrankte
Die Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt in ihrer aktuellen Publikation „Reformbedarf in der Primärversorgung“ anhand von mehr als 70 Vorschlägen auf, wie die gesundheitliche Grundversorgung in Deutschland verbessert werden kann. Statt einer schnellen, flächendeckenden Einführung eines Primärarztsystems plädiert das Expertenteam um den Autoren Matthias Gruhl für ein stufenweises Vorgehen: Zunächst sollen Modellregionen und Patientengruppen mit besonderem Koordinationsbedarf – etwa chronisch Kranke und Multimorbide – einbezogen werden. Gerade sie könnten von einer besser abgestimmten Versorgung und interdisziplinären Teams deutlich profitieren. Die AOK unterstützt diesen Ansatz, betont jedoch, dass die freie Arztwahl auch in einem weiterentwickelten Primärversorgungssystem erhalten bleiben muss.
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Neue Behandlungsoptionen bei Long/Post-Covid
Für Menschen mit Long- und Post-Covid gibt es künftig mehr Möglichkeiten bei der Behandlung mit Medikamenten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat festgelegt, dass vier Wirkstoffe unter bestimmten Bedingungen auch außerhalb ihrer bisherigen Zulassung verordnet werden können – im sogenannten „Off-Label-Use“. Damit verbessern sich die Therapiechancen für Betroffene spürbar. Eine der Regelungen gilt auch für ME/CFS, eine Erkrankung, die häufig nach Infektionen auftritt. Für die Selbsthilfe ist das eine wichtige Grundlage, um über neue Behandlungswege zu informieren.
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Neue Selbsthilfe-App des Paritätischen
Die Selbsthilfe im Paritätischen wird digitaler, vernetzter und sichtbarer: Ab sofort steht die neue Selbsthilfe-App des Paritätischen Gesamtverbandes zum Download bereit. Die App ist die zentrale digitale Plattform für alle, die im Paritätischen mit Selbsthilfe arbeiten – für Selbsthilfeorganisationen, Gruppen, Kontaktstellen, Multiplikatorinnen und Interessierte. Sie bündelt Informationen, Materialien, Termine und Austauschmöglichkeiten und schafft damit einen übersichtlichen, jederzeit zugänglichen Anlaufpunkt für Selbsthilfe im Verband. Engagierte können sich in Chats austauschen, über das Schwarze Brett Angebote und Gesuche teilen oder sich in einer Best-Practice-Galerie inspirieren lassen. Ein integrierter Helpdesk und ein übersichtlicher FAQ-Bereich bieten schnelle Orientierung bei konkreten Fragen. So entsteht ein digitaler Treffpunkt für kollegialen Austausch, praktische Unterstützung und gemeinsame Weiterentwicklung – niedrigschwellig, mobil und nah an der Praxis.
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Terminbuchungen künftig direkt über die ePA
Mit dem jetzt bekannt gewordenen Entwurf eines „Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ (GeDIG) will das Bundesgesundheitsministerium unter anderem die digitale Unterstützung des geplanten Primärversorgungssystems vorbereiten. Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass Versicherte künftig über ihre elektronische Patientenakte (ePA) Zugang zu einem ärztlichen Ersteinschätzungsverfahren erhalten und bei Bedarf zu einer digitalen Terminbuchung weitergeleitet werden. Demnach soll das neue Verfahren über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geregelt werden. Laut Referentenentwurf sollen zudem elektronische Überweisungen künftig zum Standard und noch in dieser Legislaturperiode eingeführt werden. In einer ersten Reaktion lobte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, die Pläne der Regierungskoalition zur Weiterentwicklung der Digitalisierung im Gesundheitswesen und zur innovativen Nutzung der Daten, die bei den Kranken- und Pflegekassen vorliegen.
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Für Erkrankte da sein: Oliver Blatt im Podcast „G+G Kassentreffen“
„Wir müssen für die da sein, die krank sind“, betont Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. In der 13. Folge des Podcasts „G+G Kassentreffen – Wer kommt, was geht?“ spricht der Ökonom über die Herausforderungen eines unter Druck stehenden Systems, seinen Anspruch, finanzielle Spielräume zurückzugewinnen, und die Tragfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung. Zugleich unterstreicht er die Bedeutung von Prävention, um Krankheiten möglichst zu vermeiden.
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Starke Patientenrechte für chronisch Kranke
Die AOK begrüßt die Initiative der Grünen-Bundestagsfraktion zur Reform des Patientenrechtegesetzes. In seiner Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung im Bundestags-Gesundheitsausschuss im März betonte der AOK-Bundesverband die Notwendigkeit, die Beweislast von Betroffenen bei Behandlungsfehlern zu erleichtern. Zudem sollen die Möglichkeiten zur Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen verbessert werden. „Aus Sicht von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen sowie ihrer Angehörigen ist eine Stärkung der Patientenrechte von großer Bedeutung“, betonte Claudia Schick, Referentin für Selbsthilfeförderung im AOK-Bundesverband.
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Kritik am Einsatz pränataler Tests
Eine fraktionsübergreifende Gruppe von mehr als 100 Bundestagsabgeordneten hat die Bundesregierung aufgefordert, die rechtlichen, ethischen und gesundheitspolitischen Grundlagen der Kassenzulassung für nicht-invasive Pränataltests (NIPT) zu überprüfen. Die bisherige Regelung kläre nicht eindeutig genug, wann diese Tests zum Einsatz kommen dürften. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hatte NIPT 2022 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Sie analysieren das Blut der Mutter auf mögliche Behinderungen des Kindes durch eine Trisomie. NIPT sollen dem GBA-Beschluss zufolge nur gezielt bei Risikoschwangerschaften eingesetzt werden, die für eine Fruchtwasseruntersuchung in Frage kommen. Die Abgeordneten kritisieren in ihrem Antrag, dass aber mittlerweile fast jede zweite Schwangere den Test machen lasse. Bei den über 40-Jährigen seien es sogar 75 Prozent – damit sei die Untersuchung de facto zu einem Screening geworden. In der Bundestagsdebatte betonte Dagmar Schmidt (SPD), es dürfe nicht sein, dass systematisch nach Menschen mit einer Trisomie gescreent und dann empfohlen werde, das Kind nicht zu bekommen. „Das ist Stigmatisierung und Ausgrenzung, die wir nie wieder erfahren wollen.“
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Mehr Schutz vor digitaler Gewalt
Die Bundesregierung plant, Frauen besser vor digitaler Gewalt zu schützen. Dies kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) nach Bekanntwerden des Falles von Collien Fernandes an. Eine Reform des Strafrechts solle möglichst rasch innerhalb der Bundesregierung abgestimmt werden, so Hubig. Fernandes hatte öffentlich gemacht, ihren Mann wegen digitaler sexueller Gewalt in Spanien angezeigt zu haben. Die Anzeige sei unter anderem in Spanien erfolgt, weil die Gesetzeslage in Deutschland nicht ausreichend sei. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte die Bundesjustizministerin, dass es bei der Reform um alle digitalen Fakes gehe, die in Persönlichkeitsrechte eingreifen, also auch in nicht sexuellem Kontext. Damit nimmt ein Thema auch juristisch Fahrt auf, dass der AOK-Bundesverband im Rahmen der Selbsthilfe-Fachtagung „Vorsicht, Fake“ Anfang 2025 adressiert hat.
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Lungenkrebs-Früherkennung wird Kassenleistung
Gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren, die aktuell oder früher über Jahre hinweg stark geraucht haben, können ab April 2026 einmal jährlich eine Untersuchung zur Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (NDCT) in Anspruch nehmen. Ziel ist es, Lungenkrebs bei besonders gefährdeten Menschen früh zu erkennen. Grundlage sind ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) sowie eine entsprechende Verordnung des Bundesumweltministeriums bezüglich des Strahlenschutzes.
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Neue Orientierungshilfe für Selbsthilfekontaktstellen
Selbsthilfekontaktstellen erhalten immer wieder Anfragen von Unternehmen oder Organisationen, die Produkte vorstellen, über Verteiler werben oder Selbsthilfegruppen für eigene Botschaften nutzen möchten. Eine neue Publikation der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) unterstützt Fachkräfte dabei, solche Anfragen im Sinne der gemeinschaftlichen Selbsthilfe einzuordnen und zu beantworten. Praxisbeispiele aus dem Arbeitsalltag und Textbausteine erleichtern die Orientierung im Umgang mit solchen Situationen.
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ICD-11 auf Deutsch: Testversion jetzt verfügbar
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine deutschsprachige Testversion der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) veröffentlicht. Sie steht digital zur Verfügung und befindet sich noch in der Qualitätssicherung. Bis zur offiziellen Einführung der ICD-11 bleibt in Deutschland weiterhin die ICD-10 die gültige Klassifikation. Für Selbsthilfeorganisationen und Verbände bietet die Testversion bereits die Möglichkeit, sich frühzeitig mit den neuen Krankheitsbezeichnungen und Strukturen vertraut zu machen.
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Neuer Behandlungsansatz bei Demenz in der S3-Leitlinie
Jedes Jahr erhalten etwa 450.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Demenz, aktuell sind mehr als 1,8 Millionen Menschen erkrankt. Die Alzheimer-Demenz macht den größten Teil der Demenz-Erkrankungen aus. Sie ist behandelbar, aber nicht heilbar. Empfehlungen zur optimalen Diagnostik und Therapie werden seit 2023 jährlich als Living Guideline in der S3-Leitlinie „Demenzen“ veröffentlicht. Expertinnen und Experten aus 37 Fachgesellschaften, Verbänden sowie Betroffenen- und Angehörigenorganisationen einigten sich Anfang März 2026 auf eine Aktualisierung der Living Guidelines. Die Empfehlung, Alzheimer-Demenz im Frühstadium mit den Antikörpern Lecanemab und Donanemab zu behandeln, wurde neu aufgenommen.
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Neue Hilfsmittel verbessern die Versorgung
GKV-Versicherte haben Anspruch auf eine mehrkostenfreie Versorgung mit Hilfs- und Pflegehilfsmitteln. Das Hilfsmittelverzeichnis, das jährlich angepasst und aktualisiert wird, legt fest, welche qualitativ hochwertigen, bedarfsgerechten und innovativen Hilfs- und Pflegehilfsmitteln zu Lasten der GKV verordnet werden können. In den vergangenen zwölf Monaten wurden 3.722 neue Produkte in dieses Verzeichnis aufgenommen. Mikroprozessorgesteuerte Handorthesen, smarte Anti-Dekubitus-Liegesysteme oder neue Aerosol-Inhalationsgeräte für Kinder sind nur drei Beispiele dafür, wie die ständige Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnisses die Versorgung der Versicherten verbessert. Insgesamt stehen gesetzlich Versicherten derzeit 47.825 Hilfsmittel in 42 Produktgruppen zur Verfügung. Davon profitieren GKV-Versicherte in mehr als 32 Millionen Versorgungsfällen jährlich.
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Erster Deutscher Präventionsgipfel
Beim Ersten Deutschen Präventionsgipfel des AOK-Bundesverbands am 5. März 2026 in Berlin diskutieren Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen über ungenutzte Präventionspotenziale und erfolgreiche Strategien aus anderen europäischen Ländern. Im Mittelpunkt stehen zentrale Handlungsfelder wie Ernährung, Bewegung sowie der Umgang mit Alkohol und Tabak. Fortschritte in der Prävention sind auch für Selbsthilfeorganisationen von großer Bedeutung, da sie chronisch kranke Menschen dabei unterstützen, einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu entwickeln und im Alltag umzusetzen.
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Fachgesellschaft fordert bessere Rahmenbedingungen für Menschen mit Diabetes
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat auf ihrer Jahrespressekonferenz politische Schritte angemahnt, um soziale Ungleichheiten in der Diabetes