InKONTAKT – Nachrichten aus der Selbsthilfe
Nachrichten aus der Selbsthilfe
An dieser Stelle finden Sie – wöchentlich aktualisiert – selbsthilferelevante Neuigkeiten aus Politik und Gesundheitswesen. Kritik ist übrigens – ebenso wie positives Feedback – ausdrücklich erwünscht. Ob Themenauswahl oder -relevanz, Aktualität oder Verständlichkeit: Unter inkontakt(at)bv.aok.de können Sie uns gerne Rückmeldung geben.
Wenn Sie neben den hier präsentierten Selbsthilfe-News per Newsletter automatisch zu diversen Themengebieten regelmäßig informiert werden möchten, melden Sie sich doch einfach beim AOK-Newsletter für Presse und Politik an. Dieser bietet eine Vielzahl an Infos aus dem Gesundheitswesen und lässt sich thematisch individuell zusammenstellen.
Häusliche Pflege: Medikamente und Stürze gefährden die Sicherheit
Wer Angehörige zu Hause pflegt, übernimmt viel Verantwortung. Dabei ist es nicht immer leicht, die Sicherheit im Pflegealltag zu gewährleisten. Eine Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) zeigt: Jede zweite pflegende Person berichtet, dass in den vergangenen sechs Monaten Medikamente falsch oder gar nicht angewendet wurden. Dies kann zu Stürzen führen, die Verletzungen wie Knochenbrüche zur Folge haben können. Mehr als ein Drittel gibt an, dass sich die pflegebedürftige Person innerhalb eines Jahres bei einem Sturz verletzt hat. Wie wichtig es ist, Risiken frühzeitig zu erkennen, verdeutlichen auch Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Im Qualitätsatlas Pflege stellt das Institut Informationen zu sturzbedingten Krankenhausaufenthalten von Pflegeheimbewohnenden im Zusammenhang mit sturzerhöhender Medikation bereit.
Mehr Infos
Mehr Schutz vor digitaler Gewalt
Sexualisierte Deepfakes, heimliche intime Aufnahmen, gefälschte Profile: Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes gegen digitale Gewalt beschlossen. Er sieht Strafen für das Herstellen und Verbreiten sexualisierter Deepfakes vor, ebenso für Identitätsmissbrauch und die Überwachung per GPS-Tracker. Betroffene können über ein gerichtliches Auskunftsverfahren herausfinden, wer sie im Netz verletzt hat. Wie dringend das ist, zeigte bereits die Fachtagung „Gemeinsam gegen Hass“ des AOK-Bundesverbandes. Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen und andere marginalisierte Gruppen sind demnach überdurchschnittlich oft von Hass im Netz betroffen, mit teils erheblichen psychischen Folgen. Diskutiert wurden Ursachen, Gegenstrategien und rechtliche Möglichkeiten.
Mehr Info
Tabaksteuererhöhung rettet Leben
Als „sehr ermutigend“ hat Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, den aktuellen Entwurf des Gesetzes zur Änderung des Tabaksteuergesetzes bezeichnet. Das erste Mal seit Jahrzehnten werde über substanzielle Erhöhungen der Tabaksteuer beraten. Rauchen sei nach wie vor das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko, es gebe große, bislang ungenutzte Potenziale, um die tabakbedingte Krankheitslast zu senken, so Reimann. Als Einzelsachverständige bewertete sie am 5. Oktober in der Anhörung zum Gesetzesentwurf diesen grundsätzlich positiv, warb aber gleichzeitig für Nachbesserungen. Reimann kritisiert etwa, dass die Preisanpassungen im ersten Jahr zu gering ausfielen, insbesondere bei E-Zigaretten. Zudem sollten die zusätzlichen Steuereinnahmen, wie von der Finanzkommission vorgeschlagen, zur Einnahmenstabilisierung in der gesetzlichen Krankenversicherung verwendet werden. Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum begrüßte in der Anhörung die geplante Tabaksteuererhöhung als wirksame Maßnahme, um rauchende Personen zum Rauchstopp zu motivieren und Jugendliche vom Einstieg ins Rauchen abzuhalten.
Mehr Infos
Schlafmangel ist weit verbreitet
Stress, psychische Belastungen oder körperliche Beschwerden – viele Ursachen führen dazu, dass Menschen zu wenig schlafen. Auf das von Wissenschaftlern empfohlene Optimum von sieben bis neun Stunden pro Nacht kommen einer Forsa-Umfrage zufolge nur 30 Prozent der Bevölkerung. Die überwiegende Mehrheit von 69 Prozent ruht hingegen mit weniger als sieben Stunden zu kurz. Insgesamt haben laut der Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes 58 Prozent der Deutschen mit Schlafproblemen zu tun. Knapp 17 Prozent der befragten Menschen mit Schlafproblemen gaben an, fast jede Nacht in Teilen wach zu liegen, 30 Prozent sind ein- oder mehrmals pro Woche betroffen. Stress, chronische Schmerzen oder psychische Belastungen sind häufige Auslöser von Schlafproblemen. Neben Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit hat mangelnder Schlaf auch ernsthafte gesundheitliche Folgen – ein anhaltender Schlafmangel belastet Herz und Kreislauf, so dass insbesondere Menschen mit einer chronischen Krankheit des Herz-Kreislaufsystems bei Schlafmangel eine Verschlechterung ihrer Symptome befürchten müssen.
Mehr Infos
„Expedition Depression“ geht weiter auf Roadtour
Wie offen sprechen Jugendliche miteinander über Depression? Zumindest fällt es ihnen deutlich leichter, wenn ein Film den Einstieg in ein Gespräch ermöglicht. Deshalb geht die Deutsche Depressionsliga auch in diesem Herbst wieder auf Tour mit dem Film „Expedition Depression“. Nachdem die „Expedition Depression on Tour“ im August bereits an sechs Schulen im Saarland und in Hessen Station gemacht hat, geht es vom 6. bis 15. Oktober 2026 – also mitten in der Woche der seelischen Gesundheit – nach Niedersachsen, Sachsen, Berlin und Brandenburg. Fünf junge Erwachsene erzählen im Film offen von ihren Erfahrungen mit Depressionen und regen dazu an, über psychische Belastungen und Erkrankungen zu sprechen. Dabei geht es um Fragen, die viele Jugendliche beschäftigen: Wie erkenne ich eine Depression bei mir oder anderen? Wo finde ich Hilfe? Und was stärkt die psychische Gesundheit? Das Roadmovie wurde im Rahmen der Roadtour in den vergangenen Monaten bereits von mehr als 50.000 Menschen gesehen.
Mehr Infos
Krankenkassen sollen Prävention digital verstärken
Mit dem geplanten Gesetz zur digitalen Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GeDIG) sollen Gesundheitsdaten besser für Forschung und Versorgung zugänglich gemacht werden. Das sieht der Gesetzentwurf vor, den das Bundeskabinett im Juli beschlossen hat und der in diesem Herbst im Bundestag beraten wird. So soll – sofern das Einverständnis der Versicherten dafür vorliegt – den Krankenkassen die Auswertung von Daten aus der elektronischen Patientenakte ihrer Versicherten ermöglicht werden, um frühzeitig individuelle Präventionsangebote machen zu können. Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf die Regierung aufgefordert, die vorgesehenen Möglichkeiten der Kassen zur personalisierten Prävention noch weiter auszubauen.
Mehr Infos
Hilfe für Menschen mit Speiseröhren-Fehlbildung
Die Ösophagusatresie ist eine seltene angeborene Fehlbildung der Speiseröhre, häufig verbunden mit einer Fistel, also einer unnatürlichen Verbindung zwischen Speise- und Luftröhre. Die Fehlbildung wird meist kurz nach der Geburt operiert. Dennoch können Betroffene ein Leben lang unter möglichen Folgen leiden, etwa Problemen beim Schlucken, Essen, Trinken oder Atmen. Während die Akutversorgung in der Regel in spezialisierten Kliniken stattfindet, erfolgt die Weiterbegleitung ambulant, etwa bei Logopäden oder Ergotherapeuten. Das Netzwerk KEKS NEST, eine Patienten- und Selbsthilfe-Organisation für betroffene Kinder und Erwachsene, begleitet, informiert und vernetzt sie mit Fachpersonen, Fachzentren sowie anderen Betroffenen. Im Herbst 2026 startet zudem „KEKS NAT“, ein neues, von der AOK gefördertes Netzwerk für Atemtherapie. Es soll stationär und ambulant tätige Fachkräfte vernetzen und den fachlichen Austausch fördern.
Mehr Infos
Grippe-Impfung: Viele besonders gefährdete Kinder bleiben ungeschützt
Nur etwa zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen mit impfrelevanten Grunderkrankungen – das sind 1,1 Millionen Betroffene – sind in Deutschland gegen Grippe geimpft. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts fehlt ihnen damit der Impfschutz. Besonders gefährdet sind unter anderem Kinder mit chronischen Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen. Zugleich zeigt eine aktuelle ZDF-Recherche zum Masernschutz, dass manche Eltern Impfpflichten mit gefälschten Impfpässen oder zweifelhaften Attesten gezielt umgehen. Umso wichtiger ist eine verlässliche Aufklärung: Sie kann helfen, Wissenslücken und Vorbehalte abzubauen, Falschinformationen entgegenzuwirken und Eltern für den besonderen Schutzbedarf gefährdeter Kinder zu sensibilisieren.
Mehr Infos
Verbände fordern besseren Hitzeschutz
In einem gemeinsamen Positionspapier appellieren 80 Verbände und Organisationen an Bund, Länder und Kommunen, ihre Klima- und Anpassungspolitik konsequent am Kindeswohl auszurichten. Das breite Bündnis, dem unter anderem die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), der Kinderschutzbund sowie die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) angehören, fordert vermehrte Hitzeschutzkonzepte für Kitas und Schulen sowie gesunde und klimaresiliente Lebensräume für Kinder. Da auch Menschen mit chronischen Erkrankungen besonders stark von Hitze betroffen sind, fordern Selbsthilfeverbände bereits seit längerem ebenfalls mehr Aktivitäten zum Hitzeschutz.
Mehr Infos
Besserer Jugendschutz im digitalen Raum
Bundesfamilienministerin Karin Prien hat angekündigt, bis Mitte Oktober gesetzliche Eckpunkte zum besseren Jugendschutz im digitalen Raum vorzulegen. Damit will sie die Empfehlungen einer Expertenkommission für besseren Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt rasch umsetzen, so die CDU-Politikerin bei der Übergabe des Abschlussberichts der Expertenkommission. Auch der AOK-Bundesverband hat sich wiederholt für einen besseren Jugendschutz in sozialen Medien eingesetzt, zuletzt etwa auf der Selbsthilfe-Fachtagung „Gemeinsam gegen Hass“ anfang dieses Jahres.
Mehr Infos
NAKOS erweitert bundesweite Suche nach Pflegeselbsthilfe
Pflegende Angehörige können Unterstützungsangebote der Pflegeselbsthilfe über die bundesweite Datenbank „Rote Adressen“ der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) recherchieren. Neu aufgenommen wurden elf Selbsthilfekontaktstellen Pflege aus Sachsen-Anhalt. Die Kontaktstellen unterstützen pflegende Angehörige unter anderem dabei, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, Entlastungsangebote zu finden und neue Selbsthilfegruppen aufzubauen. Entsprechende Anlaufstellen gibt es neben Sachsen-Anhalt auch in Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Die Datenbank „Rote Adressen“ bündelt Selbsthilfeangebote aus ganz Deutschland und richtet sich an Betroffene, Angehörige, Selbsthilfegruppen und Fachkräfte.
Mehr Info
Videoserie informiert junge Menschen über Drogenrisiken
Immer wieder kommen neue psychoaktive Substanzen auf den Markt, deren Zusammensetzung und Wirkung für Konsumierende oft schwer einzuschätzen sind. Vor allem für junge Menschen können daraus erhebliche gesundheitliche Risiken entstehen. Um über diese Gefahren aufzuklären, hat die Charité – Universitätsmedizin Berlin gemeinsam mit einem Partner aus der Gesundheitskommunikation eine fünfteilige Videoserie entwickelt. Darin werden Fragen zu Drogen, Konsum und seinen möglichen Folgen wissenschaftlich fundiert und in einer für junge Menschen verständlichen Form aufgegriffen. In der ersten Folge stehen neue psychoaktive Substanzen, aktuelle Entwicklungen beim Konsum und die Gefahren schwer einschätzbarer Inhaltsstoffe im Mittelpunkt.
Mehr Info
#GemeinsamStark am Tag der Selbsthilfe
#GemeinsamStark lautet das Motto des Tags der Selbsthilfe am 16. September. Selbsthilfe-Aktive in ganz Deutschland wollen dann mit mit Informations- und Mitmachangeboten, Lesungen oder Filmabenden Interessierte über Ihre Angebote informieren. Die Nationale Kontaktstelle für die Selbsthilfe (Nakos) veröffentlicht alle Termine in einem nach Bundesländern ausdifferenzierten Veranstaltungskalender. Die Nakos und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) haben den Tag der Selbsthilfe ins Leben gerufen, um auf das vielfältige Engagement der gemeinschaftlichen Selbsthilfe aufmerksam zu machen.
Mehr Infos
„Gesundheit braucht Hitzeschutz“: Berliner Gesundheitspreis 2027 ausgeschrieben
Die Ärztekammer Berlin und der AOK-Bundesverband loben zum 15. Mal den Berliner Gesundheitspreis aus. Unter dem Motto „Gesundheit braucht Hitze-schutz“ werden angesichts des fortschreitenden Klimawandels Best-Practice-Projekte gesucht, die durch kluge Hitzeschutzmaßnahmen gezielt und wirksam gesundheitliche Risiken verringern. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 18. Oktober 2026 möglich. Die Preisverleihung erfolgt 2027.
Mehr Infos
Selbsthilfeverbände fordern Schutz des Anspruchs auf Schulbegleitung
Die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE), die BAG SELBSTHILFE, der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) und das Kindernetzwerk fordern von der Politik, dass der individuelle Rechtsanspruch auf Schulbegleitung weiterhin rechtssicher geregelt und durchsetzbar sein muss. In einer jetzt veröffentlichten Argumentationshilfe erläutern die vier Verbände die rechtlichen Voraussetzungen für sogenannte gepoolte Schulbegleitungen. Das Dokument enthält einen Musterwiderspruch für Fälle, in denen Kinder aufgrund ihres individuellen Unterstützungsbedarfs eine 1:1-Begleitung benötigen.
Mehr Infos
Pflegeheimkosten erreichen neuen Höchststand
Die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige steigt weiter: Im ersten Halbjahr 2026 lag die durchschnittliche Eigenbeteiligung für einen Pflegeheimplatz bundesweit bei 2.707 Euro im Monat. Je nach Wohnort sind die Unterschiede erheblich – von 2.110 Euro im Altmarkkreis Salzwedel bis zu 3.264 Euro in Krefeld. Das zeigen aktuelle regionale Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für alle 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Für Pflegebedürftige, Angehörige und die Selbsthilfe ist die Entwicklung besonders relevant, weil im Zuge des geplanten Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) auch Änderungen bei den Zuschüssen zu den Eigenanteilen diskutiert werden.
Mehr Infos
Neue U-Untersuchung für Kinder im Grundschulalter
Gesetzlich versicherte Kinder zwischen neun und zehn Jahren erhalten künftig bundesweit eine standardisierte Früherkennungsuntersuchung als Regelleistung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat die neue Untersuchung am 20. August 2026 beschlossen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Übergewicht, Bewegung, Medienkonsum und psychosoziale Entwicklung. Auch das Thema Impfschutz spielt eine Rolle: Für Kinder ab neun Jahren wird die HPV-Impfung empfohlen, die vor späteren HPV-bedingten Krebserkrankungen schützen kann. Bislang hing der Zugang zu dieser U-Untersuchung teilweise von der Krankenkasse und davon ab, ob die jeweilige Kinderarztpraxis an einem entsprechenden Selektivvertrag teilnahm. Diese Unterschiede sollen nun entfallen. Zudem wird die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 für 13- bis 14-Jährige künftig im Gelben Heft dokumentiert. Damit soll die Untersuchung sichtbarer und von mehr Jugendlichen wahrgenommen werden.
Mehr Infos
SPD will Hitzeschutz im Grundgesetz verankern
Im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels haben weitere SPD-geführte Bundesministerien ein schnelles Handeln gefordert. Umweltminister Carsten Schneider hatte sich zuvor für eine Grundgesetzänderung starkgemacht, um Klimaanpassung und Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe zu verankern. So solle der Bund künftig besser in der Lage sein, Länder und Kommunen beim Umgang mit Hitze und Niedrigwasser sowie anderen Auswirkungen der Klimakrise zu unterstützen, begründete der Umweltminister den Vorstoß. CDU und CSU reagierten zunächst zurückhaltend und stellten in Frage, ob eine diesbezügliche Grundgesetzänderung der richtige Weg sei. Unterdessen meldete das Robert Koch-Institut in seinem jüngsten Wochenbericht, die Zahl der Hitzetoten in Deutschland sei in diesem Sommer auf geschätzte 14.000 Menschen gestiegen. Untersuchungen zeigen, welche Auswirkungen steigende Temperaturen auf die Gesundheit haben und dass Menschen mit chronischen Krankheiten durch den Klimawandel ganz besonders stark belastet werden.
Mehr Infos
Abgeordnete fordern Widerspruchslösung bei Organspende
Abgeordnete von CDU, CSU, SPD, Linken und Grünen fordern in einem interfraktionellen Gesetzentwurf die Einführung der sogenannten Widerspruchsregelung bei der Organspende. 2025 verzeichnete die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) den Angaben zufolge 985 Organspender. Demgegenüber standen 8.199 Patienten auf der Warteliste für eine Organtransplantation. Die Zahl der Organspender reiche damit bei Weitem nicht aus, um den Bedarf an Spenderorganen zu decken, heißt es in dem Entwurf. Dem Entwurf zufolge kommen als postmortale Organ- und Gewebespender künftig sowohl Personen in Betracht, die zu Lebzeiten in eine Entnahme eingewilligt haben als auch solche, die einer Entnahme zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen haben. Durch die Einführung einer Widerspruchsregelung solle es zu einer Selbstverständlichkeit werden, sich mit dem Thema Organ- und Gewebespende auseinanderzusetzen und dazu eine Entscheidung zu treffen, diese zu dokumentieren und den nächsten Angehörigen mitzuteilen. Die Regelungen sollen auch dazu beitragen, die Angehörigen in dieser belastenden Situation, in der eine so schwere Entscheidung zu treffen ist, zu entlasten.
Mehr Infos
„Expedition Depression“ wieder auf Schultour
Psychische Erkrankungen früh erkennen, offen darüber sprechen und Hilfe leichter zugänglich machen: Dafür ist das Roadmovie „Expedition Depression“ auch 2026 wieder an Schulen unterwegs. Fünf junge Erwachsene berichten im Film von ihren eigenen Erfahrungen mit Depressionen und geben Jugendlichen Einblicke in eine Erkrankung, über die noch immer zu selten gesprochen wird. Nach Stationen im Saarland und in Hessen im August wird die Tour im Oktober fortgesetzt. Gefördert wird das Projekt vom AOK-Bundesverband im Rahmen der Selbsthilfeförderung.
Mehr Infos
Mehr Mädchen wegen Essstörungen in Behandlung
Essstörungen führen bei immer mehr Mädchen zu einer stationären Behandlung. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden 2024 rund 6.000 Mädchen im Alter von zehn bis 17 Jahren deshalb im Krankenhaus versorgt. Zwei Jahrzehnte zuvor waren es etwa 2.800. Für Betroffene und ihre Familien kann Selbsthilfe eine sinnvolle Ergänzung zur professionellen Behandlung sein. In Gruppen treffen sie auf Menschen, die typische Schwierigkeiten aus eigener Erfahrung kennen – etwa den Umgang mit Essen im Alltag, Rückschläge während der Genesung oder Belastungen innerhalb der Familie. Das kann helfen, Erfahrungen einzuordnen und konkrete Wege für den eigenen Alltag kennenzulernen.
Mehr Info
Sichere Glukosemessung braucht klare Standards
Kontinuierliche Glukosemesssysteme sind für viele Menschen mit Diabetes ein wichtiger Begleiter im Alltag. Doch bislang fehlen in Europa verbindliche Standards, die Messgenauigkeit und Qualität der Geräte vergleichbar machen. Fachgesellschaften und Verbände fordern deshalb klare Mindestanforderungen, damit Betroffene sich auf die angezeigten Werte verlassen können und Therapieentscheidungen sicherer werden.
Mehr Info
Deutsche erwarten steigende Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
Trotz des beschlossenen Sparpakets rechnen 88 Prozent der Deutschen noch 2026 oder 2027 mit weiteren Beitragserhöhungen in der Kranken- und Pflegeversicherung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. Für AOK-Vorständin Carola Reimann besteht daher eine der wichtigsten ersten Aufgaben des neuen Gesundheitsministers Carsten Linnemann darin, „das Sparpaket abzusichern – und nicht durch weitere Ausnahmen aufzuweichen“.
Mehr Infos
Mehr Hilfen für Schwangere in Notlagen
Die Bundesregierung will die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ finanziell stärken. Dazu hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf verabschiedet. Dieser sieht erstmals seit 1993 eine Erhöhung der gesetzlichen Bundeseinlage vor: ab 2027 auf 101 Millionen Euro und ab 2032 auf 105 Millionen Euro. Die Stiftung unterstützt jährlich mehr als 100.000 schwangere Frauen in finanziellen Notlagen. Die Hilfen können unter anderem für Schwangerschaftsbekleidung, die Erstausstattung des Kindes sowie für Wohnung und Einrichtung gewährt werden. Anträge werden über die Schwangerschaftsberatungsstellen vor Ort gestellt.
Mehr Infos