Mehr Jugendliche rauchen

Die Zahl der jugendlichen Raucher nimmt wieder zu. Darauf hat die Weltgesundheitsorganisation WHO anlässlich des Welt-Nichtrauchertags hingewiesen. Demnach rauchen weltweit 40 Millionen junge Menschen zwischen 13 und 15 Jahren bereits regelmäßig Tabak. Und auch der Konsum von E-Zigaretten oder Nikotinbeuteln nimmt weiter zu.

Eine Jugendliche sitzt alleine am Straßenrand und schaut neutral in die Ferne, während sie eine Zigarette raucht.
Immer mehr Jugendliche fangen mit dem Rauchen an.

Nach Angaben des Bundesdrogenbeauftragten Hendrik Streek ist das Rauchen für rund 90 Prozent aller Lungenkrebs-Neuerkrankungen in Deutschland verantwortlich und verursacht jährlich mehr als 127.000 tabakbedingte Todesfälle. Damit stelle der Tabakkonsum das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko dar. Zudem entstünden durch Rauchen allein in Deutschland jedes Jahr knapp 100 Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Kosten, so Streek.

Als Initiatorin des Welt-Nichtrauchertags weist die WHO in ihrer Kampagne 2026 vor allem auf die Zunahme des Tabakkonsums bei jungen Menschen auf der ganzen Welt hin. Rund 40 Millionen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren rauchen demnach regelmäßig. Dabei sei das Nikotin in den Zigaretten und in anderen Produkten der Tabakindustrie gerade für junge Menschen extrem süchtig machend, so die WHO. 

Auswirkungen des Tabakkonsums

Organisationen aus der Sucht- und Krebsselbsthilfe nutzen den Nichtrauchertag ebenfalls, um auf die Gefahren des Tabakkonsums aufmerksam machen. So hat etwa die Deutsche Krebshilfe eine Plakatkampagne unter dem Motto: „Freie Wahl? Von wegen! Hol Dir die Kontrolle zurück!“ gestartet. Auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) informiert als Mitglied des bundesweiten „Aktionsbündnis Nichtrauchen“ über die Auswirkungen des Rauchens und über wirksame Unterstützungsangebote für den Rauchstopp.

Reimann: Suchtmittel wird verharmlost

„Die aktuelle Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ist alarmierend“, sagt Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverbandes, in einem Statement anlässlich des Welt-Nichtrauchertages. Nach zuletzt stagnierenden Raucherquoten unter Jugendlichen zeige sich seit 2021 wieder ein Anstieg. „Laut der Studie rauchten 2025 fast zehn Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen. 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Vor allem Mädchen rauchen deutlich mehr als noch vor fünf Jahren.“ Besonders besorgniserregend findet Reimann, dass der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten noch deutlicher zugenommen habe. So sei bei männlichen Jugendlichen der Anteil seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent gestiegen, bei weiblichen Jugendlichen von 1,8 auf 7,8 Prozent. „Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Ein wesentlicher Grund sind Umgehungsstrategien der Tabakindustrie, die den klassischen Tabak durch trendige E-Zigaretten ersetzt und damit neue Einstiegs-Konstellationen schafft. Sogenannte Vapes verströmen ein frisches, ja beinahe harmloses Image, enthalten aber meist ebenfalls den Suchtstoff Nikotin“, warnte Reimann.

Smartes Präventionsprogramm für Schulklassen

Doch die Gesundheitskasse belässt es nicht nur bei Warnungen, sondern beteiligt sich seit fast 30 Jahren am Nichtraucher-Programm „Be smart – Don’t start“. Der bundesweite Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen unterstützt Schülerinnen und Schülern darin, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Hauptpreis des Wettbewerbs ist eine Klassenreise. Die Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst, ob ihre Klasse an dem Wettbewerb teilnehmen will und verpflichten sich bei Teilnahme mit einem „Vertrag“, das nächste halbe Jahr nicht zu rauchen beziehungsweise mit dem Rauchen nicht anzufangen.