Für ein pflegefreundliches Deutschland

Zukunftsfähige Pflege heißt, Menschen in jeder Lebensphase genau die Unterstützung zu geben, die sie benötigen. Dafür braucht es vorausschauende Planung, bedarfsgerechte Unterstützungsangebote, frühzeitige Prävention und neue Finanzierungsmodelle. Vor allem aber braucht es Gestaltungsräume vor Ort, denn nur in Städten, Gemeinden und Kommunen lässt sich Pflege wirksam steuern und weiterentwickeln.

Die AOK setzt sich für ein pflegefreundliches Deutschland ein – für Menschen mit Unterstützungsbedarf ebenso wie für alle, die täglich Pflege leisten. Die Initiative „Pflege vor Ort“ zeigt, wie das konkret gelingen kann: mit Beispielen aus Regionen, die neue Wege gehen, mit Debatten, die Orientierung geben, und mit Ideen, die die Pflegelandschaft nachhaltig verändern.

Initiativen aus den Regionen

  • Zwei Hände halten sich an einem Rollator fest, daneben steht der Schiftzug "Projekte"

    AOK setzt Impulse

    In zahlreichen Projekten zeigt die AOK, wie Pflege vor Ort bedarfsgerecht weiterentwickelt werden kann. Die Beispiele aus den Regionen machen deutlich, wie gemeinsam mit lokalen Partnern Lösungen entstehen, die sowohl zu den konkreten Bedürfnissen der Menschen als auch zu den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort passen. Mehr als 40 Prozent aller Pflegebedürftigen in Deutschland sind bei der AOK versichert. Die regionalen AOKs engagieren sich dafür, ihnen die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Mit eigenen Initiativen und in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren setzen sie Impulse für zukunftsfähige Versorgungsstrukturen. Die Projekte belegen, dass gute Pflege bereits heute möglich ist: mit regionaler Gestaltungskraft, praxisnahen Ansätzen und jenseits zentralistischer Steuerung. Zugleich zeigen sie Wege auf, um den Herausforderungen, wie einer wachsenden Zahl Pflegebedürftiger, dem Fachkräftemangel und demografischem Wandel, wirksam zu begegnen.

  • Das Bild zeigt eine Gruppe von älteren Menschen, die in einem Stuhlkreis zusammensitzen und sich einen Gummiball hin und her schmeißen.

    Eine Brücke zwischen den Sektoren

    Ambulant oder stationär? Im Haus Rheinaue in Wyhl am Kaiserstuhl lautet die Antwort seit 2016: beides. Das „stambulante“ Konzept, mitentwickelt von der AOK Baden-Württemberg, verbindet die Sicherheit stationärer Strukturen mit der Flexibilität ambulanter Versorgung.

  • Eine Pflegekraft in medizinischer Kleidung misst bei einem älteren Mann den Blutdruck in dessen Wohnzimmer. Die beiden sitzen auf einem Sofa.

    Mehr Spielraum für die ambulante Pflege

    Die ambulante Pflege ist unverzichtbar, stößt im bisherigen Abrechnungssystem jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland erprobt mit dem Versorgungsmodell „Pflege ganz aktiv“ neue Wege für mehr Flexibilität und eine stärker bedarfsorientierte Versorgung.

Veranstaltungen rund um neue Versorgungswege

  • Eine Seniorin sitzt auf der Bettkante ihres stationären Bettes. Vor ihr, im unscharfen Vordergrund, sitzt eine jüngere Frau und hat die Hand auf der Schulter der Seniorin.

    AOK im Dialog: Wie wird Deutschland pflegefreundlicher?

    Die soziale Pflegeversicherung ächzt – strukturell wie finanziell. Es gibt riesigen Reformbedarf. Aber wie kann Deutschland pflegefreundlicher werden? Das wollen wir auf unserer Veranstaltung im Rahmen der AOK-Initiative "Pflege vor Ort. Für ein pflegefreundliches Deutschland“ klären.

  • Lösungen entstehen vor Ort

    Beim Pflegeforum der AOK Bayern diskutierten Politik, Wissenschaft und Praxis darüber, wie Pflege künftig organisiert werden kann. Die Pflegebevollmächtigte Katrin Staffler fordert mehr Selbstbestimmung für Betroffene, AOK-Chefin Dr. Irmgard Stippler starke regionale Netzwerke. Das Forum zeigte, wie dringend Veränderung ist und welche Lösungen bereits bereitstehen.

  • Teilnehmer diskutieren beim Pflegeforum der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland

    Pflege braucht neue Strukturen

    Bei der Veranstaltung „AOK im Dialog“ in Saarbrücken diskutierten Expertinnen und Experten aus Pflege, Politik und Gesundheitswesen über die Zukunft der Pflege im Saarland. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland stellte dabei ihr Engagement für eine zukunftsfeste und kommunal verankerte Pflege in den Fokus.

Konzepte für eine zukunftsfähige Soziale Pflegeversicherung

  • Eine weibliche Person spricht, daneben der Schriftzug "Vorschläge"

    AOK schlägt vor

    Die AOK will Deutschland pflegefreundlicher machen und hat dafür mehrere Positionspapiere vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen flexiblere Strukturen, die Pflege über Sektorengrenzen hinweg ermöglichen, mehr Gestaltungsspielraum für Regionen sowie Lösungen, die schnell und unbürokratisch vor Ort umgesetzt werden können. Zudem setzt die AOK auf Unterstützung aus einer Hand – etwa durch Systemlotsen für Pflegebedürftige und Angehörige. Und sie will, gemeinsam mit den Kommunen, starke Pflegegemeinschaften schaffen, die Sicherheit geben und den Alltag spürbar entlasten.

  • Eine Frau im Mantel und mit umgehängter Tasche trinkt in der Küche stehend noch rasch eine Tasse Kaffee.

    WIdOmonitor zu pflegenden Angehörigen: Pflegeverantwortung führt oft zur Reduzierung von Erwerbsarbeit

    Fast die Hälfte der erwerbstätigen pflegenden Angehörigen ist hochbelastet, nutzt allerdings nur wenige Entlastungsangebote. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

  • Medizinisch-pflegerisches Personal steht in einem stationären Umfeld am Bett eines Patienten.

    Schneller ankommen im Pflegeberuf

    Der Pflegemangel in Deutschland führt dazu, dass Politik und Einrichtungen verstärkt auf Fachkräfte aus dem Ausland setzen. Doch der Einstieg ist für sie oft mit hohen Hürden verbunden – insbesondere die Gleichwertigkeitsprüfung der Abschlüsse gilt als langwierig. In München bündelt das Kompetenzzentrum Internationale Pflege (KiP) seit Herbst 2025 alle Prozesse und soll die Verfahren für ausländische Fachkräfte erleichtern. Dr. Susanne Herrmann, stellvertretende Gesundheitsreferentin, und Petra Geistberger, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der München Klinik, erläutern im Interview die Vorteile des Projekts.

Stimmen und Meinungen zur Pflege in Deutschland

  • Ein Mann und eine Frau unterhalten sich und zeigen sich gegenseitig etwas auf ihren Tablets, die sie in den Händen halten.

    AOK fragt nach

    Um die Pflege vor Ort bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, ist die AOK im stetigen Austausch mit allen Beteiligten und bezieht deren Erfahrungen und Einschätzungen in ihre Arbeit ein. In diesem Bereich finden sich aktuelle Umfragen zu Themen rund um die Zukunft der Pflege. Die Ergebnisse geben Einblicke in die Perspektiven, Meinungen und Wünsche von Pflegebedürftigen, Angehörigen, Fachkräften und weiteren Akteuren und liefern wertvolle Hinweise darauf, wo Handlungsbedarf besteht und welche Ansätze sich bewähren.

Drei Gründe, warum wir Veränderungen brauchen

5,6 Mio. Menschen

erhielten Ende 2024 Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung. Nahezu doppelt so viele wie 2014. (Quelle: Medizinischer Dienst Bund, 2025)

Rund 180.000 Pflegekräfte

werden bis 2049 in den ambulanten Pflegediensten zusätzlich benötigt. (Quelle: Destatis 2024)

84 Prozent der Menschen

werden zuhause von An- und Zugehörigen versorgt – mit oder ohne Unterstützung ambulanter Pflegedienste. (Quelle: Destatis 2024)

„Länder, Kommunen und Pflegekassen tragen gemeinsam Verantwortung für eine verlässliche Pflege. Entscheidend ist, dass wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam Lösungen entwickeln – damit die Versorgung den Bedürfnissen der Menschen vor Ort entspricht und auch in Zukunft gesichert ist.“

Porträt: Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes

Dr. Carola Reimann

Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes