AOK fragt nach
Um die Pflege vor Ort bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, ist die AOK im stetigen Austausch mit allen Beteiligten und bezieht deren Erfahrungen und Einschätzungen in ihre Arbeit ein. In diesem Bereich finden sich aktuelle Umfragen zu Themen rund um die Zukunft der Pflege. Die Ergebnisse geben Einblicke in die Perspektiven, Meinungen und Wünsche von Pflegebedürftigen, Angehörigen, Fachkräften und weiteren Akteuren und liefern wertvolle Hinweise darauf, wo Handlungsbedarf besteht und welche Ansätze sich bewähren.
Meinungen zur Pflegeversicherung
Die soziale Pflegeversicherung steckt in der Krise: Steigende Beitragssätze, steigende Eigenanteile im Heim und strukturelle Defizite bei Versorgungsangeboten - all das bereitet den Menschen in Deutschland offenbar erhebliche Sorgen, wie eine aktuelle repräsentative Civey-Umfrage unter 10.000 Befragten* im Auftrag des AOK-Bundesverbandes zum Thema Pflege zeigt.
Ergebnisse der Umfrage:
Auf die Frage danach, mit welcher Schulnote die Befragten „die Arbeit der Bundesregierung im Hinblick auf die gesetzliche soziale Pflegeversicherung“ beurteilen würden, vergaben 44 Prozent die Schulnote “ungenügend” und damit die Note 6.
Sorgen bereitet den Befragten auch die finanzielle Situation der sozialen Pflegeversicherung. So stimmten 77 Prozent der Aussage zu, dass die Pflegeversicherung chronisch unterfinanziert sei.
84 Prozent der Befragten sagten zudem, dass ihr Vertrauen in die finanzielle Stabilität der sozialen Pflegeversicherung in den nächsten 10 Jahren gering sei, nur 11 Prozent gaben ein hohes Vertrauen an.
Zudem rechnen 84 Prozent der Befragten mit deutlich steigenden Beiträgen zur sozialen Pflegeversicherung in den kommenden 12 Monaten.
Auch die Eigenanteile im Pflegeheim bereiten Sorgen: Diese lagen Ende 2025 bei durchschnittlich 2.600 Euro pro Monat und könnten im Zuge der geplanten Pflegereform sogar noch weiter steigen. 86 Prozent der Befragten gaben an, Angst vor finanzieller Überforderung zu haben, falls sie selbst einmal im Heim versorgt werden sollten.
Dabei befürchten 57 Prozent, dass sie im Falle der Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung in einem Mehrbettzimmer wohnen müssen. Zudem gaben 50 Prozent an , sich zu fürchten, ihrer Familie finanziell zur Last zu fallen. Ebenfalls 50 Prozent gaben an, Sorge zu haben, kein bezahlbares Pflegeheim in der Nähe finden zu können.
Auch die Pflegeinfrastruktur, also etwa das Angebot an Pflegeheimen und ambulanten Diensten, wird von den Befragten mit Skepsis betrachtet: Hier gaben 53 Prozent an, diese als eher schlecht oder sehr schlecht zu empfinden.
Der Aussage, dass Pflegebedürftige und Pflegende in Deutschland insgesamt ausreichend Unterstützung finden, stimmten nur 18 Prozent zu, 77 Prozent stimmen eher nicht bzw. eindeutig nicht zu.
* Online-Befragung vom 27.03. bis 31.03.2026 von 10.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ab 18 Jahren durch Civey und 5.000** Personen, die befürchten, sich im Alter keine gute Pflege leisten zu können. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,5 bis 2,6 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Die Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer sind repräsentativ auf Basis einer modellbasierten, statistischen Methode für kleine Datenräume. Der statistische Fehler auf Ebene der Bundesländer liegt bei 3,1 bis 8,1 Prozentpunkten.
**Die 5.000 Personen beziehen sich auf diese Frage: Welche konkrete Sorge haben Sie persönlich am ehesten, wenn Sie an eine finanzielle Überforderung bei einer Versorgung in einem Pflegeheim denken?