Mehr Orientierung für chronisch Kranke in der Pflege
Die Skepsis gegenüber der aktuellen Pflegepolitik der Bundesregierung ist groß. Angebote wie der AOK-Pflegenavigator und der Familiencoach Pflege bieten Betroffenen direkte Unterstützung bei der Orientierung und Bewältigung des Pflegealltags.
Laut einer aktuellen Civey-Umfrage im Auftrag des AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverbandes bewerten 44 Prozent der 10.000 Befragten die Pflegepolitik der Bundesregierung als „ungenügend“, weitere 24 Prozent als „mangelhaft“. 77 Prozent halten die Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung wurde 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Aufgabe… für chronisch unterfinanziert. Darüber hinaus haben 84 Prozent wenig Vertrauen in ihre finanzielle Stabilität in den kommenden zehn Jahren – ebenso viele rechnen mit steigenden Beiträgen in den nächsten zwölf Monaten. 86 Prozent der Befragten befürchten zudem, im Pflegefall durch die Eigenanteile finanziell überfordert zu sein.
Chronisch Kranke besonders betroffen
Für Menschen mit chronischen Erkrankungen hat diese Entwicklung besondere Bedeutung. Sie sind häufig langfristig auf Unterstützung angewiesen und damit stärker von steigenden Eigenanteilen und unsicheren Versorgungsstrukturen betroffen. Entsprechend wächst die Sorge, im Bedarfsfall keine verlässliche und bezahlbare Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… zu erhalten.
Unzufriedenheit mit Angeboten vor Ort
Hinzu kommt, dass viele Menschen die konkrete Versorgungssituation vor Ort kritisch sehen. 53 Prozent sind mit den Pflegeangeboten in ihrem Bundesland unzufrieden, etwa mit Blick auf Pflegeheime, ambulante Dienste, Tagespflege oder Beratungsstellen. 33 Prozent bewerten das Angebot positiv. Insgesamt geben lediglich 18 Prozent an, dass Pflegebedürftige und Angehörige in Deutschland ausreichend Unterstützung finden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass neben der finanziellen Stabilisierung auch strukturelle Veränderungen notwendig sind. Diskutiert werden unter anderem eine stärkere Ausrichtung der Angebote am tatsächlichen Bedarf, einfachere Zugänge zu Leistungen sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Kranken- und Pflegekassen.
Unterstützung bei Orientierung und Alltag
Vor diesem Hintergrund gewinnen verlässliche Informations- und Unterstützungsangebote an Bedeutung. Digitale Services wie der AOK-Pflegenavigator helfen dabei, passende Pflegeangebote zu finden und zu vergleichen. Der Familiencoach Pflege richtet sich an Angehörige und unterstützt sie dabei, die oft komplexe Pflegesituation besser zu bewältigen. Ergänzend stärkt die AOK-Pflegemediathek Pflegeeinrichtungen und Schulungsanbieter, indem sie Wissen und Kompetenzen in der Versorgung gezielt fördert. Selbsthilfeaktive können auf solche Angebote hinweisen und auf diese in ihren Gruppen aufmerksam machen.
Mit der Initiative „Pflege vor Ort – für ein pflegefreundliches Deutschland“ bündelt die AOK außerdem Ansätze aus den Regionen, die zeigen, wie Versorgung vor Ort bedarfsgerechter gestaltet werden kann.