Einsamkeit bei pflegenden Angehörigen gezielt vorbeugen
Wer Angehörige pflegt, trägt oft über lange Zeit große Verantwortung. Neben körperlicher und psychischer Belastung bleibt dabei häufig wenig Raum für soziale Kontakte. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Angebote, die Austausch ermöglichen und Vereinsamung entgegenwirken.
Anlässlich der „Aktionswoche gegen Einsamkeit“ des Bundesfamilienministeriums vom 22. bis 28. Juni 2026 hat Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, auf die besondere Situation pflegender Angehöriger hingewiesen. Ihr Risiko, einsam zu werden, sei „besonders groß“. Vielen fehle neben der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… schlicht „Zeit und Kraft“, um sich etwa in einem Verein zu engagieren, einem Hobby nachzugehen oder an Veranstaltungen vor Ort teilzunehmen.
Wie stark Pflegeverantwortung den Alltag prägen kann, zeigt auch der WIdOmonitor zu pflegenden Angehörigen. Demnach sind 40 Prozent der pflegenden Angehörigen hoch belastet. Genannt werden unter anderem körperliche Erschöpfung, geringere Lebenszufriedenheit, ein schlechterer Gesundheitszustand und soziale Isolation.
Dauerhafte Einsamkeit kann krank machen
Nach Einschätzung des Kompetenznetzes Einsamkeit wird Einsamkeit vor allem dann zum Problem, wenn sie dauerhaft anhält und mit langem Leidensdruck verbunden ist. In solchen Fällen kann sie das Risiko für körperliche und psychische Erkrankungen erhöhen.
Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) nennt in diesem Zusammenhang unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck sowie Depressionen. Es empfiehlt pflegenden Angehörigen, Überlastung frühzeitig vorzubeugen. Helfen können Gespräche mit vertrauten Menschen, die Annahme von Unterstützungsangeboten, Gruppensport oder gemeinsame Unternehmungen wie Kino- und Veranstaltungsbesuche.
Entlastung durch digitale Angebote und Selbsthilfe
Unterstützung bietet auch der Familiencoach Pflege der AOK. Das kostenfreie Onlineprogramm ist frei zugänglich und richtet sich an Menschen, die psychische Belastungen im Pflegealltag besser bewältigen möchten. Es enthält interaktive Übungen, praktische Tipps sowie Video- und Audiodateien.
Auch Selbsthilfegruppen können pflegenden Angehörigen Entlastung, Austausch und Kontakt zu Menschen in ähnlichen Situationen ermöglichen. „Durch den niedrigschwelligen Zugang zu pflegebezogenen Selbsthilfegruppen Viele Kranke und ihre Angehörigen engagieren sich in Selbsthilfegruppen, um Unterstützung bei der… und pflegebezogenen Angeboten von Selbsthilfekontaktstellen können pflegende Angehörige aus ihrer Vereinsamung herausfinden, weil sie sich dort – analog oder digital – mit Gleichbetroffenen austauschen“, sagt Claudia Schick, Referentin für Selbsthilfeförderung beim AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverband. Deshalb solle die Selbsthilfeförderung gemäß § 45d SGB XI weiter ausgebaut werden.