Klimawandel und Infektionskrankheiten: Risiken verstehen, Schutz stärken

Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die Gesundheit aus – auch in Deutschland. Neben Hitzebelastungen und Extremwetter rücken Infektionskrankheiten stärker in den Fokus. Das Projekt „Klimawandel und Selbsthilfearbeit“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG Selbsthilfe) greift diese Entwicklung auf und stellt Materialien bereit, die Zusammenhänge verständlich erklären und Selbsthilfe-Aktive in ihrer Arbeit unterstützen.

Infektionskrankheiten entstehen im Zusammenspiel von Umwelt, Erregern und menschlichem Verhalten. Klimatische Veränderungen beeinflussen dabei zentrale Bedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Niederschläge. Diese Faktoren bestimmen mit, wie gut sich Krankheitserreger verbreiten können. Fachliche Auswertungen zeigen, dass ein großer Teil der bekannten Infektionskrankheiten durch den Klimawandel verstärkt werden kann.

Gleichzeitig verändern sich auch die Übertragungswege. Krankheitserreger gelangen etwa über die Luft, über Wasser, über Lebensmittel oder durch Tiere auf den Menschen. Steigende Temperaturen und längere warme Phasen begünstigen insbesondere die Ausbreitung von Mücken und Zecken, die Krankheiten übertragen können. Auch Extremwetterereignisse wie Starkregen können hygienische Bedingungen verschlechtern und damit das Infektionsrisiko erhöhen.

Besondere Risiken für chronisch Erkrankte

Die gesundheitlichen Auswirkungen treffen Menschen unterschiedlich stark. Besonders gefährdet sind Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Für sie können Infektionen schwerer verlaufen oder zusätzliche gesundheitliche Belastungen mit sich bringen. Gleichzeitig können klimabedingte Veränderungen selbst die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen, etwa durch Stress, veränderte Lebensbedingungen oder Einschränkungen in der Versorgung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind antimikrobielle Resistenzen. Studien zeigen, dass sich resistente Erreger unter veränderten Umweltbedingungen leichter verbreiten können. Dadurch wird die Behandlung von Infektionen schwieriger und die Bedeutung von Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… nimmt weiter zu.

Selbsthilfe als wichtige Schnittstelle

Vor diesem Hintergrund kommt der Selbsthilfe eine wichtige Rolle zu. Die BAG Selbsthilfe beschreibt in ihrem Projekt, dass Selbsthilfeorganisationen dazu beitragen können, Informationen zugänglich zu machen, für gesundheitliche Risiken zu sensibilisieren und Betroffene bei der Anpassung an die Klimafolgen zu unterstützen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf verständlicher und barrierefreier Information. Im Rahmen des Projekts wurde daher mit Unterstützung der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… eine Broschüre in Leichter Sprache entwickelt. Sie erklärt die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Infektionskrankheiten einfach und nachvollziehbar und richtet sich gezielt auch an Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Materialien für die Praxis

Neben der Broschüre in Leichter Sprache stellt das Projekt weitere Materialien zur Verfügung, die Selbsthilfe-Aktive in ihrer Arbeit nutzen können. Dazu gehören Informationen und Arbeitshilfen zu Themen wie Hitze, Ernährung oder psychische Gesundheit im Kontext des Klimawandels. Auch der AOK-Bundesverband bietet Informationen zu den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels sowie zum Infektionsschutz und unterstützt damit die Einordnung des Themas im Alltag.

Schutz durch Prävention und Aufklärung

Auch wenn die Risiken zunehmen, sind sie nicht unveränderlich. Prävention spielt eine zentrale Rolle. Dazu gehören Aufklärung, frühzeitige Information und Maßnahmen zum Infektionsschutz wie Impfungen Aufgrund des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes sind Leistungen für bestimmte Schutzimpfungen seit dem… , Hygiene und ein bewusster Umgang mit gesundheitlichen Risiken.

Selbsthilfeorganisationen können hier eine wichtige Brücke schlagen. Sie helfen dabei, Wissen verständlich weiterzugeben und Menschen dabei zu unterstützen, sich im Alltag besser zu schützen. Gerade für Menschen mit chronischen Erkrankungen ist das ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge unter sich verändernden klimatischen Bedingungen.