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Interview mit Philipp Lahm

Philipp Lahm: "Kinder brauchen Chancen"

Bild von Philipp Lahm beim Interview.
Ernährung, Bewegung und Sozialkompetenz – das sind die Themen der Schultour, die den Ex-Nationalspieler nicht mehr loslassen. Wie es dazu kam und welche Ziele er verfolgt, erklärt Lahm im Interview.

Sie engagieren sich mit Ihrer Stiftung und der AOK Bayern für Kinder. Warum und was tun Sie genau?

Was die AOK Bayern im Großen tut, macht meine Stiftung im Kleinen: Wir wollen Kindern eine gesunde Zukunft ermöglichen. Dafür haben wir verschiedene Aktivitäten entwickelt. Am Anfang stand das Philipp Lahm Sommercamp. Hier lernten Kinder jeder Herkunft, wie wichtig es ist, dass sie sich viel bewegenund gesund ernähren. Gemeinsam mit der AOK Bayern haben wir anschließend die Philipp Lahm Schultour entwickelt. Das Konzept dafür ist direkt aus dem Sommercamp abgeleitet und deckt sich mit den Zielen der Gesundheitskasse. Wir besuchen Schulen in ganz Bayern und verbreiten auf spielerische Weise unsere Botschaft.

Woher kommt dieses Engagement? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Ich reiste 2007 vor der Weltmeisterschaft nach Kapstadt in Südafrika. Dabei bekam ich die Kontraste zwischen großem Reichtum und bitterer Armut abseits der Stadien und Luxushotels zu Gesicht. Ich sah Kinder, die nicht die geringste Chance auf eine gute Zukunft hatten, und verglich das mit meiner Lebensgeschichte. Dieses Erlebnis motivierte mich dazu, meine Stiftung zu gründen. So riefen wir einige Aktivitäten in den Townships ins Leben. Später entwickelten wir das Philipp Lahm Sommercamp für deutsche Kinder. Denn die Motivation ist in Afrika und Deutschland immer dieselbe: Alle Kinder verdienen ein Leben in Gesundheit und Würde.

Was machen Sie persönlich für die Stiftung?

Ich bin der Vorstandsvorsitzende und Botschafter der Stiftung. Meine Hauptaufgabe ist es, unsere Vision in die Öffentlichkeit zu tragen. Das heißt, ich mache auf unsere Projekte aufmerksam und werbe für Spenden.

Sie unterstützen die AOK seit Jahren bei der Förderung von Kindergesundheit. Warum ist für Sie das Thema so wichtig?

Gesundheit ist für einen Profisportler das Grundkapital. Man muss gesund sein, wenn man Spitzenleistungen bringen will – aber auch, wenn einem die Lebensqualität wichtig ist. Ich habe schon relativ früh die Zusammenhänge zwischen gesunder Ernährung, vielseitiger Bewegung und meinem subjektiven Wohlbefinden festgestellt. Das ist eine grundlegende Erkenntnis, die ich gern weitergeben möchte. Je früher junge Menschen lernen, sich selbst zu spüren, desto sorgfältiger werden sie mit sich selbst umgehen. Das ist für jeden Einzelnen relevant. Da stimmen meine Ziele mit denen der AOK Bayern zu hundert Prozent überein.

Spielt bei Ihrem Engagement eine Rolle, dass Sie selbst eine Familie und Kinder haben?

Natürlich will ich, dass meine Familie ein möglichst gutes Leben führt. Gesunde Ernährung und viel Bewegung gehören ganz bestimmt dazu. Aber die Ziele, die ich gerade formuliert habe, verfolge ich schon länger.

Ihre Stiftung hat inzwischen gemeinsam mit der AOK Bayern drei Jahre lang die Philipp Lahm Schultour durchgeführt. Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Stiftung vor Ort an den Schulen?

Jedes einzelne Kind, dem wir durch unsere Aktivitäten zu einem bewussteren, gesünderen Leben verhelfen, ist die Anstrengung wert. Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass es gesellschaftliche Trends gibt, die in die andere Richtung laufen: immer mehr Fast Food, immer weniger Bewegung. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam dagegenhalten. Unsere Arbeit ist noch längst nicht zu Ende.

Wie können Eltern ihre Kinder am besten fördern?

Ich bin kein Pädagoge und kein Erziehungswissenschaftler und kann deshalb nur empfehlen, dass Eltern gemeinsam Zeit mit ihren Kindern verbringen. Rausgehen, Sport treiben, vielleicht auch in der Küche stehen und aus guten, gesunden Lebensmitteln etwas Leckeres kochen. Das heißt zugleich: weniger Zeit fürs Handy oder die Spielekonsole aufwenden.

Wie kann man Kinder motivieren, sich mehr zu bewegen oder Gesundes zu essen, wenn Sie keine Lust dazu haben?

Genau dafür haben die Experten des Sommercamps und der Schultour moderne Konzepte entwickelt. Es geht immer über das Spiel. Wenn sich unsere Kinder zum Beispiel mit dem doppelten Umfang, der ihnen um den Körper geschnallt wird, bewegen müssen, kriegen sie eine Ahnung, wie es dicken Menschen täglich geht. Und wenn sie wunderbare Limonaden aus Kräutern und Obst selbst machen, dann ist das vielleicht ein Anreiz, in Zukunft auf Softdrinks zu verzichten. Wir haben unzählige solcher Puzzlesteine im Angebot, die am Schluss ein komplettes Bild ergeben.

Apropos Essen: Schmeckt Ihnen eher Hausmannskost oder sind Sie mehr der Veggie-Typ und kochen Sie gern selbst?

Ich esse lieber Hausmannskost. Wir kochen gern selbst und ich kümmere mich um Fisch und Fleisch. Ansonsten bin ich eine gute Küchenhilfe.

Sie sind kein Leistungssportler mehr. Treiben Sie trotzdem noch viel Sport?

Sport ist für mich noch immer ein Lebenselixier. Ich spiele leidenschaftlich gern Golf, verbessere mein Tennis von Woche zu Woche und manchmal spiele ich mit ein paar Freunden auch Fußball. Zwei Sachen sind dabei gleich geblieben: mein Gewicht und die Tatsache, dass ich lieber gewinne als verliere.

Wie sind Sie zum Fußball gekommen? Und lebt dieses Gen auch in Ihren Kindern fort?

Meine ganze Familie war fußballbegeistert, da ist es irgendwie logisch, dass auch ich begonnen habe, bei der FT München-Gern Fußball zu spielen. Dass es dann eine Profikarriere wurde, war nicht abzusehen. Da braucht es – wie ich in meinem Buch „Der feine Unterschied“ geschrieben habe – viele Bausteine, damit es klappt. Ob meine Kinder einmal Fußball spielen? Keine Ahnung. Das müssen sie selbst entscheiden. Aber Sport und gesunde Ernährung werden in ihrem Leben sicher eine wichtige Rolle spielen.

Logo Philipp Lahm Schultour
Philipp Lahm Schultour

Spaß an Bewegung, gesunder Ernährung und Stärkung der Sozialkompetenz für 5. und 6. Klassen in Mittel- und Realschulen.

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