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Essstörungen: Erkennen und behandeln

Magersucht, Bulimie und Binge-Eating – Essattacken mit Kontrollverlust – sind die bekanntesten Essstörungen. Ein anormales Essverhalten kann ein Hilferuf für tiefer liegende seelische Probleme sein. Betroffene benötigen fachkundige Hilfe.

Junger Mann macht ein Selfie.

Essstörung: Keine Marotte, sondern ernsthafte Erkrankung

Essstörungen treten typischerweise zuerst im Jugend- und frühen Erwachsenenalter auf. Das Ergebnis des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch-Instituts zeigt: Bei etwa einem Fünftel aller 11- bis 17-Jährigen in Deutschland liegt ein Verdacht auf eine Essstörung vor. Erfahren Sie in unseren FAQs, wie Sie eine Essstörung erkennen und wo Sie Hilfe erhalten.

Essstörungen sind ernst zu nehmende Erkrankungen. Sie können gesundheitliche Schädigungen an Organen mit sich bringen, schlimmstenfalls sogar lebensbedrohlich sein. Auffälliges Essverhalten kann ein Symptom für psychische Probleme sein. Diese können ergründet und therapeutisch behandelt werden.

Magersucht, Bulimie und Binge-Eating sind die drei häufigsten Erkrankungen des Essverhaltens. Es gibt auch Mischformen oder die Ausprägungen der Essstörungen wechseln sich in verschieden Phasen beim Betroffenen ab. Es gibt Merkmale für die drei Hauptformen der Essstörungen, aber häufig treten nicht alle gleich stark auf.

Magersucht, auch als Anorexie (Anorexia nervosa) bezeichnet, ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Die Betroffenen nehmen stark ab, sind deshalb extrem dünn.
  • Ihre Selbstwahrnehmung entspricht nicht der Realität – sie empfinden sich trotz extremem Untergewicht als zu dick.
  • Magersüchtige nehmen ab, indem sie hungern und oft übertrieben sportlich aktiv sind. Zusätzlich nehmen manche Betroffene Appetitzügler oder Abführmittel ein.
  • Magersucht kommt bei Mädchen häufiger vor als bei Jungen. Die Mehrzahl der Betroffenen ist im Alter von 14 bis 18 Jahren.
  • Aufgrund der Mangelernährung kann es zu lebensgefährlichen Gesundheitsschädigungen kommen. Magersucht zählt zu den häufigsten Todesursachen bei jungen Frauen.

Bulimie, auch als Ess-Brechsucht bezeichnet, kennzeichnet sich durch folgende Merkmale:

  • Die Betroffenen sind normalgewichtig, aber in der Regel sehr schlank.
  • Typisch für die Bulimie sind Essattacken, bei denen die Betroffenen in sehr kurzer Zeit eine große Menge an Nahrungsmitteln zu sich nehmen. Oft überkommt sie kurze Zeit später ein Ekelgefühl und sie erbrechen sich, nehmen Abführmittel oder halten anschließend eine strikte Diät ein.
  • Von Bulimie sind vor allem junge Frauen im Alter von 18 bis 20 Jahren betroffen.

Die Binge-Eating-Störung ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Es kommt zu Essattacken, bei denen Betroffene in kürzester Zeit Nahrungsmittel förmlich in sich hineinstopfen. Die Kontrolle über das eigene Essverhalten geht verloren.
  • Allerdings versuchen die Betroffenen nicht wie bei der Bulimie, die Kalorien wieder loszuwerden.
  • Die Betroffenen sind häufig übergewichtig und in der Regel über 18 Jahre alt.

Wichtig ist, dass Essgestörte ein Vertrauensverhältnis zu den Menschen entwickeln, die ihnen helfen möchten. Kritik am Essverhalten oder der Figur der Betroffenen ist nicht der richtige Weg. Angehörige von Essgestörten können sich an Beratungsstellen wenden und einen Arzt zur Unterstützung aufsuchen. Bestärken Sie als Angehöriger Betroffene, sich Hilfe zu suchen. Geben Sie zu, dass Sie ebenfalls auf Hilfe in dieser Situation angewiesen sind.

So hilft die AOK

Die Therapiemöglichkeiten bei Essstörungen sind so vielfältig wie deren Ursachen.

Eine sehr gute erste Anlaufstelle ist der Haus- oder Kinderarzt. Die AOK übernimmt die Kosten für eine notwendige ärztliche Beratung und auch für die daraus resultierende Behandlung beim entsprechenden Facharzt.

Dazu informieren zahlreiche Beratungsstellen in Deutschland über die verschiedenen Behandlungswege und vermitteln weitere Ansprechpartner. Eine gute Übersicht über Hilfsangebote bieten z.B. die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder der Bundesfachverband Essstörungen.

Versicherten der AOK Bayern steht auch das Expertenteam von AOK-Clarimedis mit Rat und Tat zur Seite.

Versicherte der AOK Bayern, die an Essstörungen, wie zum Beispiel Anorexie, Bulimie oder Binge Eating leiden, werden beim Therapienetz Essstörung (TNESS) bestens beraten. Möglich macht dies ein spezieller Versorgungsvertrag mit der AOK und weiteren in der Behandlung dieser Erkrankungen erfahrenen Vertragspartnern.

Ziel ist es, Betroffene durch professionelle Begleitung bei ihrem Heilungsprozess zu unterstützen. Beratungsstellen gibt es in vielen bayerischen Städten.

Im persönlichen Gespräch können dort die individuellen Bedürfnisse ermittelt und schnellstmöglich der weitere Behandlungsweg, ob ambulant, stationär oder in einer Wohngruppe, koordiniert werden. Renommierte Spezialkliniken arbeiten aktiv an der besonderen Versorgung für AOK-Versicherte mit und sorgen im Bedarfsfall für eine zügige Aufnahme.

Unterstützung gibt es für Teilnehmer am Vertrag auch in digitaler Form: Eingeschriebene Versicherte können ihr Essprotokoll ganz einfach über eine App führen und einen Zugriff für Ihren Therapeuten einrichten. Der Therapeut unterstützt so auch zwischen den persönlichen Beratungen direkt über die App. Ist ambulante Psychotherapie notwendig und in einem angemessenen Zeitraum kein geeigneter Therapieplatz vorhanden, bietet die AOK Bayern die Möglichkeit der Online-Psychotherapie. Der Austausch mit einem Psychotherapeuten findet in diesen Fällen über eine gesicherte Anwendung als Videokonferenz statt. 

Welche Unterstützungsangebote im Einzelfall infrage kommen, wird in den Beratungsstellen des Therapienetz Essstörung geklärt. 
 

Therapienetz Essstörung
Sonnenstraße 2
80331 München
Telefon: 089 720 136 780
www.therapienetz-essstörung.de

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