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Verschärfung bei Mindestmengen vorgesehen

Wie Mindestmengen die Konzentration komplexer Eingriffe und damit die Spezialisierung von Kliniken fördern, beleuchtet Thomas Fritz von der AOK NORDWEST.

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Verschärfung bei Mindestmengen vorgesehen

Mindestmengen sollen gewährleisten, dass besonders schwierige Eingriffe nur dort stattfinden, wo Behandlungsteams über die entsprechende Erfahrung verfügen. Bisher gelten sie für sieben komplexe Eingriffe. Im europäischen Vergleich fallen die Mindestmengen hierzulande eher niedrig aus. Für zwei Leistungsbereiche sollen sie nun erhöht werden. Bei komplexen Eingriffen an der Speiseröhre von 10 auf 26, gültig ab 2023, und bei der Versorgung von Früh-und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm von 14 schrittweise ab 2023 auf 20 und 2024 auf 25. Die AOK NordWest begrüßt die neuen Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses. „Höhere Mindestmengen fördern die Konzentration komplexer Leistungen und die Spezialisierung der Kliniken. Das erhöht die Behandlungsqualität für die Patienten“, meint Thomas Fritz, Leiter des Bereichs Krankenhäuser und Rehabilitation. 

Thomas Fritz, Leiter des Unternehmensbereichs Krankenhäuser und Rehabilitation AOK NORDWEST
Thomas Fritz, AOK NordWest

Am Beispiel der Speiseröhren-OPs wird die Wirkung der neuen Vorgaben deutlich: Nach den aktuellen Fallzahlen und Prognosen würden nur einige Kliniken in Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe die ab 2023 geltende Mindestmenge erreichen (siehe Grafik). In der Konsequenz müssen sich diese Leistungen künftig auf weniger Kliniken konzentrieren. Zusätzlich will die Bundesregierung die Mindestmengenvorgaben mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung“ nachschärfen: So sollen unter anderem die Ausnahmen beim Unterschreiten der Mindestmengen eingeschränkt und die aufschiebende Wirkung von Klagen abgeschafft werden. „Das ist überfällig“, so Thomas Fritz, denn die langwierigen Klageverfahren würden die konsequente Anwendung der Mindestmengen konterkarieren. „Viele Krankenhäuser, die wegen zu geringer Mengen von der Leistungserbringung ausgeschlossen wurden, konnten aufgrund der aufschiebenden Wirkung ihrer Klage weiter Leistungen erbringen. Häufig über Jahre hinweg, ohne die Mindestmenge zu erreichen.“ 

Transparenzkarte Ösophagus – komplexe Eingriffe an der Speiseröhre

Die Transparenzkarte des AOK-Bundesverbandes gibt einen bundesweiten Überblick über alle Kliniken, die 2021 Mindestmengen-relevante Operationen mit besonders hohen Risiken für die Patienten durchführen dürfen. Die Karte enthält auch die von den Kliniken gemeldeten Fallzahlen für alle sieben Behandlungen, zu denen gesetzlich vorgegebene Mindestmengen existieren.

Mindestmengen Transparenzkarte | Mindestmegen | Engagement | AOK-Bundesverband (aok-bv.de)