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Aktuelle Erkältungswelle in Schleswig-Holstein: Antibiotika helfen nur selten - 510.000 Rezepte im ersten Halbjahr 2019 ausgestellt

Pressemitteilung

Kiel (12.02.2020). Aufgrund der aktuellen Erkältungswelle in Schleswig-Holstein weist die AOK NORDWEST darauf hin, dass Antibiotika nur in den seltensten Fällen gegen Erkältungskrankheiten helfen. Wenn der Hals kratzt, die Nase läuft und leichtes Fieber im Anmarsch ist, sind meist Viren die Ursache. Antibiotika hingegen wirken nur gegen bakterielle Infektionen und sind völlig unwirksam, wenn die Erkältung durch Viren ausgelöst wurde. Zur Linderung der Symptome haben sich bekannte Hausmittel bewährt. Teetrinken und Auskurieren sind in diesen Fällen manchmal die bessere Wahl.

Erfreulich ist: In Schleswig-Holstein werden zunehmend weniger Antibiotika verordnet. Im ersten Halbjahr 2019 ist die Anzahl der Verordnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent gesunken. Das belegen aktuelle Verordnungszahlen für die gesetzlich Krankenversicherten. Danach wurden insgesamt 510.000 Antibiotikarezepte ausgestellt. Damit liegen die Antibiotika-Verschreibungen in Schleswig-Holstein durchschnittlich etwa 4,4 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. „Dieses positive Ergebnis zeigt, dass wir in Schleswig-Holstein auf einem guten Weg sind. Damit Antibiotika als lebenswichtige Medikamente auch in Zukunft noch wirksam bleiben, ist es wichtig, die Menschen über einen sinnvollen Einsatz von Antibiotika aufzuklären und zu einem sorgsamen Umgang damit zu sensibilisieren“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.

Wenn ein Antibiotikum eingenommen werden muss, ist die korrekte Einnahme von entscheidender Bedeutung. Beispielsweise müssen die Zeitabstände exakt stimmen, damit die Antibiotikamenge im Körper immer hoch genug ist, um die Bakterien sicher zu bekämpfen. Bei unsachgemäßem Einsatz werde jedoch die Entstehung von resistenten Bakterien beschleunigt. „Damit verliert die Medizin ihre therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein zurückhaltender und verantwortungsbewusster Antibiotikaeinsatz unbedingt erforderlich“, so Ackermann.

Das mit rund 16 Prozent am häufigsten verordnete Antibiotikum in Schleswig-Holstein ist ein verändertes Penicillin, das so genannte Amoxicillin. Erfreulich ist, dass die Reserveantibiotika Fluorchinolone deutlich seltener verschrieben werden. Diese können beispielsweise zu einer Schädigung des Nervensystems oder zu Sehnenrissen führen. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hatte die Ärzte im April des letzten Jahres davor gewarnt, diese Antibiotika bei nicht schwerwiegenden Verläufen von Atemwegsinfektionen wie zum Beispiel Rachenentzündungen, Mandelentzündungen, einer akuten Bronchitis oder Nasennebenhöhlenentzündung einzusetzen. Der Fluorchinolon-Anteil an allen Antibiotika ist nach dieser Warnung erneut um rund 20 Prozent zurückgegangen und liegt jetzt bei 8,8 Prozent. „Wir wollen die Gesundheitskompetenz der Menschen stärken und eine indikationsgemäße Verschreibung durch die Ärzte fördern“, so AOK-Chef Ackermann. So können Ärzte, Apotheker und Patienten gleichermaßen dazu beitragen, dass Antibiotika sinnvoll und verantwortungsbewusst eingesetzt werden.

Bilder

Antibiotika wirken nur gegen bakterielle Infektionen und sind völlig unwirksam, wenn die Erkältung durch Viren ausgelöst wurde.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de