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Biomarker-Test: Ist eine Bestrahlung bei frühem Brustkrebs sinnvoll?

Nach der Operation von frühem Brustkrebs kann die Chemotherapie helfen, das Risiko für einen möglichen Rückfall zu senken. Doch die Therapie hat auch erhebliche Nebenwirkungen und ist belastend. Der Biomarker-Test Oncotype DX soll in den Fällen, in denen anhand der medizinischen Befunde schwer einzuschätzen ist, ob eine Chemotherapie empfehlenswert ist, für die Entscheidung wichtige Informationen liefern. Seit Januar 2020 übernimmt die AOK die Kosten der für diesen Test erforderlichen Leistungen.

Wenn Informationen fehlen: Biomarker-Test kann Lücken schließen

Ob eine Chemotherapie bei der Behandlung von Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, empfohlen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben den rein klinischen Daten wie etwa den Eigenschaften des Tumors und dem Lebensalter der Patientin spielen auch persönliche Aspekte wie das Sicherheitsbedürfnis oder die Einschätzung der Nebenwirkungen durch die Patientin eine wichtige Rolle.

Jährlich erkranken circa 70.000 Frauen an Brustkrebs, bei etwa zwei von drei Frauen wird der Tumor in einem frühen Stadium gefunden und Lymphknoten sind noch nicht befallen. In vielen Fällen reichen die vorliegenden Befunde dann aus, um gewissenhaft entscheiden zu können, ob eine Chemotherapie mehr Vor- oder mehr Nachteile haben wird. In einem Teil der Fälle besteht jedoch eine Unsicherheit, um eine kompetente Empfehlung für oder gegen eine Chemotherapie geben zu können.

Der Biomarker-Test Oncotype DX Breast Recurrence Score kann anhand einer genetischen Analyse der Tumorzellen mehr Informationen liefern, wie hoch das Rückfallrisiko des Tumors ist und damit die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie unterstützen.

In welchen Fällen ist der Biomarker-Test geeignet?

Grundsätzlich kommt der Test nur bei Frauen mit frühem Brustkrebs infrage. Außerdem müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Der Tumor wurde chirurgisch komplett entfernt
  • Der Tumor hat Rezeptoren für Hormone wie Östrogene und Progesterone (hormonrezeptor-positiv)
  • Der Tumor hat wenig oder keine Andockstellen für Wachstumsfaktor HER2/neu (HER2/neu-negativ)
  • kein Befall von Lymphknoten
  • klinische und pathologische Kriterien sind nicht ausreichend für eindeutige Entscheidung (für oder gegen adjuvante systemische Chemotherapie)

Bedarf es für den Biomarker-Test einer zusätzlichen Brust-OP?

Der Test wird an dem Tumorgewebe durchgeführt, das bei der Operation entfernt und für die pathologische Untersuchung fixiert wurde. Für die Patientin bedeutet der Biomarker-Test daher keinen weiteren chirurgischen Eingriff. Da der Test bislang noch im Labor von Genomic Health in Kalifornien durchgeführt wird, vergehen einige Tage, bis ein Testergebnis vorliegt, das dann für die gemeinsame Therapieentscheidung der Patientin und Ihren Ärzten zur Verfügung steht.

Wie ist das Ergebnis des Biomarker-Tests einzuordnen?

Die Aussagekraft des Brustkrebstests ist durch hochwertige Studien gut untersucht. Bei dem Verfahren, auch als Genexpressionstest bezeichnet, wird die Aktivität von 21 relevanten Genen molekularbiologisch im erkrankten Gewebe gemessen, deren Aktivität Aussagen über das Rückfallrisiko des Tumors ermöglichen. Aus der Aktivität dieser Gene wird ein Punktwert zwischen 0 und 100 gebildet. Dieser Wert drückt das mögliche Rückfallrisiko aus, das ohne Chemotherapie besteht.

Das Testergebnis des Oncotype DX Verfahrens kann damit die klinischen und pathologischen Kriterien bei der Abschätzung des Rückfallrisikos ergänzen und damit in die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie einbezogen werden.

Letztendlich sollte die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie durch die Patientin gemeinsam mit ihren Ärzten getroffen werden. Dabei spielt auch die Einschätzung der Patientin eine entscheidende Rolle, wie sie das Rückfallrisiko im Verhältnis zu den Belastungen und Risiken einer Chemotherapie für sich bewertet.

AOK zahlt Kosten für Biomarker-Test

Seit Januar 2020 übernimmt die AOK für Ihre Versicherten die für den Biomarker-Test relevanten Kosten. 

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