Leistungen der Pflegeversicherung

Wird ein Familienmitglied pflegebedürftig oder muss es wegen einer Demenz intensiv betreut werden, können Leistungen der Pflegeversicherung beantragt werden. Einen Überblick aller Leistungen haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Höhe der Pflegeleistungen

Die Leistungen der Pflegeversicherung richten sich nach der ermittelten Pflegestufe. Neben Pflegegeld oder Sachleistungen können Sie auch eine Kombination aus beiden Leistungen beantragen, zum Beispiel wenn Sie neben Ihrer eigenen Pflegearbeit auch noch die Hilfe eines Pflegedienstes brauchen. In der Übersicht finden Sie die Höchstbeträge für alle Pflegeleistungen.

Leistung Pflegestufe Im
Einzel-
fall
bis zu
0 I II III
Pflegegeld
pro Monat
- 244
Euro
458
Euro
728
Euro
 -
Pflegesach-
leistungen
pro Monat
bis zu
- 468
Euro
1.144
Euro
1.612
Euro
1.995
Euro
Pflegegeld bei
eingeschränkter
Alltagskompetenz
pro Monat
123
Euro
316
Euro
545
Euro
728
Euro
 -
Pflegesach-
leistungen bei eingeschränkter
Alltagskompetenz
pro Monat bis zu
231
Euro
689
Euro
1.298
Euro
1.612
Euro
1.995
Euro
Stationäre Pflege
pro Monat bis zu
- 1.064
Euro
1.330
Euro
1.612
Euro
1.995
Euro
Teilstationäre
Pflege pro Monat
bis zu
- 468
Euro
1.144
Euro
1.612
Euro
-
Teilstationäre
Pflege bei eingeschränkter Alltagskompetenz pro Monat bis zu
231
Euro
689
Euro
1.298
Euro
1.612
Euro
-
Verhinderungs-
pflege bis zu
(max. 6 Wochen
im Jahr)
1.612 Euro pro Kalenderjahr. Zusätzlich können bis zu 806 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege verwendet werden
Kurzzeitpflege bis
zu (max. 8 Wochen
im Jahr)
1.612 Euro pro Kalenderjahr. Zusätzlich können bis zu 1.612 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege für die Kurzzeitpflege verwendet werden.
Zusätzliche Betreuungs-
und Entlastungs-
leistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz Grundbetrag bzw.
erhöhter Betrag
104 bzw. 208 Euro pro Monat
Zusätzliche Betreuungs-
und Entlastungs-
leistungen ohne
eingeschränkte
Alltagskompetenz
max. 104 Euro pro Monat
Zuschuss zu Umbaumaßnahmen
bis zu
4.000 Euro je Maßnahme, max. 16.000 Euro für Wohngruppen
Wohngruppen-
zuschlag
205 Euro pro Monat pro Versicherten
Zum Verbrauch
bestimmte Pflege-
hilfsmittel bis zu

bis zu 40 Euro im Monat

 

 

Übernehmen Sie die Betreuung einer pflegebedürftigen Person, erhält der Pflegebedürftige Pflegegeld, das er an Sie weitergeben kann. Das Pflegegeld zählt nicht als Einkommen und muss nicht versteuert werden. Sie können Ihren Angehörigen selbst pflegen, einen professionellen Pflegedienst wählen oder das Angebot der teilstationären Pflege nutzen. Diese Pflegemöglichkeiten sind auch kombinierbar.

Häusliche Pflege durch Pflegedienste wird als Pflegesachleistung bezeichnet. Beauftragen Sie einen Pflegedienst, so wird das Geld der Pflegekasse direkt an den Pflegedienst gezahlt, nicht an den Pflegebedürftigen. Welchen Pflegedienst Sie wählen, steht Ihnen frei. Wichtig ist nur, dass der Pflegedienst einen Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse abgeschlossen hat.

Sind Sie als betreuende Pflegeperson krank oder im Urlaub, kann der Pflegebedürftige bis zu sechs Wochen im Jahr eine sogenannte Ersatz- oder Verhinderungspflege bekommen. Das Pflegegeld wird während dieser Zeit zur Hälfte weitergezahlt. Die Pflegevertretung kann beansprucht werden, wenn der Pflegebedürftige zuvor mindestens sechs Monate in der häuslichen Umgebung gepflegt worden ist.

Wenn Sie die Pflege für einige Stunden in der Woche nicht übernehmen können, kann die Betreuung in einer Einrichtung der Tages- oder Nachtpflege eine gute Lösung sein – die sogenannte teilstationäre Pflege. Die Pflegekasse beteiligt sich an den Kosten hierfür. Die Tages- und Nachtpflege kann zusätzlich zu den Sach- oder Geldleistungen in Anspruch genommen werden.  

Bei stundenweiser Betreuung ist auch eine Inanspruchnahme von Ersatzpflege möglich. Ist die Pflegeperson weniger als acht Stunden am Tag verhindert, kann der Höchstbetrag von 1.612 Euro ausgeschöpft werden, ohne eine Anrechnung der Höchstdauer von 42 Tagen.

Für eine begrenzte Zeit ist eine Kurzzeitpflege, die vorübergehende Unterbringung in einer stationären Einrichtung, möglich. Die AOK übernimmt die Kosten für die Pflege und Betreuung für acht Wochen im Jahr. Das Pflegegeld wird während dieser Zeit zur Hälfte weitergezahlt. Zusätzlich können bis zu 1.612 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden. 

Wird ein Angehöriger zu Hause gepflegt, gibt es neben den Pflegesachleistungen beziehungsweise dem Pflegegeld einen zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsbetrag von 104 Euro monatlich. Bei altersverwirrten, demenzkranken, geistig behinderten oder psychisch kranken Menschen, die einen besonders hohen Bedarf an Betreuung haben, erhöht sich der Betrag auf 208 Euro pro Monat. Der Betrag ist zweckgebunden und kann für folgende Leistungen eingesetzt werden:

  • Tages- und Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Besondere Angebote zur Betreuung oder der hauswirtschaftlichen Versorgung durch zugelassene Pflegedienste
  • Nach Landesrecht anerkannte niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote, wie familienentlastende Dienste oder Betreuungsgruppen für Demenzkranke  

Die Kosten werden nach Vorlage der Rechnungen von der AOK erstattet. Nehmen Sie diese Leistung in einem Jahr nicht in Anspruch, können Sie die Beträge in das nächste Kalenderhalbjahr übertragen.

Die AOK beteiligt sich an den Kosten für einen Umbau der Wohnung oder des Hauses, in der die häusliche Pflege stattfindet. Voraussetzung ist: 

  • Die häusliche Pflege wird durch den Umbau erst möglich
  • Die häusliche Pflege wird in erheblichem Maße erleichtert
  • Eine selbstständigere Lebensweise des Pflegebedürftigen wird wiederhergestellt.

Sind die Voraussetzungen geklärt, können die Kosten für den Umbau von der Pflegekasse mit bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme unterstützt werden. Dieser Zuschuss wird ohne Einkommensprüfung gewährt. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer Wohnung, ist der Gesamtbetrag auf 16.000 Euro begrenzt.

Zur Erleichterung Ihrer Arbeit in der häuslichen Pflege können sogenannte Pflegehilfsmittel und technische Hilfen notwendig sein. Die AOK übernimmt monatlich bis zu 40 Euro der Kosten für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie Unterlagen, Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe. Technische Hilfen, zum Beispiel Pflegebetten oder Hausnotrufsysteme, können Sie auch leihen.

Für einen demenziell Erkrankten können Sie sogenanntes Pflegegeld oder Pflegesachleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz beantragen. Zusätzlich können Betreuungs- und Entlastungsleistungen beantragt werden. Je nach Betreuungsbedarf sind das monatlich 104 oder 208 Euro. Der Anspruch auf diese zusätzlichen Leistungen wird wie die Pflegestufe im Rahmen der Begutachtung ermittelt.

Wird ein Familienmitglied plötzlich zum Pflegefall, können Sie sich einmalig bis zu zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen, um die Pflege zu organisieren oder selbst zu pflegen. Dieses Recht steht jedem Arbeitnehmer zu, unabhängig von der Größe des Betriebs. Während der Freistellung erhalten Arbeitnehmer Lohnersatzleistungen bis zu 90 Prozent des Nettoeinkommens, sogenanntes Pflegeunterstützungsgeld.

Änderungen in der Pflege ab 2017

Ab 1. Januar 2017 erhalten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Hilfe und verbesserte Leistungen der Pflegeversicherung. Die Bundesregierung hat mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) die Pflegeversicherung umfassend reformiert. Zu den maßgeblichsten Änderungen zählen ein verbessertes Begutachtungssystem sowie die Umstellung auf fünf Pflegegrade statt der bisherigen drei Pflegestufen. Damit sollen nun alle Pflegebedürftigen einen gleichberechtigten Zugang zu Pflegeleistungen erhalten.

Die wichtigsten Änderungen haben wir Ihnen im Überblick zusammengestellt.

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