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Entlastungsleistungen für pflegende Angehörige

Private Pflegepersonen stehen oft vor der Herausforderung, die Pflege eines Angehörigen mit ihrem Berufsleben vereinbaren zu müssen. Mit der Verhinderungspflege, der Kurzzeitpflege, der Tagespflege, der Nachtpflege und dem Entlastungsbetrag bietet die AOK-Pflegekasse wertvolle Leistungen an, die pflegende Angehörige zeitweise entlasten. Dadurch ist eine bessere Vereinbarkeit von Pflege, Beruf und auch Freizeit möglich.

Eine pflegende Angehörige füttert eine pflegebedürftige ältere Frau. Sie kann ab Pflegegrad 2 Entlastungsleistungen wie etwa die Kurzzeitpflege beanspruchen.© AOK

Inhalte im Überblick

    Verhinderungspflege bei Abwesenheit oder Krankheit des Pflegenden

    Sind pflegende Angehörige zum Beispiel wegen eines geplanten Urlaubs oder aufgrund einer Krankheit nicht in der Lage, das pflegebedürftige Familienmitglied zu Hause pflegerisch zu versorgen und zu betreuen, kann die Verhinderungspflege greifen. Für die Zeit der Abwesenheit oder Krankheit des Pflegenden kann dann ein ambulanter Pflegedienst die Pflege übernehmen. Alternativ können auch andere Personen einspringen.

    Die AOK-Pflegekasse stellt Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 jährlich 1.612 Euro zur Verfügung, um die Verhinderungspflege zu organisieren. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson insgesamt bereits seit sechs Monaten Pflegeleistungen für die pflegebedürftige Person übernommen hat. 

    Die Verhinderungspflege ist höchstens bis zu 6 Wochen, also 42 Tage, im Kalenderjahr beziehbar. Pflegebedürftige können sie jedoch stundenweise abrechnen. 

    Reicht das von der AOK-Pflegekasse im Rahmen der Verhinderungspflege zur Verfügung gestellte Budget nicht aus, können Pflegebedürftige zusätzlich das Kurzzeitpflege-Budget in Höhe von bis zu 806 Euro beanspruchen und damit die Leistungen für die Kurzzeitpflege aufstocken.Das Kurzzeitpflege-Budget reduziert sich dadurch um den jeweiligen Anteil, jedoch höchstens um 806 Euro.

    Hinweis: Wenn nahe Angehörige die Verhinderungspflege übernehmen, ist in der Regel mit einer geringeren Kostenerstattung zu rechnen, als dies zum Beispiel beim Einsatz eines ambulanten Pflegedienstes der Fall wäre.

    Wie unterstützt mich meine AOK beim Thema Pflege?

    Die Angebote der AOK unterscheiden sich regional. Wenn Sie die Postleitzahl Ihres Wohnorts eingeben, können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und die regionalen Angebote Ihrer AOK zum Thema Pflege anzeigen.

    Kurzzeitpflege in vollstationärer Pflegeeinrichtung

    Bei der Kurzzeitpflege können Pflegebedürftige für einen kurzen Zeitraum in einer vollstationären Pflegeeinrichtung wie einem Pflegeheim untergebracht sein. Das kommt zum Beispiel infrage, wenn sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen plötzlich verschlechtert, die Wohnung umgebaut wird oder die pflegenden Angehörigen in den Urlaub fahren. 

    Bis zu acht Wochen im Jahr können Pflegebedürftige die vollstationäre Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Die AOK-Pflegekasse fördert diese Betreuungsform ab Pflegegrad 2 mit jährlich 1.774 Euro.

    Ist das im Rahmen der Kurzzeitpflege von der AOK-Pflegekasse zur Verfügung gestellte Budget nicht ausreichend, können Pflegebedürftige das Budget der Verhinderungspflege umwandeln lassen, sofern dieses noch nicht bezogen wurde. Bei Bedarf stehen somit insgesamt bis zu 3.386 Euro für die Kurzzeitpflege zur Verfügung.

    Tagespflege und Nachtpflege

    Viele Pflegeeinrichtungen betreuen pflegebedürftige Menschen entweder am Tag oder über Nacht. Tages- und Nachtpflege sind teilstationäre Angebote, die mit der häuslichen Pflege kombinierbar sind. Das soll pflegende Angehörige unterstützen, weiterhin berufstätig zu bleiben und die Pflege mit dem eigenen Leben besser zu vereinbaren.

    Entscheiden sich Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 für die Tages- oder Nachtpflege, zahlt die AOK-Pflegekasse im Pflegegrad 2 monatlich bis zu 689 Euro für die pflegebedingten Aufwendungen, für die Betreuung und Versorgung inklusive täglicher Hin- und Rückfahrt des Pflegebedürftigen, um die teilstationäre Betreuung zu ermöglichen. Im Pflegegrad 3 erhalten Pflegebedürftige bis zu 1.298 Euro pro Monat, im Pflegegrad 4 bis zu 1.612 Euro je Monat und im Pflegegrad 5 bis zu 1.995 Euro je Monat.

    Entlastungsbetrag für anerkannte alltagsunterstützende Hilfe

    Für alltagsunterstützende Angebote wie zum Beispiel eine Alltagsbegleitung, eine ambulante Pflegeentlastung oder die Nachbarschaftshilfe können Pflegebedürftige ab Pflegegrad 1 einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro im Monat erhalten. 

    Die AOK-Pflegekasse zahlt den Entlastungsbetrag zusätzlich zu den sonstigen Pflegeleistungen bei häuslicher Pflege. Wenn Pflegebedürftige den Entlastungsbetrag in einem Monat nicht aufbrauchen, kann der Betrag in den Folgemonaten innerhalb eines Kalenderjahres genutzt werden.

    Im Zuge der Corona Krise können Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 bis zum 30. Juni 2022 den Entlastungsbetrag auch für andere Hilfen im Wege der Kostenerstattung einsetzen, wenn dies zur Überwindung Versorgungsengpässen erforderlich ist.

    Aktualisiert: 19.04.2021

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