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Mit „Invirto“- App Angst digital behandeln

Rund 10 Millionen Bundesbürger leiden unter Angststörungen und Panikattacken. Betroffene sind in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Die „Invirto“ Therapie bietet erstmals eine digitale Behandlungsmöglichkeit. Neben einer App kommt eine Virtual-Reality-Brille zum Einsatz. Bei der Durchführung helfen Schulungsvideos und eine persönliche psychotherapeutische Betreuung über Videotelefonie.

Was sind Angststörungen?

Angst ist eigentlich ein sinnvolles Gefühl, das uns mit einem gewissen Maß an Vorsicht durchs Leben bringt. Manchmal kann es aber sein, dass die Angst zu stark wird und plötzlich einen großen Teil des Alltags bestimmt. Wenn die Angst überstark und bestimmend wird, sprechen Ärzte und Psychotherapeuten von einer „Angststörung“. Diese kann sich ganz unterschiedlich äußern und tritt oftmals noch mit anderen psychischen oder körperlichen Beschwerden auf. Betroffene einer Panikstörung leiden unter plötzlichen, unerwarteten Panikanfällen (sehr starken Angstzuständen), die mit starken körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwindel und teilweise Todesängsten einher gehen. Menschen mit einer Agoraphobie haben eine starke Angst von zum Beispiel engen oder überfüllten Räumen, Menschenmengen oder weiten Plätzen und vermeiden diese Orte in der Regel lieber. Bei einer sozialen Phobie handelt es sich um eine starke Angst, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, sich peinlich oder erniedrigend zu verhalten.

Allen diesen Angststörungen gemeinsam ist: Die Symptome können sehr unangenehm sein und daran Erkrankte stark belasten und an einem normalen, unbelasteten Leben hindern. Spontan treten immer wieder ausgeprägte Angstanfälle auf. Der Körper reagiert mit Herzrasen, Schwitzen und Schwindel.

Was tun bei Angststörungen und Panikattacken?

Angststörungen lassen sich gut mit einer Psychotherapie behandeln. Leider sind die Wartezeiten auf einen solchen Therapieplatz unter Umständen sehr lang. Oder Betroffene müssen weite Wege zurücklegen, um sich behandeln zu lassen. Die „Invirto“ Therapie ist die erste Psychotherapie für Angststörungen, die Betroffene vollständig von Zuhause aus absolvieren können und bei der sie den Behandlungsstandard mit einer therapeutischen Begleitung erhalten. Die „Invirto“ Therapie wird vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in einer wissenschaftlichen Studie begleitet.

Die Angst-Therapie mit „Invirto“

Die „Invirto“ Therapie wurde vom Anbieter für digitale Psychotherapie „Sympatient“ in einer Kooperation mit Behandlungsexperten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein entwickelt. Die „Invirto“ Therapie behandelt die häufigsten Angststörungen und kann für eine Agoraphobie (Platzangst), soziale Phobie oder Panikstörung eingesetzt werden. Die „Invirto“ Therapie umfasst:

  • App-Kurs mit 16 Stunden therapeutischem Schulungsmaterial und fast vier Stunden Virtual-Reality-Bildmaterial für acht verschiedene Angstsituationen.
  • Audio-, Videoeinheiten und Texte in einer Smartphone App, um therapeutische Informationen zur Bewältigung der Angst zu vermitteln.
  • Darüber hinaus stehen die Psychotherapeuten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein unterstützend zur Verfügung und begleiten die Patienten per (Video-) Telefonate durch das Programm.
  • Während des Therapieprozesses werden Fortschritte über ein kontinuierliches Feedback des Patienten bezüglich des eigenen Zustandes aufgenommen.
  • Der Kurs kann in zwei bis acht Wochen absolviert werden. Die Dauer ist individuell variierbar, je nachdem, wie schnell die verschiedenen Einheiten des App-Kurses in der „Invirto“ App bearbeitet werden.
  • Während der Behandlung sind Patienten an die am Vertrag teilnehmenden Ärzte, Kliniken und Therapieeinrichtungen gebunden. Die Behandlung und die Bindungsfrist enden mit dem therapeutischen Abschlussgespräch. Unabhängig davon kann die Teilnahme jederzeit beendet werden, sofern ein wichtiger Grund vorliegt.

Die vier Phasen der Behandlung mit „Invirto“

Systematische Testverfahren – Screening
Erstgespräch und Diagnose
„Invirto“-App starten
Begleitung

Die vier Phasen der Behandlung mit „Invirto“

Systematische Testverfahren – Screening

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Sie füllen einen Fragebogen online aus. Die Auswertung zeigt, ob Sie als Patient für die „Invirto“-Therapie geeignet sind und am Programm teilnehmen können.

Erstgespräch und Diagnose

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Im nächsten Schritt lernen Sie einen Psychotherapeuten des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZiP) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein kennen und erhalten eine Diagnostik. Die Diagnostik dient der Abklärung, unter welcher Form und Intensität der Angststörung Sie leiden. Das Interview kann in der Klinik in Kiel oder Lübeck geführt werden oder online über ein Videotelefonat wahrgenommen werden.

„Invirto“-App starten

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Die Virtual-Reality-Brille und Zugangsdaten für die „Invirto“ App versendet der Therapieanbieter Sympatient per Post an die Teilnehmer. Die „Invirto“ App können Sie sich aus dem Apple App Store für Ihr iOS Gerät oder aus dem Google Play Store für ein Android Gerät herunterladen. Außerdem erhalten Sie Empfehlungen, welche „Invirto“-Übungen am besten zu Ihrer persönlichen Angsterkrankung passen. In sogenannten Expositionsübungen setzen Sie sich systematisch und dosiert durch die VR-Brille mit Ihren Angst-Situationen auseinander. Die Übungen können so häufig wie gewünscht wiederholt werden. Sie behalten die Virtual-Reality-Brille und Zugang zur „Invirto“ App auch nach Abschluss der Behandlung, um weiter üben zu können.

Begleitung

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Sie erfahren Unterstützung und Betreuung während der „Invirto“ Therapie durch das Uniklinikum Schleswig-Holstein. Therapeuten begleiten Sie per Telefon und Video. Wenn Sie eine Verschlechterung Ihres psychischen Zustands bemerken, haben Sie direkten Zugang zu Notfallnummern und können sich Rat und Hilfe holen. In Krisenfällen nehmen spezialisierte Mitarbeiter der Klinik direkt Kontakt mit Ihnen auf.

Anmelden zum Programm von „Invirto“

Eine Anmeldung ist möglich unter www.invirto.de oder telefonisch bei der „Invirto“ Terminkoordination unter 040 30924713. Die Kosten für die Therapie übernimmt die AOK NORDWEST.

Voraussetzung für die Nutzung der App „Invirto“

Die App „Invirto“ ist mit einer Teilnahme an der Therapie verknüpft. Grundsätzlich können Sie erst teilnehmen, wenn Sie sich angemeldet haben und die Therapeuten des Uniklinikums Schleswig-Holstein Ihre Eignung zur Teilnahme bestätigt haben. Folgende Kriterien müssen Sie darüber hinaus erfüllen:

  • Sie sind bei AOK NORDWEST versichert und mindestens 18 Jahre alt.
  • Sie leiden an Agoraphobie (Platzangst), sozialer Phobie oder Panikstörung.
  • Sie haben ein Smartphone mit Internetzugang.
  • Sie haben ein kompatibles Android- (ab Android Version 6.0) oder Apple Smartphone (ab iOS Version 8.2). Sie können in der „Invirto“ App automatisch überprüfen lassen, ob Ihr Smartphone für „Invirto“ geeignet ist.

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