Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Nordost
Ort/Kasse korrigieren
Servicecenter werden geladen ...
Seitenpfad

Biomarker-Tests: Ist eine Chemotherapie bei frühem Brustkrebs sinnvoll?

Nach der vollständigen operativen Entfernung von frühem Brustkrebs kann eine Chemotherapie in bestimmten Fällen das Risiko für einen möglichen Rückfall senken. Doch die Therapie hat auch erhebliche Nebenwirkungen und ist belastend. Daher wägen die Ärzte anhand verschiedener Merkmale des Tumors ab, ob der Nutzen oder der mögliche Schaden einer Chemotherapie überwiegt. In Zweifelsfällen können Biomarker-Tests, auch Prognosetests genannt helfen, das Risiko für ein Wiederkehren des Tumors abzuschätzen. Die AOK übernimmt grundsätzlich die Kosten der für diese Tests erforderlichen Leistungen.

Wenn Informationen fehlen: Biomarker-Tests können Lücken schließen

Ob eine Chemotherapie bei der Behandlung von Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, empfohlen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben den rein klinischen Daten wie etwa den Eigenschaften des Tumors und dem Lebensalter der Patientin spielen auch persönliche Aspekte wie das Sicherheitsbedürfnis oder die Einschätzung der Nebenwirkungen durch die Patientin eine wichtige Rolle.

Jährlich erkranken circa 70.000 Frauen an Brustkrebs, bei etwa zwei von drei Frauen wird der Tumor in einem frühen Stadium gefunden und Lymphknoten sind noch nicht befallen. In vielen Fällen reichen nach vollständiger Entfernung die vorliegenden Befunde dann aus, um gewissenhaft entscheiden zu können, ob eine zusätzliche Chemotherapie mehr Vor- oder mehr Nachteile haben wird. In einem Teil der Fälle besteht jedoch eine Unsicherheit, um eine kompetente Empfehlung für oder gegen eine Chemotherapie geben zu können.

Wann können Sie diese Leistung in Anspruch nehmen?

Neue Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen durchlaufen einen Prozess.

  1. Der Gemeinsame Bundesausschuss beschließt die Leistung.
  2. Die Leistung wird nach Prüfung durch das Bundesgesundheitsministerium offiziell im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sofern das Ministerium den Beschluss nicht beanstandet, tritt er nach Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.
  3. Im Anschluss daran einigen sich die gesetzlichen Krankenkassen und die Leistungserbringer (wie Ärzte und Krankenhäuser) auf eine Abrechnungsziffer.
  4. Erst wenn diese Abrechnungsziffer vorliegt und eine ärztliche Behandlung erforderlich ist, kann die Gesundheitskasse Ihnen diese Leistung anbieten. Die Abrechnung erfolgt dann automatisch über die elektronische Gesundheitskarte direkt mit dem Leistungserbringer.
  5. Da es momentan noch keine Abrechnungsziffer gibt, können Sie diese Leistung leider noch nicht in Anspruch nehmen oder müssen die Kosten dafür selbst tragen, bis die Ziffer vorliegt. In dringenden Fällen wenden Sie sich gerne an Ihre AOK.

Welchen Zweck haben Biomarker-Tests?

Biomarker-Tests analysieren die Produktion bestimmter Eiweiße durch den Tumor. Diese Eigenschaften ermöglichen eine Prognose bezügliche der Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls oder von Absiedelungen. Insgesamt stehen vier Biomarker-Tests zur Verfügung, die im Zweifelsfall die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie unterstützen können:

  • Oncotype DX Breast Recurrence Score
  • EndoPredict
  • MammaPrint
  • Prosigna


Für wen sind Biomarker-Tests geeignet?

Grundsätzlich kommen die Tests nur bei Frauen mit frühem Brustkrebs infrage. Außerdem müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Der Tumor wurde chirurgisch komplett entfernt
  • Der Tumor hat Rezeptoren für Hormone wie Östrogene und Progesterone (hormonrezeptor-positiv)
  • Der Tumor hat wenig oder keine Andockstellen für Wachstumsfaktor HER2/neu (HER2/neu-negativ)
  • kein Befall von Lymphknoten
  • klinische und pathologische Kriterien sind nicht ausreichend für eindeutige Entscheidung (für oder gegen eine zusätzliche systemische Chemotherapie nach der Operation)


Bedarf es für die Biomarker-Tests einer zusätzlichen Brust-OP?

Die Tests werden an dem Tumorgewebe durchgeführt, das bei Biopsie, Gewebeprobe oder Operation entfernt und für die pathologische Untersuchung fixiert wurde. Für Mamaprint wird frisch gefrorenes unfixiertes Gewebe benötigt. Für die Patientin bedeutet der Biomarker-Test daher keinen weiteren chirurgischen Eingriff. Nach ein paar Tagen liegt das Testergebnis vor, das dann für die gemeinsame Therapieentscheidung der Patientin und ihren Ärzten zur Verfügung steht.

Wie ist das Ergebnis des Biomarker-Tests einzuordnen?

Die Aussagekraft der Biomarker-Tests wurde in Studien untersucht. Dabei wird je nach Testvariante die Aktivität von elf bis 70 relevanten Genen im erkrankten Gewebe gemessen. Diese Aktivität ermöglicht Aussagen über das Rückfallrisiko des Tumors.

Das Testergebnis kann in unklaren Fällen die klinischen und pathologischen Kriterien bei der Abschätzung des Rückfallrisikos ergänzen und damit in die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie einbezogen werden.

Letztendlich sollte die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie durch die Patientin gemeinsam mit ihren Ärzten getroffen werden. Dabei spielt auch die Einschätzung der Patientin eine entscheidende Rolle, wie sie das Rückfallrisiko im Verhältnis zu den Belastungen und Risiken einer Chemotherapie für sich bewertet.


 

AOK zahlt Kosten für Biomarker-Test

Die AOK übernimmt für ihre Versicherten die für einen Biomarker-Test relevanten Kosten.

Weitere und detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Sie im Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschuss.

Weitere Informationen

Finden Sie das passende Krankenhaus über unseren Krankenhausnavigator

Informieren Sie sich über Ihre Optionen bei einer Brusterhaltung oder einer Brustentfernung

Kontakt zu meiner AOK NordostOrt/Kasse ändern

Zur Kontaktübersicht

Newsletter

Der AOK-Newsletter schickt monatlich die neuesten Meldungen aus den Bereichen Medizin, Fitness, Ernährung, Karriere und Gesundheit in Ihr Postfach.

Um einen RSS-Feed zu abonnieren, benötigen Sie einen Browser, der RSS unterstützt. Die aktuellen Standardbrowser (z. B. Mozilla Firefox, Internet Explorer oder Chrome) unterstützen RSS-Feeds. Um die Feeds zu abonnieren, klicken Sie bitte auf den unten angegebenen Link. Benennen Sie den RSS-Link nach Ihren Wünschen und speichern Sie ab. Über eine neue Schaltfläche in Ihrem Browser können Sie dann die News erreichen.
Die RSS-Technologie ermöglicht Ihnen die tagesaktuellen News aus der Themenwelt der aok.de einfach und bequem zu abonnieren. Sie können sich unsere News-Themen in ihrem Browser oder einem RSS-Reader anzeigen lassen. Teilweise unterstützen auch Bildschirmschoner und E-Mail-Programme den RSS-Feed. Sie können daher die News sehr flexibel einsetzen.
Zur Kontaktübersicht