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Fast jeder Vierte der stationär behandelten Covid-19-Patienten im Rheinland ist verstorben

Fast jeder Vierte der Covid-19-Patienten, die zwischen Ende Februar und Mitte April in Krankenhäusern im Rheinland aufgenommen wurden, hat seine Corona-Erkrankung nicht überlebt. Bei Patienten mit Beatmung lag die Sterblichkeit bei 55 Prozent, bei nichtbeatmeten Patienten mit 14 Prozent dagegen deutlich niedriger. Insgesamt wurden 21 Prozent der Patienten beatmet. Das sind die für das Rheinland gültigen Ergebnisse einer bundesweiten Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Technischen Universität Berlin, die jetzt im medizinischen Fachmagazin „The Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlicht worden ist.

Analyse zu Behandlungsverläufen bei Covid-19-Patienten

Die Analyse liefert erstmals bundesweite Ergebnisse zur Behandlung der Covid-19-Patienten in Deutschland auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten, die knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung abbilden. Ein Fokus liegt dabei auf der Situation der beatmeten Patienten. Ausgewertet wurden für das Rheinland die Daten von etwa 850 Patienten mit bestätigter Covid-19-Diagnose, die zwischen dem 26. Februar und dem 19. April 2020 in Krankenhäusern in dieser Region aufgenommen wurden.

Insgesamt verstarben im Rheinland beinah ein Viertel (23 Prozent) der stationär behandelten Covid-19-Patienten. Die Sterblichkeit der Patienten, die künstlich beatmet werden mussten, lag bei insgesamt 55 Prozent. Bei den Patienten ohne Beatmung war die Sterblichkeit zwar deutlich geringer, erreichte aber immerhin 14 Prozent. „Dass so viele Covid-19-Patientinnen und Patienten in den Kliniken verstorben sind, weist darauf hin, dass dort viele Menschen mit schweren Krankheitsverläufen behandelt wurden“, sagt Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Zurzeit steigen auch in Deutschland die Infektionszahlen. Wir müssen uns daher unbedingt weiterhin an die Hygiene- und Schutzmaßnahmen halten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und solchen schweren Verläufen bei Patienten vorzubeugen.“

In der Studie sind die Daten der Covid-19-Patienten mit und ohne Beatmung getrennt ausgewertet worden. Insgesamt wurden 177 (21 Prozent) der 853 stationär behandelten Covid-19-Patienten im Rheinland künstlich beatmet. Das Durchschnittsalter der Patienten lag in der Gruppe der beatmeten Patienten bei 67 Jahren und in der Gruppe der nicht beatmeten Patienten bei 65 Jahren.

Stationär behandelte Covid-19-Patienten weisen häufig eine Reihe von Begleiterkrankungen auf. Patienten, die beatmet werden müssen, leiden deutlich häufiger an solchen Begleiterkrankungen als die Patienten, die ohne Beatmungsgeräte auskommen. So hatten beispielsweise nur 27 Prozent der Patienten ohne Beatmung eine Diabetes-Erkrankung – bei den beatmeten Patienten waren es aber 40 Prozent.

Durchschnittlich dauerte der Krankenhausaufenthalt der Covid-19-Patienten 15 Tage. Nicht beatmete Patienten blieben mit 12 Tagen im Schnitt deutlich kürzer in der Klinik als Beatmungspatienten (26 Tage). Die Dauer der künstlichen Beatmung lag im Durchschnitt bei 14 Tagen, im Median bei 10 Tagen.

Link zur Veröffentlichung: http://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600(20)30316-7/fulltext

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