Erkältungswelle reichte in diesem Jahr bis in den Mai
Die AOK Rheinland/Hamburg hat zuletzt mehr Fehlzeiten aufgrund von Atemwegsbeschwerden registriert. Diese Diagnose hat auch 2025 die meisten Fehlzeiten verursacht.
Hartnäckiger Husten, Abgeschlagenheit oder eine verstopfte Nase: Viele Menschen haben auch jetzt im Frühjahr mit Atemwegsproblemen zu kämpfen. Der Infektionsradar des Robert Koch-Instituts zeigt, dass Nordrhein-Westfalen Mitte Mai besonders stark betroffen war. Hier lag die wöchentliche Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen mit 788 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 574 im Vergleichszeitraum. Zudem belegen Auswertungen der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg, dass in der ersten Maihälfte 2026 mehr Menschen wegen Erkältungen und Atemwegsbeschwerden an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen sind als im Vorjahr zur gleichen Zeit.
Für die Analysen hat die AOK Rheinland/Hamburg die Daten ihrer berufstätigen Versicherten ausgewertet. Zwischen dem 1. und dem 15. Mai 2026 waren rund drei Prozent mehr Menschen aufgrund von Atemwegserkrankungen krankgeschrieben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im April hatte sich noch ein anderes Bild gezeigt: Hier fielen im Jahr 2026 knapp sechs Prozent weniger Menschen mit dieser Diagnose am Arbeitsplatz aus als 2025. Das Infektionsgeschehen hat sich in diesem Jahr somit zeitlich nach hinten verschoben – hinein in den Mai, der in diesem Jahr in der ersten Hälfte von einigen kühleren und nasseren Tagen geprägt war.
„Neben der klassischen Erkältung und Influenza sind erneut Infektionswellen mit dem Coronavirus aufgetreten, wenn auch weniger dynamisch als in den Pandemiejahren.“
Geschäftsführerin des BGF-Instituts
Atemwegserkrankungen 2025: 84 AU-Fälle je 100 Versicherte
Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes zum 1. April 2007 sind die bisherigen… (BGFI) der AOK Rheinland/Hamburg hat für den Rheinlandbericht 2026 analysiert, dass Atemwegserkrankungen grundsätzlich die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz sind. Sie führen zu saisonalen Belastungsspitzen und wirken sich unmittelbar auf betriebliche Abläufe aus. Wie bereits in den Vorjahren entfiel auch 2025 der mit Abstand größte Teil der Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle) auf Atemwegserkrankungen. Mit 84,1 Fällen je 100 Versicherte führen sie das Ranking deutlich an. Auf Platz zwei folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 42,7 AU-Fällen je 100 Versicherte. Der Langzeitvergleich zeigt im Falle der Atemwegserkrankungen allerdings auch, dass im vergangenen Jahr erstmals seit 2021 die Zahl der AU-Fälle leicht zurückgegangen ist.
„Wie bereits in den Vorjahren kam es auch 2025 zu ausgeprägten Atemwegsinfektionen in den Wintermonaten. Neben der klassischen Erkältung und Influenza sind erneut Infektionswellen mit dem Coronavirus aufgetreten, wenn auch weniger dynamisch als in den Pandemiejahren. Diese saisonalen Erkrankungen führten insbesondere in körpernahen Dienstleistungsberufen, im Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… und in Bildungseinrichtungen zu erhöhten Fehlzeiten“, sagt Merit Kirch, Geschäftsführerin des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg.
Elektronische AU-Bescheinigung wirkt sich aus
Die schrittweise Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… ab 2022 hat offenbar einen deutlichen Einfluss auf die Erfassung von Atemwegserkrankungen gehabt. Vor allem kürzere Erkrankungen finden sich inzwischen häufiger in der Statistik dieser Diagnosegruppe wieder. Nach Analysen der AOK Rheinland/Hamburg sank die durchschnittliche Falldauer bei Arbeitsunfähigkeiten aufgrund von Atemwegserkrankungen von 7,6 Tagen im Jahr 2021 auf 5,8 Tage im Jahr 2025.
Der Rheinlandbericht des BGF-Instituts
Die AOK Rheinland/Hamburg und das BGF-Institut unterstützen Betriebe dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten. Nähere Informationen unter www.bgf-institut.de Dort kann auch der aktuelle Rheinlandbericht abgerufen werden.