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Krankenkassen-Fusion: Pauschale Fusionsziele greifen zu kurz

07.05.2026 AOK Rheinland/Hamburg 2 Min. Lesedauer

Anlässlich der Gesundheitsreform fordert CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, die Zahl der Krankenkassen zu reduzieren. In einem Statement für die Rheinische Post hob Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg hervor, dass pauschale Fusionsziele zu kurz greifen. Entscheidend ist vielmehr, die Rahmenbedingungen für echten Qualitäts- und Innovationswettbewerb zu stärken zum Nutzen der Versicherten.

Porträt von Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg
Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg

„Das deutsche Gesundheitssystem ist aus gutem Grund wettbewerblich ausgerichtet: Richtig ausgestalteter Wettbewerb führt auch ohne zusätzliche politische Eingriffe zu effizienteren, schlankeren Strukturen. Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… treibt Innovationen voran, verbessert die Versorgungsqualität und stärkt wirtschaftliches Handeln. Voraussetzung dafür ist jedoch ein verlässlicher gesetzlicher Rahmen, der in den vergangenen Jahren eher eingeschränkt als gestärkt wurde.

Die Entwicklung zeigt: Von über 1.200 Krankenkassen Anfang der 1990er-Jahre ist ihre Zahl heute auf 93 gesunken. Ein Blick ins Ausland verdeutlicht zudem, dass eine starke Reduktion nicht automatisch zu Einsparungen führt. In Österreich etwa wurden 2020 neun Gebietskrankenkassen zu einer einzigen Gesundheitskasse zusammengeführt, dabei ohne signifikante Kostenvorteile zu erzielen. Vor diesem Hintergrund ist der Vorschlag von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, in den Wettbewerb einzugreifen und die Zahl der Krankenkassen weiter zu reduzieren, der falsche Weg.

Pauschale Fusionsziele greifen daher zu kurz. Entscheidend ist vielmehr, die Rahmenbedingungen für echten Qualitäts- und Innovationswettbewerb zu stärken – zum Nutzen der Versicherten.

Insbesondere die AOKs leisten mit ihrer regionalen Verankerung einen entscheidenden Beitrag: Sie kennen die Versorgungsrealität vor Ort und gestalten diese aktiv mit. Diese Regionalität ist ein zentraler Baustein einer funktionierenden Gesundheitsversorgung und entspricht der föderalen Struktur Deutschlands.“