Tag der Frauengesundheit – Großer Nachholbedarf bei geschlechterspezifischer Medizin
Die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ist weiblich. Leider spiegelt sich das bis heute nicht in der Medizin wider. Anlässlich des Internationalen Tages der Frauengesundheit hat der AOK-Bundesverband eine Forsa-Umfrage veröffentlicht, die belegt, dass geschlechtsspezifische Unterschiede eine unzureichende Rolle im Gesundheitswesen spielen. Diese Defizite umfassen sowohl das Medizinstudium als auch die Behandlungsleitlinien oder die Zulassung von Medikamenten.
Es ist seit langem bekannt, dass Frauen bei einigen Erkrankungen andere Symptome haben als Männer, beispielsweise beim Herzinfarkt. In der repräsentativen Forsa-Umfrage unter Medizinerinnen und Medizinern zeigt sich jedoch, dass Genderaspekte im Studium offenbar weitgehend ausgeblendet werden. Fast ein Drittel der Befragten gab an, dass im Studium nicht vermittelt wurde, dass Krankheiten bei Frauen und Männern unterschiedliche Symptome haben können. Zudem berichtet zwei Drittel der Befragten, dass sie noch nie eine Fortbildung zur unterschiedlichen Behandlung von Männern und Frauen besucht haben. Dennoch spricht sich eine große Mehrheit in der Ärzteschaft laut der Umfrage dafür aus, die Behandlungsleitlinien um geschlechterspezifische Aspekte zu erweitern und anzupassen. „Die Ergebnisse der Umfrage sollten ein Weckruf sein. Geschlechtergerechte Medizin darf nicht auf die Fachbereiche Gynäkologie oder Urologie verengt betrachtet werden“, sagt Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg.