Pressemitteilung

In drei von vier Fällen bleibt die Mutter für das kranke Kind zu Hause 

27.05.2026 AOK Rheinland/Hamburg 3 Min. Lesedauer

Nur 24 Prozent der Kinderkrankentage werden im Rheinland von Männern genommen. Das zeigen Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg.

Frauen fallen an ihrem Arbeitsplatz häufiger aufgrund von Kinderkrankentagen aus als Männer. Nach einer aktuellen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) übernahmen bei der AOK Rheinland/Hamburg versicherte Frauen 76,34 Prozent der Kinderkrankentage im Jahr 2025, bei den Männern waren es lediglich 23,66 Prozent. 

Dass nur etwa jeder vierte Mann Kinderkrankentage beansprucht, liegt auch an der weiterhin ungleich verteilten Care-Arbeit in vielen Familien. Dabei steht der rechtliche Anspruch auf Kinderkrankentage jedem gesetzlich versicherten Elternteil gleichermaßen zu. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Tage pro Jahr richtet sich dabei nach der Familiensituation. In einer Familie mit einem Kind hat jeder Elternteil im Jahr 2026 Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld, bei Alleinerziehenden sind es 30 Tage. Bei mehreren Kindern besteht maximal ein Anspruch auf insgesamt 35 Tage, bei Alleinerziehenden sind es 70 Tage. 

„Solange Betreuung, Organisation und emotionale Verantwortung überwiegend auf Frauen lasten, bilden Kinderkrankentage nicht nur eine individuelle Entscheidung ab, sondern spiegeln auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen“, sagt Ulrike Dell, Bereichsleiterin Entgeltersatzleistungen und Forderungen der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg. „Wir müssen anerkennen, dass Care-Arbeit, geringere Bezahlung und die mangelnde Berücksichtigung von Frauengesundheit strukturell zusammenhängen und Frauen bis heute systematisch benachteiligen.“

So meldeten sich 4,4 Prozent aller Frauen, die bei der AOK Rheinland/Hamburg versichert sind und Anspruch auf Kinderkrankengeld haben, im Jahr 2025 bei ihrem Arbeitgebenden mindestens einmal „Kind krank“. Bei den Männern waren es 1,3 Prozent. 

Das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern zeigt sich laut Auswertung auch bei der Anzahl der AU-Tage: Frauen hatten deutlich mehr Arbeitsunfähigkeitstage als Männer, mit 27,6 AU-Tagen pro 100 versicherte Frauen gegenüber 6,9 AU-Tagen pro 100 versicherte Männer im Jahr 2025. Die Werte zeigen, dass Frauen im Durchschnitt fast viermal so häufig arbeitsunfähig sind wie Männer. 

Anzahl der Anträge von Männern nimmt zu 

Vergleicht man die letzten zehn Jahre miteinander, fällt auf, dass der Anteil der Männer, die im Krankheitsfall die Kinderbetreuung übernehmen, langsam, aber stetig steigt. Während 2015 nur 17,77 Prozent der Kinderkrankentage von Männern übernommen wurden, stieg die Zahl 2025 auf 23,66 Prozent, das entspricht einem relativen Anstieg von rund 33 Prozent in zehn Jahren. 

Maßnahmen für mehr Gleichberechtigung

Die ungleiche Inanspruchnahme von Kinderkrankentagen verdeutlicht, dass Care-Arbeit noch immer überwiegend von Frauen getragen wird. Um diese strukturelle Ungleichheit langfristig zu verringern, braucht es politische Maßnahmen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen sowie einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer gerechteren Verteilung von Verantwortung zwischen beiden Elternteilen. 

Weitere Informationen zur Beantragung von Kinderkrankengeld finden Sie hier.

 

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Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Katharina Muschalla
Pressesprecherin

Katharina Muschalla

AOK Rheinland/Hamburg