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Laufen Nach Knieoperation

an meinem rechten Knie wurde vor Kurzem ein Teil des Innenmeniskus entfernt: "subtotale Innenmeniskushinterhornresektion". An beiden Kniescheiben habe ich auch Arthrose. Ich bin begeisterter Läufer und wollte wissen, ob ich den Ausdauersport weiter betréiben kann. Dazu gibt es drei ärztliche Meinungen: der eine Arzt meint: "Nicht mehr Laufen, auf keinen Fall. Da ist das künstliche Gelenk vorprogrammiert.", der ande"Natürlich können Sie weiterlaufen, das ist gut", der dritte: "Wenn's länger als 24 Stunden nach der Belastung schmerzt, muss man sich drum kümmern. Sonst geht Laufen."

Haben Sie Erfahrungswerte zu diesem Thema?

Hallo Gieselher,

 

das Wichtigste für ein Gelenk ist Bewegung bei gleichzeitiger Schmerzfreiheit. Insofern würde ich mich den beiden letzten ärztlichen Meinungen anschließen.

 

 

Um das Laufen knieschonend zu betreiben sind 3 Faktoren wichtig:

 

Lauftechnik

Auch für einen erfahrenen Läufer empfiehlt sich der Besuch eines Laufseminars bei einem erfahrenen Trainer. Dabei aber auf ergonomisch effektive und gelenkschonende Zielrichtung achten. Wesentliches Merkmal wäre ein „kurzer Arm“. d. h. der Ellenbogen bleibt die ganze Zeit stark gebeugt. Hierdurch ändert sich auch die Beinbewegung und es wird z. B. der Bremsstoß beim Aufsetzen des Fußes wesentlich verringert. Von Seminaren zur Erlernung des Vorfußlaufens oder reinem „Barfußlaufen“ würde ich abraten.

 

Gewicht

Evtl. Übergewicht vor dem Beginn des Lauftrainings durch Ernährungsumstellung und knieschonende Sportarten abbauen (Kraulschwimmen, Rad fahren, Walking). Der BMI sollte im Idealbereich liegen.

 

Trainingspensum

Trainingsumfänge moderat steigern. Sinnvoll ist sicherlich erstmal mit maximal der Hälfte der bisher gewohnten Strecke zu beginnen. Vor sehr langen Läufen über 20 KM würde ich grundsätzlich abraten. Regelmäßig im Training Lauftechnikübungen einbauen und kontrollieren lassen. Ergänzend dazu Funktionsgymnastik auf instabilen Unterlagen zur Gelenkstabilisierung sowie Krafttraining für Rumpf und Beine. Dehnen nicht vergessen.

 

 

 

Entscheidend ist die Schmerzfreiheit. Wenn es trotz aller Bemühungen nicht gelingt schmerzfrei (während/danach) zu laufen, Alternativen suchen (Wie unter „Gewicht“ bereits genannt).

 

 

Wünsche viel Erfolg!

 

Gruß

 

Jörg Heinrichs

Expertenteam der AOK

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich habe dazu noch eine Frage bezüglich des genannten Krafttrainings für die Beine (die Knie): Gehen bei dieser Schädigung auch Kniebeugen mit Gewicht, bzw. Beinpressen an der Maschine, natürlich mit langsamer, angepasster Gewichtssteigerung? Oder braucht man dazu vollständige Menisken?

Wäre schön; für reine Erhaltungsgymnastik fühle ich mich noch zu jung.

 

Für den Anfang würde ich gerätegestütztes Training empfehlen. Am besten gut von der Maschine geführt. Also Beincurls statt Beinpresse. Bitte immer die Rückseite der Oberschenkel für eine ausgewogene Kniestabilisierung ebenfalls trainieren. Vor dem Krafttraining Stabilisierungsübungen auf instabilen Unterlagen nur mit dem Körpergewicht üben. Kann auch gut zum Aufwärmen genutzt werden.

Beinpresse und insbesondere Kniebeugen erst, wenn wieder etwas Muskulatur aufgebaut ist und sich das Knie „sicher“ anfühlt. Alles natürlich nur bei Schmerzfreiheit. Alle Übungen immer von außen auf korrekte Ausführung kontrollieren lassen.

 

Viel Erfolg, wird schon wieder !

 

Mit freundlichen Grüßen


Jörg Heinrichs

Expertenteam der AOK

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