AOK-Welt: Neues aus den Regionen
Mit verschiedenen Initiativen und Studien setzen sich die AOKs bundesweit für eine bessere Versorgung ein.
NordWest
Mehr Jugendliche wegen Alkoholvergiftung in Kliniken
Nach jahrelangem Rückgang steigt die Zahl junger Menschen, die wegen exzessiven Alkoholkonsums stationär behandelt werden, wieder. In Westfalen-Lippe wurden 2025 370 Zwölf- bis 20-Jährige mit einer Alkoholvergiftung in eine Klinik eingeliefert, in Schleswig-Holstein waren es 89. Besonders auffällig ist dort die Entwicklung bei den 13- bis 15-Jährigen. Ihre Klinikaufenthalte haben sich mehr als verdoppelt. „Wir dürfen in der Alkoholprävention nicht nachlassen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK NordWest, Tom Ackermann. Gerade für Heranwachsende sei Alkoholkonsum mit besonderen Risiken für eine gesunde Entwicklung verbunden.
Rheinland/Hamburg
Bewegung soll Krebstherapie unterstützen
Krebskranke Kinder und Jugendliche sollen künftig schon während ihrer Behandlung gezielt mit Sport- und Bewegungsangeboten unterstützt werden. Grundlage ist ein neuer Selektivvertrag der AOK Rheinland/Hamburg. An 13 kinderonkologischen Zentren wird im Projekt „BEPPO“ erprobt, wie individuell angepasste Einheiten in Klinik, Ambulanz und zu Hause die Krebstherapie ergänzen können. Ziel ist es, Nebenwirkungen zu lindern sowie Muskelkraft, Mobilität und Lebensqualität zu verbessern. „Sport und Bewegung vermitteln Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, stabilisieren so Körper und Geist“, sagte Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. Auch Barmer, DAK-Gesundheit und Techniker
Krankenkasse sind Vertragspartner. Die Projektleitung liegt beim Universitätsklinikum Essen und Uniklinikum Köln. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert das Projekt bis März 2029 mit rund 7,3 Millionen Euro.
Rheinland-Pfalz/Saarland
Präventionsprojekt stärkt Teilhabe
Menschen mit geistiger Behinderung sollen im Saarland zu Gesundheitsexpertinnen und -experten ausgebildet werden. Das ist das Ziel des dreijährigen Präventionsprojekts „Einfach gesund – Gesundheit mitbestimmen und mitgestalten“ von Special Olympics Saarland. In Schulungen lernen die Teilnehmenden unter anderem mehr über Ernährung, Bewegung, Entspannung sowie Klima und Gesundheit. Anschließend sollen sie ihr Wissen im Wohnumfeld, am Arbeitsplatz, in Förderschulen oder in der Freizeit weitergeben und eigene Angebote entwickeln – etwa gemeinsames gesundes Kochen oder bewegte Pausen. Die Schulungsmaterialien werden in leichter Sprache erstellt. Ab 2027 beginnt die praktische Umsetzung. Gefördert wird das Projekt vom GKV-Bündnis für Gesundheit im Saarland.
Baden-Württemberg
Haus- und Facharztverträge auf Rekordkurs
Mehr als 2,1 Millionen Versicherte der AOK Baden-Württemberg haben 2025 an der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) teilgenommen. 7,6 Prozent mehr als 2024. Das gemeinsame Facharztprogramm von AOK und Bosch BKK knackte erstmals die Millionengrenze: 1,037 Millionen Versicherte waren eingeschrieben – ein Zuwachs von 9,5 Prozent. Zudem stieg die Zahl der beteiligten Ärzte und Psychotherapeuten. In der HZV waren 5.867 Haus- und Kinderärzte aktiv, im Facharztprogramm 3.351 Fachärzte und Psychotherapeuten. „Sowohl die Teilnehmendenzahl als auch die Ergebnisse der Evaluation sprechen für sich“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind.
Hessen
Sprachprobleme vor Schulstart beheben
Die Verordnungen von Sprachtherapien bei Kindern in Hessen bleiben konstant hoch. 2025 erhielten 16 Prozent der Sechsjährigen eine solche Behandlung, wie eine Auswertung der AOK Hessen zeigt. Insgesamt bekamen 3.591 Kinder eine entsprechende Heilmittelverordnung, etwa ein Drittel davon waren Mädchen. Bei den Vierjährigen waren 8,1 Prozent der Jungen und 4,4 Prozent der Mädchen betroffen. Artikulationsstörungen, aber auch Störungen von Satzbau, Wortschatz oder Redefluss können eine solche Therapie erforderlich machen.
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