Artikel Versorgung

AOK-Welt: Neues aus den Regionen

20.05.2026 Tina Stähler 3 Min. Lesedauer

Mit verschiedenen Initiativen und Studien setzen sich die AOKs bundesweit für eine bessere Versorgung ein.

Ein Läusekamm kämmt durch blondes Haar.
Kopfläuse verschwinden nicht von selbst. Deshalb müssen sie möglichst rasch und mehrmals mit einem Mittel behandelt werden.

NordWest

Weniger Anti-Läusemittel verschrieben

Die Zahl der Verordnungen von Arzneimitteln gegen Kopfläuse ist in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein deutlich zurückgegangen. Im Norden lag das Minus 2025 bei 9,7 Prozent, in Westfalen-Lippe bei 12,6 Prozent. „Da Kopfläuse nicht von selbst verschwinden und sich in Windeseile weiter ausbreiten, sollte rasch eine entsprechende Behandlung erfolgen“, machte der Vorstandsvorsitzende der AOK NordWest, Tom Ackermann, deutlich. Mit einer einmaligen Behandlung ist es nicht getan: Die Läusemittel müssen nach neun oder zehn Tagen erneut aufgetragen werden. Danach müssen Läuse und Nissen zwei Wochen lang alle drei bis vier Tage ausgekämmt werden.

Bundesverband

Trend zu jüngerem Eintritt in die Pflegebedürftigkeit

Die Zahl der erstmals pflegebedürftigen Menschen ab 60 Jahren ist seit 2019 weitgehend stabil. Nach einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) traten jährlich rund 350.000 AOK-Versicherte dieser Altersgruppe neu in die Pflege ein. Gleichzeitig werden die Menschen dieser Altersgruppe immer früher pflegebedürftig. Lag das durchschnittliche Eintrittsalter vor fünf Jahren noch bei 79,5 Jahren, so sind es jetzt 77,9. Zudem wird Pflegebedürftigkeit früher und in niedrigeren Pflegegraden festgestellt. Gleichzeitig sank der Anteil der schweren Pflegegrade. Die Verschiebung zeige, dass es „frühzeitige und wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen auch schon ab dem Eintritt der Pflegebedürftigkeit“ brauche, erläuterte Susann Behrendt, Forschungsbereichsleiterin Pflege im WIdO. So könne einer Zunahme der Beeinträchtigungen entgegengewirkt oder diese zumindest hinausgezögert werden. Die Analyse betrachtet die Entwicklung seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017.

Niedersachsen

Versorgungsmodell wird fortgeführt

Bessere Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt und weniger unnötige Wiedereinweisungen – das Versorgungsmodell „Statamed“ der AOK Niedersachsen wird nach erfolgreichem Start in Norden weitergeführt. Seit April 2024 wurden bereits über 600 Patienten nach dem Konzept betreut. Dieses vernetzt Klinik, Hausärzte, Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste und Rettungsdienst, um eine durchgängige Betreuung sicherzustellen. Ein zentraler Baustein sind sogenannte Flying Nurses, speziell qualifizierte Pflegefachkräfte. Sie begleiten die Patienten vor, während und nach einem Krankenhausaufenthalt und stimmen sich mit den behandelnden Ärzten ab. Nun beginnt die finale wissenschaftliche Auswertung der gesammelten Daten. Erste Evaluationsergebnisse werden für Herbst 2027 erwartet.

Rheinland/Hamburg

Gesundheitskurs speziell für Gamer entwickelt

Mit „Game on“ gibt es für Spielerinnen und Spieler von Video- und Computerspielen einen speziell auf sie zugeschnittenen Präventionskurs. Das Angebot der AOK Rheinland/Hamburg soll gesundheitlichen Risiken wie Bewegungsmangel, Stress oder einseitigen Belastungen entgegenwirken und zugleich das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit stärken. Entwickelt wurde das Angebot gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln. Der zertifizierte Kurs wird von der AOK bezuschusst. Laut Statista zockt rund jede und jeder Zweite  zumindest gelegentlich am Computer – Frauen und Männer gleichermaßen.

Baden-Württemberg

Neues Versorgungsangebot für Menschen mit Hörsehbehinderung

Für Menschen mit einer doppelten Sinnesbehinderung gibt es nun eine passende Anlaufstelle im Gesundheitssystem: Das Innovationsfondsprojekt „GaViD-Sinne“ hat an vier Standorten deutschlandweit interdisziplinäre Diagnostik- und Versorgungsstützpunkte etabliert. Ziel ist ein abgestimmtes Unterstützungsangebot, das sich an alle Altersgruppen – von Kindern bis zu älteren Menschen – wendet. Die AOK Baden-Württemberg ist als Konsortialpartnerin aktiv beteiligt. Nach Daten der AOK im Südwesten waren 2024 rund 227.854 Versicherte betroffen, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.

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