Artikel Versorgung

AOK-Welt: Neues aus den Regionen

22.04.2026 Tina Stähler 3 Min. Lesedauer

Mit verschiedenen Initiativen und Studien setzen sich die AOKs bundesweit für eine bessere Versorgung ein.

Ein Chirurg in Schutzkleidung und Maske führt in einem Operationssaal einen Eingriff durch, während medizinisches Personal im Hintergrund assistiert.
Leistenbrüche gehören zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.

Hessen

Weniger Leistenbrüche – Männer bleiben Hauptbetroffene

Leistenbrüche betreffen vor allem Männer und zählen zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. In Hessen wurden 2024 insgesamt 16.080 AOK-Versicherte mit dieser Diagnose registriert, rund acht Prozent weniger als 2019. Der Frauenanteil lag bei lediglich 13,7 Prozent. Das Durchschnittsalter betrug 63 Jahre. In den meisten Fällen handelt es sich um gut behandelbare Erkrankungen, die nur selten lebensbedrohlich verlaufen. Dennoch können unbehandelte Leistenbrüche zu Komplikationen führen, etwa wenn eingeklemmtes Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist daher sinnvoll.

Bundesverband

Blankoverordnungen treiben Heilmittelausgaben

Die Ausgaben der AOK für Heilmittel steigen weiter deutlich. Besonders stark fallen die Zuwächse in Bereichen mit Blankoverordnungen aus: In der Ergotherapie sind die Ausgaben seit deren Einführung im April 2024 in den entsprechenden Diagnosebereichen um 62 Prozent gestiegen, die Zahl der Behandlungen um 34 Prozent. In der Physiotherapie, wo Blankoverordnungen seit November 2024 für Schulterdiagnosen möglich sind, liegt der Kostenanstieg bei fast 100 Prozent, bei einem Plus von 73 Prozent bei den Behandlungen.

Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, warnte davor, dass die Blankoverordnung „in Teilen als Blanko-Scheck für Einnahmeoptimierung missverstanden“ werde. Der Verband bewertet diese Entwicklung kritisch. Blankoverordnungen sollen mehr Therapiefreiheit und eine patientenorientierte Versorgung ermöglichen, führen laut AOK jedoch zu erheblichen Mengen- und Kostensteigerungen – ohne belegbaren Qualitätsgewinn.

Rheinland/Hamburg

Reha in den Alltag integrieren

Digitale Anwendungen können die Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen sinnvoll ergänzen. Mit der App „myReha“ unterstützt die AOK Rheinland/Hamburg ihre Versicherten dabei, Therapieinhalte auch außerhalb von Klinik und Praxis fortzuführen. Menschen nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma sowie mit Einschränkungen durch Long Covid, Parkinson, Multiple Sklerose oder Demenz können aus rund 65.000 Übungen wählen. Diese decken unter anderem Sprache, Gedächtnis, Konzentration, Wahrnehmung und alltagsnahe Fähigkeiten ab und stammen aus den Bereichen Logopädie, Ergotherapie und Neuropsychologie. Ziel ist es, den Rehabilitationserfolg nachhaltig zu sichern, die Selbstständigkeit zu stärken und ein kontinuierliches Training unabhängig von Zeit und Ort zu ermöglichen.

Niedersachsen

Partnerschaft stärkt Versorgungsforschung

Die Medizinische Hochschule Hannover und die AOK Niedersachsen bauen ihre Zusammenarbeit in der Versorgungsforschung durch eine Kooperation im Rahmen des neu gegründeten Kompetenzzentrums für Public Health, Primary Health Care und Versorgungsforschung aus. Dadurch könnten Forschung, Lehre und Versorgung „systematisch miteinander verzahnt werden“, machte der Vorstandsvorsitzende der AOK Niedersachsen, Jürgen Peter, deutlich. Ziel ist es, die Qualität der Gesundheitsversorgung in Niedersachsen zu verbessern und neue Versorgungsansätze schneller in die Praxis zu überführen.

PLUS

Gesunde Entscheidungen erleichtern 

Gesunde Ernährung ist ein zentraler Baustein für die Prävention von Krankheiten. Um Menschen im Alltag besser zu erreichen, startet die AOK PLUS gemeinsam mit Lidl eine Kooperation zur Förderung eines gesunden Lebensstils. Versicherte können über die App „AOK Navida“ individuelle Gesundheitsziele verfolgen und werden dafür unter anderem mit Rabatten auf ausgewählte Lebensmittel belohnt. Ergänzend sollen Informations- und Aktionsangebote die Gesundheitskompetenz stärken. Das Ziel ist, Prävention stärker in den Alltag zu integrieren – dort, wo Gesundheitsentscheidungen tatsächlich getroffen werden, etwa beim Einkauf.

Illustration: Eine Personklebt ein neues Plakat mit gesundem Essen über ein Werbeplakat für Fast Food
Pizza, Softdrinks, Gummibärchen: Das Marketing verführt zu einer Lebensmittelauswahl, die langfristig der Gesundheit schadet. Die Ernährungspolitik braucht breite Bündnisse, um im Überangebot von Dickmachern gesunde Alternativen attraktiv zu machen.
18.02.2026Maria Sinjakowa8 Min

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